Persönliches

Caspar David Friedrich (1774-1840): Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818).
Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer.

„Ihr seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1. Korinther 12, 27)

„So waren wir euch zugetan und wollten euch nicht nur am Evangelium Gottes teilhaben lassen, sondern auch an unserem eigenen Leben; denn ihr wart uns sehr lieb geworden.“ (1. Thessalonicher 2, 8)

Unter  dieser Rubrik werden in Kurzbiographien Personen vorgestellt oder aktuell über sie berichtet, die in den Apostolischen Bruderschaften Verantwortung tragen. Auch Mitchristen, mit denen wir im Verfolgen gemeinsamer Ziele verbunden sind, sollen hier zu Worte kommen.



Die letzte Reise der Pfarrfrau Fridel Beyerhaus

16. Mai 2015

von Peter P. J. Beyerhaus

„Wenn ich einmal gestorben sein werde“, so sagte mein Vater, Pfarrer Siegfried Beyerhaus, einmal halb scherzhaft zu meiner Mutter Fridel, „so gebe ich Dir noch acht Jahre, bis Du mir nachkommst.“ Die am 1. März 2008 Geborene  war nämlich acht Jahre jünger als ihr im Jahre 1900 geborener Ehemann. Siegfried wurde am 28. November des Jahres 1988 heimgerufen. Wäre sein Ausspruch in Erfüllung gegangen, so wäre seine liebe Fridel ihm im Jahre 1996 in die Ewigkeit gefolgt. Doch für dieses Lebensende war sie damals noch zu vital. Mindestens sieben weitere Jahre stand sie mit beiden Beinen fest auf der Erde. Sie unternahm Reisen, stählte durch Kuren im In- und Ausland ihre Gesundheit und nahm voll am Leben ihrer großen Familie sowie ihrer Kirchengemeinde Berlin-Neuwestend teil.

In dieser war sie, wie mir ein Mitglied des Gemeindekirchenrates nach ihrem Tode erklärte, nicht nur eine Persönlichkeit, sondern eine „Institution“. ...

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In Memoriam Fridel Beyerhaus

Die strahlende Jubilarin vom 1. März 2005 Fridel Beyerhaus am Tag nach ihrem 97. Geburtstag.
Die strahlende Jubilarin vom 1. März 2005 Fridel Beyerhaus am Tag nach ihrem 97. Geburtstag.
Eine Porträtaufnahme der Mutter von Fridel Beyerhaus, Ottilie Korweck.
Eine Porträtaufnahme der Mutter von Fridel Beyerhaus, Ottilie Korweck.
Gedenktafel an der Reformationskirche in Berlin-Moabit für den Leiter (1923-31) des Neuwerkkreises.
Gedenktafel an der Reformationskirche in Berlin-Moabit für den Leiter (1923-31) des Neuwerkkreises.
Der junge Mann heißt Siegfried Beyerhaus, hier mit seiner Großmutter Karolina geb. Åkesson, die einst als musizierende Mitarbeiterin des Evangelisten und Missionsgründers  Frederik Fransson nach Deutschland gekommen war.
Der junge Mann heißt Siegfried Beyerhaus, hier mit seiner Großmutter Karolina geb. Åkesson, die einst als musizierende Mitarbeiterin des Evangelisten und Missionsgründers Frederik Fransson nach Deutschland gekommen war.
Reise in die Vergangengeit: Im ehemaligen Hohenkränig wirkte Fridel Beyerhaus 11 Jahre als Pfarrfrau. Mit Sohn Peter am 22. September 2004 am Ortseingang.
Reise in die Vergangengeit: Im ehemaligen Hohenkränig wirkte Fridel Beyerhaus 11 Jahre als Pfarrfrau. Mit Sohn Peter am 22. September 2004 am Ortseingang.
Gang zum Stahnsdorfer Friedhof am 2. Oktober 2005. Rechts Fridel Beyerhaus, neben ihr Sohn Christian mit Gattin und Tochter Anneliese; Sohn Peter macht die Aufnahme.
Gang zum Stahnsdorfer Friedhof am 2. Oktober 2005. Rechts Fridel Beyerhaus, neben ihr Sohn Christian mit Gattin und Tochter Anneliese; Sohn Peter macht die Aufnahme.
Freude – der Mutter einer Großfamilie und gelernten Kindergärtnerin – am Ururenkel Elija, der ihr zum 96. Wiegenfest gratuliert.
Freude – der Mutter einer Großfamilie und gelernten Kindergärtnerin – am Ururenkel Elija, der ihr zum 96. Wiegenfest gratuliert.
Die Jubilarin Fridel Beyerhaus bei der Feier ihres 100. Geburtstags, mit ihrer geliebten Tochter Anneliese Niemann geb. Beyerhaus.
Die Jubilarin Fridel Beyerhaus bei der Feier ihres 100. Geburtstags, mit ihrer geliebten Tochter Anneliese Niemann geb. Beyerhaus.
Teure Fracht: Vier der Urenkel von Fridel Beyerhaus Anno 2006 in Schweden, gekarrt von ihrem Großvater Peter, auf dem Weg in die Zukunft.
Teure Fracht: Vier der Urenkel von Fridel Beyerhaus Anno 2006 in Schweden, gekarrt von ihrem Großvater Peter, auf dem Weg in die Zukunft.
Am 28. April 2015 in der Kapelle des Friedhofs an der Heerstraße in Berlin-Neuwestend. Links der Sarg von Frau Fridel Beyerhaus. Am Pult: Peter Bs.; in der vordersten Reihe Johannes Beyerhaus in Ornat und Christian Beyerhaus. Das Foto wurde von dem Koreaner Stephanus Park aufgenommen.
Am 28. April 2015 in der Kapelle des Friedhofs an der Heerstraße in Berlin-Neuwestend. Links der Sarg von Frau Fridel Beyerhaus. Am Pult: Peter Bs.; in der vordersten Reihe Johannes Beyerhaus in Ornat und Christian Beyerhaus. Das Foto wurde von dem Koreaner Stephanus Park aufgenommen.
Am 28. April 2015 auf dem Friedhof von Berlin-Neuwestend am Grabe von Frau Fridel Beyerhaus. Im Ornat: Peter und Johannes Beyerhaus, links (mit Schirm) Peters jüngste Tochter Gunilla Walton (*Beyerhaus), rechts von ihr: Peters Bruder Christian Beyerhaus
Am 28. April 2015 auf dem Friedhof von Berlin-Neuwestend am Grabe von Frau Fridel Beyerhaus. Im Ornat: Peter und Johannes Beyerhaus, links (mit Schirm) Peters jüngste Tochter Gunilla Walton (*Beyerhaus), rechts von ihr: Peters Bruder Christian Beyerhaus

6. Mai 2015

Am frühen Morgen des 16. April 2015 ist im Seniorenstift in Berlin-Dahlem Frau Fridel Beyerhaus, geb. Korweck – die Mutter von Professor Peter Beyerhaus –sanft entschlafen.
Fridel wurde als Tochter des ostpreußischen Postbeamten Ewald Korweck und seiner Frau Ottilie (geb. Freytag) in Berlin-Moabit geboren. Dort besuchte sie  die Schule bis zur Mittleren Reife.Ostpreußen wurde ihr früh zur zweiten Heimat. Jeden Sommer verbrachte ihre Familie im Samland im Hause des Großvaters Wilhelm Freytag, der in dem Dorf Gamsau Schulleiter war.

Schon im Alter von 12 Jahren verlor Fridel im Oktober 1920 ihren Vater Ewald Korweck (1865 – 1920), der auf dem Friedhof Stahnsdorf bei Potsdam beerdigt liegt.
Nach Erlangen der Mittleren Reife im Jahre 1924 ließ Fridel sich im Pestalozzi-Fröbel-Haus, (Berlin-Charlottenburg) zur Kindergärtnerin ausbilden. Diesen Beruf und praktizierte sie anschließend in einem evangelischen Kindergarten an der Moabiter Erlösergemeinde. Ihre starke Naturliebe verwirklichte sie in der Wandervogelbewegung, und der Lust am Wandern ließ sie bis ins hohe Alter freien Auslauf.

Im Jahre 1925 schloss Fridel Korweck sich der von dem bekannten Theologen Günther Dehn (1882 – 1970) geleiteten Neuwerkkreis – auch  Jungkirchliche Gemeinde (JuKiGe) genannt – an. In dieser gewann sie einige lebenslange Freunde, u. a. den Theologen und Dichter Heinrich Vogel (1902 – 1989), den Pastor und späteren Bischof Johannes Jänicke (1900 – 1979) und dessen Frau Eva *Rudolphi (1901 – 1965) sowie die Vikarin Ilse Kersten. Auf  deren Grundstück in Berlin-Kladow – welches das Ehepaar Beyerhaus nach ihrem Tode käuflich erwarb – pflegte sich die JuKiGe regelmäßig zu treffen.

Ihr Herz verlor Fridel dabei an den jungen Pastor Siegfried Beyerhaus (1900 – 1987)), mit dem sie am 29. November 1927 in der Schmargendorfer Dorfkirche von Günther Dehn getraut wurde. Das Ehepaar übernahm im selben Jahre das dörfliche Pfarramt in Hohenkränig und den beiden Oderdörfern Niederkränig und Niedersaathen (Kr. Königsberg Neumark). Fridel engagierte sich besonders in der evangelischen Frauenhilfe und bei der Sammlung eines von ihr mit viel Phantasie geleiteten Jungmädchen-Kreises. In der Hohenkräniger Zeit wurden ihnen bis zu ihrem Umzug nach Berlin-Borsigwalde im Oktober 1938 drei Kinder geboren: Peter (*1929), Anneliese (*1931– †2009)  und Christian (*1938).

Bei Ausbruch des Kirchenkampfes im Jahre 1934 traten die Eheleute Siegfried und Fridel Beyerhaus der Bekennenden Kirche (BK) bei. Als den leitenden Brüdern der BK wegen ihrer illegalen Ausbildung junger Theologen der Prozess gemacht wurde, betätigte Fridel sich in den Jahren 1937 und 1938 als Botengängerin zwischen den Kreisen der BK in der Neumark und in Berlin. Nur der Beginn des II. Weltkrieges bewahrte Pastor Siegfried Beyerhaus vor der Verhaftung.

Aufgrund der Bombenangriffe der Alliierten auf Berlin kehrte Fridel Beyerhaus 1943 mit ihren drei Kindern zeitweilig, bis zum Kriegsende, in ihre vormaligen Gemeinden an der Oder Niederkränig und Niedersaathen zurück. Ihr Gatte Siegfried blieb bei seiner Gemeinde in Berlin-Borsigwalde und rettete bei einem nächtlichen Bombenangriff die Holzkirche vor dem Abbrand.

In den letzten Kriegsjahren und auch nach der Flucht lebte Fridel Beyerhaus also mit ihren Kindern drei Jahre getrennt von ihrem Ehemann. Beim Einmarsch der Roten Armee musste sie mit ihren drei Kindern über die Oder flüchten. Peter stieß zu seiner Schulklasse in Sachsen; Fridel fand mit den beiden jüngeren Kindern Anneliese und Christian Aufnahme in zwei Diakonissen-Mutterhäusern in Hamburg (Volksdorf und Altona). Von dort konnte sie erst im Herbst 1946 zu ihrem Mann nach Berlin zurückkehren. Anfang 1947 war nach Peters Heimkehr aus Holstein endlich die ganze Familie wieder vereint.

Danach war Fridel einige Jahre sowohl in ihrem alten Beruf im Kindergarten der Gemeinde Borsigwalde tätig sowie als Katechetin (Religionslehrerin) an der dortigen Volksschule. Sie engagierte sich auch rege in der Jugendarbeit der Gemeinde.

Im Jahre 1954 wechselte ihr Mann die Pfarrstelle, und die Familie zog nach Charlottenburg-Westend um. Insgesamt wirkte Fridel Beyerhaus von 1927 bis 1969 also als eifrige Pfarrfrau in drei Gemeinden: Hohenkränig, Borsigwalde und Neuwestend.

Als ihr Sohn Peter am 6. August 1955 seine  Uppsalenser Kommilitonin  Ingegärd Kalén heiratete, reisten Fridel und Siegfried nach Schweden, um an der Feier der Hochzeit in Ingegärds Heimatdorf Tingstad teilzunehmen. Im September 1956 kamen die beiden dorthin auch zur Taufe ihrer Enkelin Karolina.

Am 6. Januar 1957 wurde das Ehepaar Peter und Ingegärd in der Neuwestender Kirche in den Dienst der Berliner Mission in Südafrika abgeordnet. Bei diesem Geschehen brach Mutti Fridel in Schluchzen aus, als der anglikanische Missionsbischof Stephen Neill (1900 – 1984)[ in seiner Predigt den Märtyrertod von fünf Missionaren unter den Auca-Indianern im  Urwald von Ekuador schilderte. Sie fürchtete, dass ihren Kindern in Südafrika ein ähnliches Schicksal drohe. Bei deren Ausreise begleitete Fridel die junge Missionarsfamilie bis nach Southampton, wo diese das Schiff Umgeni bestieg.

An der Missionsarbeit ihres Sohnes Peter und seiner Frau Ingegärd im südafrikanischen Transvaal nahm Fridel Beyerhaus lebhaften Anteil. Im Jahre 1958 besuchte sie seine Wirkungsstätte Blauberg in Nordtransvaal und begleitete ihn bei seinen Einsätzen unter afrikanischen Christen und Heiden. Nach ihrer Rückkehr berichtete sie über ihre afrikanischen Erlebnisse anschaulich in den Frauenkreisen des Kirchenbezirks Berlin-Charlottenburg. Besondere Gelegenheit dazu bot ihr der alljährliche Weltgebetstag der Frauen, den sie in der Charlottenburger Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gestaltete.

Als letztes gemeinsames Fest feierten Siegfried und Fridel Beyerhaus am 29. November 1987 in der Neuwestender Kirche und im St.-Michaels-Heim in Berlin-Grunewald ihre Diamantene Hochzeit.

Intensiv nahm Fridel Beyerhaus noch über den Tod ihres Mannes am 28. November 1988 hinaus am Glaubensringen der Bekennenden Gemeinschaften teil. Mehrmals besuchte  sie an Tagungen des Theologischen Konvents.

In den Jahren 1988 bis 1998 lebte Fridel als Witwe allein in ihrer Wohnung in Neuwestend und in ihrem von Ilse Kersten übernommenen Sommerhäuschen  in Kladow, in dem sie sich sehr zuhause fühlte. Nur gegen ihr heftiges Sträuben gelang es ihren Kindern schließlich im Jahre 2003, sie dazu zu bewegen, ihre Selbständigkeit aufzugeben und in das Seniorenstift „Am Wilden Eber“ in Berlin-Dahlem einzuziehen. Dort wurde sie von der Pastorin Marion Gardei und danach anderen Pastoren seelsorgerlich betreut.
Hart traf sie der Tod ihrer Tochter Anneliese im Mai 2009. Deren Aquarell hing bis zu ihrem Tode in ihrem Zimmer im Seniorenheim.
In der Nacht zum 17. April 2015 ist Fridel Beyerhaus sanft entschlafen und wurde am 28, April an der Seite ihres Ehemannes Siegfried Beyerhaus auf dem Waldfriedhof Heerstraße in Berlin-Neuwestend beigesetzt.
Den Trauergottesdienst leiteten Ihr Sohn Peter und ihr Enkelsohn Johannes wie 27 Jahre zuvor bei der Beerdigung von Fridels Ehemann Pfarrer Siegfried Beyerhaus – an dessen Seite sie nun ruht – gemeinsam. Johannes verlas den Lebenslauf, der Verstorbenen, sein Vater Peter hielt  die Ansprache über den Trauspruch seiner Mutter in Psalm 86 Vers 11:
„Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit". 

Musikalisch wurde die Trauerfeier durch die Sängerin und Trompeterin Antje Rietz sowie den Posaunenchor ihres Vaters Peter Rietz gestaltet.

Fridel Beyerhaus hinterließ außer ihren beiden Söhnen 10 Enkel, 13 Urenkel sowie den Ururenkel Elija.

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In Memoriam Horst Bürkle

Horst Bürkle
Horst Bürkle

1. Mai 2015

Am 24. April d. J. verstarb in Tutzing am Starnberger See der bekannte Missions- und Religionstheologe Prof. Dr. Horst Bürkle (* 1925). Er wurde am 9. Juni 1925 in Niederweisel in Hessen geboren.Während des II. Weltkrieges leiste er von 1943 bis -45 Wehrdienst und wurde 1944 an der Ostfront verwundet.

1945-52 studierte Horst Bürkle Theologie an den Universitäten Bonn, Tübingen und Köln. Von besonderer Bedeutung für seinen ökumenischen Werdegang wurde sein Studium  am Union Theological Seminary in New York.

In seiner theol. Magisterarbeit bei Paul Tillich in New Yorkbehandelte er das Thema: „Eschatologie und Zeitverständnis. – Eine Untersuchung der Beziehung zwischen theologischer Eschatologie und philosophischem Zeitverständnis in der modernen protestantischen Theologie“ (1952)

Im Jahre 1956 wurde Bürkle bei Prof. Helmut Thielicke zum Dr. theol. durch die Theologische Fakultät in Hamburg  promoviert mit der Dissertation: „Das Zeitverständnis in der frühen Dialektischen Theologie und der Zeitbegriff in der Philosophie Martin Heideggers“.

In den Jahren 1956-59 war er Studentenpfarrer im Generalsekretariat der Evangelischen Studentengemeinden in Deutschland in Stuttgart und danach 1959 Leiter der Missionsakademie an der Universität Hamburg.

Im Jahre 1964 wurde er an der Theologischen Fakultät der Universität Hamburg habilitiert zum Privatdozenten für das Fach „Missions- und Religionswissenschaft mit der Arbeit „Die Religion des Geistes und das Kerygma“ Die Habilitationsschrift erschien 1965unter dem Titel „Dialog mit dem Osten. Radhakrishnans neuhinduistische Botschaft im Lichte christlicher Weltsendung“.

In den Jahren 1965-1968 wirkte Horst Bürkle als Gastdozent an der Universität von Ostafrika in Kampala/Uganda.Nach seiner Rückkehr wurde er in den Jahren 1968-87 Professor und Direktor des Instituts für Missions- und Religionswissenschaft in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität München. Während dieser Zeit verbrachte er Forschungsaufenthalte und Vorlesungstätigkeit v. a. in Brasilien, Indien und Neuguine, Südkorea und Japan.

Während dieser Zeit näherte er sich immer mehr der Röm.-katholischen Kirche an und ließ sich im Jahre 1987 durch Kardinal Ratzinger  in diese aufnehmen. Er betonte jedoch, dass er gleichzeitig seinem lutherischen Glauben treu geblieben sei, ja dass er angesichts der modernistischen Wandlung der lutherischen Kirche diesen in der Katholischen Kirche sogar besser wahrnehmen könne als in jener.

Aufgrund seiner persönlichen Freundschaft mit seinem Freund und Kollegen Peter Beyerhaus fühlte er sich auch den Bekennenden evangelischen Gemeinschaften verbunden. Mehrmals ließ er sich als Referent zu Tagungen ihres Theologischen Konvents einladen.

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Lebensjubiläum einer evangelischen Pfarrfrau

19. März 2015

Am 1. März d. J. vollendete Frau Fridel Beyerhaus (geb. Korweck), wohnhaft in Berlin Dahlem,
ihr 107. Lebensjahr.


Die Jubilarin

Sie wurde als jüngste Tochter des ostpreußischen Postbeamten Ewald Korweck und seiner Frau Ottilie (geb. Freytag) in Berlin-Moabit geboren und besuchte dort die Schule bis zur Mittleren Reife.

Ihre beiden älteren Schwestern hießen Margarete („Gretchen“, *1896) und Hellene (Hella, *1902). Zu beiden hatte sie ein lebenslanges gutes Verhältnis, ungeachtet kleiner geschwisterlicher Zänkereien, die gelegentlich zwischen ihr und Hella ausbrechen konnten, z. B über den Besitz der Lieblingspuppe Trauda oder das Vorrecht, bei Kutschfahrten vorne auf dem Bock neben dem Kutscher sitzen zu dürfen. Aber mit beiden führte sie bis zu deren Tode einen lebhaften Briefverkehr, in dem sie ihrer von Mutter Ottilie ererbten Erzählfreude weiten Auslauf ließ.

In ihrer Dorotheen-Schule in Moabit war Fridels Lieblingsfach das Hallenturnen. Eines Abends überredete sie den Hausmeister, sie allein in die Turnhalle einzulassen, wo sie sich mit Begeisterung am Rundlauf fliegen ließ.

Ostpreußen wurde für Fridel früh zur zweiten Heimat. Jeden Sommer verbrachte ihre Familie im Samland im Hause des Großvaters Wilhelm Freytag (*1845), der in dem Dorf Gamsau Schulleiter war.


Die Samlandküste – hier bei Rauschen,
heute Svetlogorsk (Photo vom Juli 2008)

Sie liebte ihn sehr – und auch seinen großen Hund Flambo, den sie gern ausführte. Jedoch einmal stieß er sie in ein gefährliches Abenteuer:
Er riss sich von ihr los, sprang mit nachschleppender Leine ins Wasser und hätte sie beinahe hinter sich hergezogen und zum Ertrinken gebracht.

Auch in späteren Jahren spielte für Fridel ihre zweite Heimat Ostpreußen eine wichtige Rolle. Sie besuchte es mehrmals, auch gemeinsam mit ihren Kindern, und blieb in ständiger Verbindung mit ihren dortigen Verwandten.

Zu diesen gehörte besonders ihre Cousine Herta (geb. Vogler), die den Gutsbesitzer Bogislav (genannt „Bo“) Morgenstern im samländischen Dorf Heiligencreutz geheiratet hatte.
Unter deren fünf Kindern waren es die beiden ältesten, Rothraut (*1927) und Kristian (*1928), die ihrerseits sowohl mit ihrer Tante Fridel als auch deren Kindern, besonders Peter, eine lebenslange  Freundschaft verband, auch noch, als sie nach Kanada ausgewandert waren.

Politisch betrachtet zeigte Fridel von Jugend an eine gewisse monarchistische Sympathie, welche ihre demokratische Überzeugung überlagerte. Nach dem Ende des I. Weltkrieges schloss sie sich dem Lienhard-Bund an, in welchem preußische und deutsche Traditionen gepflegt wurden. Einmal hatte die jugendliche Fridel Korweck hier einen Auftritt, der in ihrem pathetischen Ausruf kulminierte: „Wir wollen dem Kaiser die Krone wieder reichen!“

Etwas von dieser Haltung hat sie sich bis ins hohe Alter bewahrt. So trat sie mit ihrem Mann dem Zollernkreis bei,  der ihre diesbezüglichen Überzeugungen teilte. Dieser versammelte sich auf Einladung des damaligen Chefs des Hauses Hohenzollern, des romantischen Komponisten Prinz Louis Ferdinand (1907 – 1994), alljährlich im Großen Rittersaal der Hohenzollernburg bei Hechingen.


Die Hohenzollernburg im Sommer

Louis Ferdinand hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er bei einer Restaurierung der Monarchie für das Amt des Kaisers zur Verfügung stehen würde. In der Wohnung von Fridel und Siegfried Beyerhaus in Neuwestend hing ein Foto, auf dem sie zusammen im persönlichen Gespräch mit Prinz Louis Ferdinand erscheinen. Dabei vertraute Fridel diesem zu dessen sichtbarem Vergnügen die Geschichte an, wie sie einst als junges Mädchen dem Kaiser die Krone wieder reichen wollte.

Nach Erlangen der Mittleren Reife im Jahre 1924 ließ Fridel sich im 1874 gegründeten Pestalozzi-Fröbel-Haus (Berlin-Charlottenburg) zur Kindergärtnerin ausbilden. Anschließend praktizierte sie ihren Beruf in einem evangelischen Kindergarten an der Moabiter Erlösergemeinde und viel später erneut nach dem II. Weltkrieg  in Berlin-Borsigwalde.

Ihre starke Naturliebe verwirklichte sie in der Wandervogel-Bewegung, und ihrer Lust am Wandern ließ sie bis ins hohe Alter freien Lauf.

Sie legte überhaupt Wert auf ein gesundes Leben, bevorzugte Obst und Gemüse und scheute Süßwaren, deren Genuss sie nach Möglichkeit auch ihren Kindern versagte.
Im Sommer machte sie zur Stärkung ihrer körperlichen Konstitution mehrmals Kuren in deutschen und andern europäischen Bädern. Dies dürfte viel dazu beigetragen haben, dass ihr kräftiges Naturell ihr bis in ihr 107. Lebensjahr – und vielleicht noch darüber hinaus (?) –  erhalten blieb.

Im Jahre 1925 schloss Fridel Korweck sich dem von dem bekannten Theologen Günther Dehn (1882 – 1970) geleiteten Neuwerk-Kreis – auch Jungkirchliche Gemeinde (JuKiGe) genannt – an. In dieser gewann sie einige lebenslange Freunde, u. a. den Theologen und Dichter Heinrich Vogel (1902 – 1989), den Pastor und späteren Bischof Johannes Jänicke (1900 – 1979) und dessen Frau Eva geb. Rudolphi (1901 – 1965) sowie die Vikarin Ilse Kersten. Auf  deren Grundstück in Berlin-Kladow – welches das Ehepaar Beyerhaus nach ihrem Tode käuflich erwarb – pflegte sich die JuKiGe regelmäßig zu treffen.
Günther Dehn war als Pfarrer im Arbeiterviertel religiöser Sozialist geworden, und die Mitglieder seines Neuwerk-Kreises teilten diese Sympathien. Sie alle wurden deswegen frühzeitig Gegner des Nationalsozialismus.
Ihr Herz verlor Fridel in der Jungkirchlichen Gemeinde an den jungen Pastor Siegfried Beyerhaus (*1900), mit dem sie am 29. November 1927 in der Schmargendorfer Dorfkirche von Günther Dehn getraut wurde.

Das Ehepaar übernahm im selben Jahre das ländliche Pfarramt in Hohenkränig und den beiden Filialdörfern Niederkränig und Niedersaathen im Kreis Königsberg / Neumark.

 
Die Kirche von Hohenkränig (heute Krajnik Górny)

In der Hohenkräniger Zeit wurden Fridel und Siegfried bis zu ihrem Umzug nach Berlin-Borsigwalde im Oktober 1938 drei Kinder geboren: Peter (*1929), Anneliese (*1931 – 2009) und Christian (*1938).
Fridel engagierte sich besonders in der evangelischen Frauenhilfe und bei der Sammlung eines von ihr mit viel  Phantasie geleiteten Jungmädchen-Kreises.
Auch kümmerte sie sich zusammen mit ihrem Mann besonders um die ärmeren Dorfbewohner. So suchten sie die sog. Schnitterkaserne auf, in der die polnischen Gastarbeiter untergebracht waren. Das erregte den Zorn des Gutsherrn und Gemeindepatrons René von Humbert, der einmal seinen Pfarrer anherrschte: „Herr Pastor, kümmern Sie sich lieber um Ihre Gemeinde!“. Damit wollte er ihm sagen, das Seelenheil der Menschen sei wichtiger als ihre sozialen  Lebensbedingungen.

Nichtsdestotrotz unterhielten die Familien Beyerhaus und von Humbert ein freundschaftliches Verhältnis. Dies fand auch darin seinen Ausdruck, dass auf den Wunsch Fridels und Siegfrieds hin zwei Humbert-Kinder, Egon und Sophie-Charlotte, sich dazu bereit fanden, Patenschaften für die Pastorenkinder Anneliese und Christian zu übernehmen.

Gegen Ende der sog. „Systemzeit“ der Weimarer Republik begann die Bewegung des Nationalsozialismus sich in allen Teilen Deutschlands auszubreiten. Sympathien für diesen gab es auch bei einigen Bewohnern der drei Dörfer der Parochie Hohenkränig. Das veranlasste das Pfarrehepaar Beyerhaus dazu, sich über das politische Wollen Adolf Hitlers und seiner NSDAP näher zu informieren. Als dieser einmal zu einer großen Kundgebung nach Eberswalde bei Berlin kam, fuhr Fridel dorthin, um sich ein eigenes Bild vom „Führer“ und seiner Bewegung zu machen.
Von dessen fanatischer Ansprache abgestoßen, gewann sie ein völlig negatives Urteil, an dem sie und Siegfried bis zum Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ festhielten. Bei den letzten freien Wahlen im März 1933 kreuzten beide deswegen nicht die NS-Liste an;  Siegfried wählte den Christlich-Sozialen Volksdienst, Fridel die SPD.
Das blieb trotz der geheimen Wahl nicht unentdeckt. Bei der Auszählung der in Hohenkränig abgegebenen Stimmen entdeckte der national-sozialistische Ortsgruppenleiter, der Stellmacher Otto Schubert, dass es unter den überwiegend für die NSDAP abgegebenen Stimmen auch zwei abweichende Voten gab. Das verkündete er mit lauter Stimme und blickte dabei vorwurfsvoll auf das Pfarrehepaar, insbesondere auf Fridel Beyerhaus, deren gegen Hitler gerichtete politische Haltung er nun identifiziert hatte. Das hat er ihr bis zum Kriegsende nicht vergessen.

Bei Ausbruch des Kirchenkampfes im Jahre 1934 traten die Eheleute Siegfried und Fridel Beyerhaus der Bekennenden Kirche (BK) bei. Als in den Jahren 1937 und 1938 den leitenden Brüdern der BK wegen ihrer illegalen Ausbildung junger Theologen der Prozess gemacht wurde, betätigte Fridel sich als Botengängerin zwischen den Kreisen der BK in der Neumark und in Berlin. Dort lief damals gerade der Prozess gegen die leitenden Brüder der BK. Diese hatten nämlich für sich ein eigenes Examenskomitee geschaffen, von dem die jungen, der BK angehörenden Theologen geprüft wurden. Denn sie wollten nicht durch das Konsistorium der Berlin-Brandenburgischen Kirche geprüft werden, weil in ihm die Kirchenpartei der „Deutschen Christen“ dominierte.

Fridels Ehemann, Pfr. Siegfried Beyerhaus, exponierte seine im Glauben begründete anti-nationalsozialistische Haltung einmal durch seinen offenen Protest gegen eine antichristliche Hetzrede eines NS-Agitators, die dieser im Saal des Dorfgasthauses Gessler gehalten hatte.
Nur der Beginn des II. Weltkrieges bewahrte Siegfried vor der Verhaftung, die ihn für eine unabsehbare Zeit von Frau und Kindern getrennt hätte.

Zu den Aufgaben der Hohenkräniger Pfarrfrau gehörte es auch, die alljährlichen Missionsfeste organisatorisch auszurichten. Sie fanden auf einer großen Wiese im Pfarrgarten statt, in welchem dafür Tische und Stühle aufgestellt wurden.
Leiblicher Höhepunkt war das Kaffeetrinken der zahlreichen Teilnehmer. Dafür backte Fridel, unterstützt durch ihre Hausgehilfin, reichlich Kuchen. Der junge Peter durfte dabei „Mohrenköpfe“ aus Schokolade verkaufen. Diese Missionsfeste im Pfarrgarten trugen durch die spannenden Erzählungen der eingeladenen Missionare aus Afrika und  China sehr dazu bei, sein Interesse an der Mission zu fördern.
Das trug später dadurch Frucht, dass er selber in den Dienst der Berliner Mission in Südafrika trat. Es war folgerichtig, dass auch Fridel im Jahre 1958 nach Südafrika flog, um Peters Arbeit und die Lebensbedingungen seiner Familie kennen zu lernen. 

Am 20. Januar 1938 wurde Fridel erneut Mutter, diesmal wieder eines Sohnes, dem sie die drei Vornamen Christian, Traugott, Michael gab. Von letzterem erhielt ihr kleiner Bube den Kosenamen „Miki“.

Im Grunde waren die Eheleute Siegfried und Fridel immer Berliner geblieben, wohin es sie auch zurückzog. Schließlich, am 5. Oktober desselben Jahres 1938, zog die Pfarrfamilie Beyerhaus nach 11jährigem Landaufenthalt aus der Neumark nach Borsigwalde in Nordberlin um. Die dortige Gemeinde war eine der wenigen, die sich voll zur Bekennenden Kirche stellten. So wurde Siegfried Beyerhaus auch aufgrund seines Engagements in der BK einstimmig vom Borsigwalder Gemeindekirchenrat zum Pfarrer gewählt.


Pastor Siegfried Beyerhaus (1900 - 1988)

Kurz nach ihrem Eintreffen begann am 9. November 1938 die nationalsozialistische Verfolgung der Juden. Das erfüllte die Pfarrfrau Fridel Beyerhaus mit Abscheu, über die sie auch in der Öffentlichkeit keinen Hehl machte. Ihre Nachbarin und Freundin, Frau Vera Voß, beobachtete dies mit Sorge und warnte sie dringend, künftig vorsichtiger aufzutreten.

Im Jahre 1938 übernahm Fridel die Leitung des Kindergartens der Gemeinde, der im Gemeindehaus auf dem benachbarten Grundstück, inmitten eines Kiefernhains, untergebracht war. Diese Aufgabe versah Fridel noch in den ersten Kriegsjahren.

Doch aufgrund der Bombenangriffe der Alliierten ließ auch sie sich mit ihren drei Kindern – wie viele andere Familien – im Frühsommer 1943 bis zum Kriegsende aus Berlin „evakuieren“. Es legte sich nahe, eine Unterkunft in einer ihrer vormaligen Gemeinden an der Oder, Niederkränig oder Niedersaathen, zu suchen. Dabei bereitete der Ortsgruppenleiter Otto Schubert Fridel Beyerhaus große Schwierigkeiten; denn er trug ihr seinen einstigen Konflikt mit ihr und ihrem Mann im Jahre 1933 immer noch unversöhnlich nach.

In dieser Not stellte der Hohenkräniger Gutsherr Baron René von Humbert, Fridel und ihren Kindern sein damals leer stehendes Forsthaus im „Tal der Liebe“ zur Verfügung. Dort konnte gelegentlich Vater Siegfried aus Berlin seine Familie besuchen. Fridel füllte dann ihrem ausgehungerten Mann den Rucksack mit Lebensmitteln.

Er wurde nicht zur Wehrmacht eingezogen, weil er „u.k.“ (unabkömmlich) gestellt war, um bei seiner Gemeinde in Borsigwalde als deren einziger Pfarrer zu bleiben. Auf dem aus drei Grundstücken bestehenden Gemeindeareal wirkte er in dieser Zeit als  Luftschutzwart. Bei einem nächtlichen Bombenangriff rettete er die Holzkirche vor dem Abbrand, der hingegen das Gemeindehaus ereilt hatte.

In den letzten Kriegsjahren und auch nach der Flucht lebte Fridel Beyerhaus also mit ihren drei Kindern getrennt von ihrem Ehemann. Beim Einmarsch der Roten Armee in die Neumark Anfang Februar 1945 mussten sie über die Oder flüchten, um sich über die Markgrafenstadt Schwedt nach Berlin durchzuschlagen. Als der ihr schon vorausgegangene Sohn Peter an der Oderbrücke von einem Militärkontrollposten verhaftet wurde, konnte sie ihm Freiheit und Leben retten, indem sie beherzt den Stadtkommandanten, den Mussolinibefreier SS-Oberst Otto Scorzeny, aufsuchte. Sie beschwor ihn, ihren Sohn aus dem Lager zu entlassen, damit er sie und seine Geschwister nach Berlin begleiten könne. Scorzeny aber weigerte sich und erklärte der Bittstellerin mit glutvollem, fanatisch auf sie gerichteten Blick: „Nein, gnädige  Frau, Ihren Sohn kann ich von seiner Verteidigungspflicht nicht freigeben. Aber ich kann Ihnen ein Versprechen machen: Schwedt wird niemals fallen!“

Fridel gab jedoch in ihrem Ringen um die Freilassung ihres Sohnes nicht auf. Hilfe fand sie schließlich bei dem katholischen Cafébesitzer Gläser. Als Vorsitzender des Schwedter Stadtrates hatte er auch ein Wort über die Verteidigung mitzusprechen.
Tatsächlich erreichte der hilfsbereite Gläser es, dass Fridels Sohn Peter vorerst vom Wehrdienst entlassen und ihr zurückgegeben wurde. So konnte die kleine wiedervereinigte Familie auf einem Militärlastauto das brennende Berlin und daheim Vater Siegfried erreichen, der sie erleichtert  und überglücklich in die Arme schloss.

Allerdings er erklärte es für unmöglich, dass die Familie sich wieder im Borsigwalder Pfarrhaus niederließ; denn die sowjetrussische Eroberung Berlins stand ja unmittelbar bevor. So folgte Fridel der Einladung eines Freundes ihres Mannes, Pastor Hermann Schauer, der das Diakonissenmutterhaus in Hamburg-Volksdorf leitete, einstweilen in sein Pfarrhaus einzuziehen. Anneliese empfing bei ihm ihren Konfirmanden-Unterricht und half pflegerisch im Krankenhaus mit.

Peter begleitete seine Mutter und Geschwister nicht nach Hamburg, sondern stieß stattdessen zu seiner Schulklasse in Sachsen und danach im Erzgebirge. Von dort wurden die 16jährigen Jungen noch 5 Tage vor Kriegsende zum Wehrdienst in einem Panzerabwehr-Battallion eingezogen. Bei der Kapitulation Deutschlands am 9. Mai 1945 löste sich das Battallion auf, und die Jungen versuchten, meist zu Fuß vom Erzgebirge aus ihren Heimatort in Nordberlin zu erreichen. Peter war dankbar, auch diesmal wieder seinen Vater im Borsigwalder Pfarrhaus lebend anzutreffen.
Dieser riet ihm aber, sich weiter bis Hamburg zu seiner Mutter und seinen Geschwistern durchzuschlagen. Dieses Abenteuer gelang ihm tatsächlich, und so konnte er Mitte Juni seine Familie wiederfinden. Sie war inzwischen in Hamburg-Altona in einem andern Diakonissen-Mutterhaus untergekommen, das von Siegfrieds Vetter, Pfarrer Dr. Adolph Stahl, geleitet wurde.

Peter blieb jedoch nicht bei den Seinen, sondern folgte der Empfehlung, auf einem holsteinischen Bauernhof in Großensee bei Trittau als „landwirtschaftlicher Hilfsarbeiter“ (sprich: Knecht) eine Anstellung zu suchen, die ihm gediegene Verpflegung zukommen ließ.
Fridel blieb mit den beiden jüngeren Kindern Anneliese und Christian noch einige Monate in Altona, konnte dann aber im Herbst 1946 von ihrem Mann nach Berlin heimgeholt werden. Erst Anfang 1947 war nach Peters Heimkehr endlich die ganze Familie wieder im Borsigwalder Pfarrhaus vereint.

Fridel war nun einige Jahre sowohl in ihrem alten Beruf im Kindergarten der Gemeinde Borsigwalde sowie als Katechetin (Religionslehrerin) an der dortigen Volksschule tätig. Sie engagierte sich auch rege in der Jugendarbeit der Gemeinde.

Im Jahre 1954 wechselte ihr Mann zum zweiten Mal die Pfarrstelle, und die Familie zog nach Charlottenburg-Westend um. Insgesamt wirkte Fridel Beyerhaus von 1927 bis 1969 also als eifrige Pfarrfrau in drei Gemeinden: Hohenkränig, Borsigwalde und Neuwestend.

Mehrere Jahrzehnte hindurch bildete Fridels Mutter Ottilie Korweck (1874 – 1961) das persönliche Zentrum der Großfamilie. Diese konzentrierte sich jedoch immer mehr auf die Familie ihrer Tochter Fridel und deren Kinder und Enkel, erweitert durch Siegfrieds drei unverheiratete Schwestern Frieda (*1892), Martha (*1894) und die Bethel-Diakonisse Elsa (*1904).
Sie alle wurden von Großmutter Ottilie alljährlich zum Familientag eingeladen, der am dritten Weihnachtsfeiertag in ihrer Moabiter Wohnung stattfand.

Schon vor dem Tode von Oma Ottilie (am 12. XII. 1961) wurde ihre Rolle immer mehr von ihrer jüngsten Tochter Fridel übernommen.
Deren Familie erweiterte sich dadurch, dass sich alle ihre drei Kinder verheirateten und dann selber Eltern wurden:
Als erste heiratete Anneliese den Lehrer Hans Niemann (*1925). Er passte auch dadurch gut in die Familie, weil er gebürtiger Ostpreuße war. Mit ihm zusammen bekam sie drei Töchter: Almut (*1955) und die Zwillinge Birgitta und Gunborg (*1959).

Am 6. August 1955 wurden Peter und Ingegärd geb. Kalén ein Paar, das Großmutter Fridel 5 weitere Enkel schenkte: Karolina (*1956), Johannes (*1958), Maria (*1960), Christoph (*1964) und Gunilla (*1973).

Als Letzter hatte auch Christian, ihr Jüngster, in Waltraud Timpner (*1938) seine Lebensgefährtin gefunden und bekam von ihr  zwei Kinder: Dirk (*1960) und Christina (*1968). Diese heiratete ihren Kollegen Sebastian Scheer und wurde Mutter von Elisa (*2002).
Fridel Beyerhaus hatte schließlich 10 Enkel, 14 Urenkel und einen Ururenkel.

Jetzt war Oma Fridel zur Matriarchin geworden, welche zusammen  mit ihrem  Ehemann Siegfried die Aufgabe übernahm, die Großfamilie Beyerhaus zusammenzuhalten. Die weihnachtlichen Familientage pflegten nunmehr in der Tagungs- und Urlaubsstätte Haus Silberbach im Fichtelgebirge stattzufinden, die der Berliner Kirche gehört.

Als Peter am 6. August 1955 seine  Uppsalenser Kommilitonin Ingegärd Kalén (*1930) heiratete, reisten Fridel und Siegfried nach Schweden, um an der Feier der Hochzeit ihres Sohnes in Tingstad teilzunehmen. Im September 1956 kamen die beiden auch zur Taufe ihrer am 15. August d. J. geborenen Enkelin Karolina nach Tingstad.

Am 6. Januar 1957 wurde das Ehepaar Peter und Ingegärd in der Neuwestender Kirche in den Dienst der Berliner Mission in Südafrika abgeordnet. Bei diesem Geschehen brach Mutti Fridel in Schluchzen aus, als der anglikanische Missionsbischof Stephen Neill (1900 – 1984)[ in seiner Predigt den Märtyrertod von fünf Missionaren unter den Auca-Indianern im ekuadorianischen Urwald schilderte. Sie fürchtete, dass ihren Kindern in Südafrika ein ähnliches Schicksal drohe.

Bei deren Ausreise begleitete Fridel die junge Missionarsfamilie – zusammen mit ihrer in England verheirateten Schwester Hella Colenut (1902 – 1994) und deren Tochter Sylvia (*1936) – bis nach Southampton. Dort bestieg die Familie das Schiff Umgeni, das sie wohlbehalten nach Durban in Natal brachte.

An der Missionsarbeit von Peter und Ingegärd in Transvaal nahmen Fridel und Siegfried lebhaften Anteil. Die Aufmerksamkeit für die Mission hatten sie bei Peter ja einst selber – wie schon berichtet – besonders durch die Missionsfeste in Hohenkränig geweckt.
Im Jahre 1958 besuchte Fridel seine Wirkungsstätte Blauberg in Nordtransvaal und begleitete dort ihren Sohn bei seinen Einsätzen unter afrikanischen Christen und Heiden. Das Weihnachtsfest feierte sie mit ihren Enkeln Karolina und Johannes sowie deren Eltern im Missionarshaus.
Anschließend reiste Peter mit seiner Mutter im VW von einer Missionsstation zur anderen durch ganz Transvaal und Natal bis an den Indischen Ozean, in dem die Wasserratte Fridel ein erquickendes Wellenbad nahm. Anschließend konnte Fridel mit der Blauberger Familie auch noch den berühmten Krüger-Nationalpark an der Nordostgrenze Transvaals besichtigen.


Im Krüger-Nationalpark

Allerdings ereilte sie dabei das Malariafieber, das auf der Schweizer Missionsstation Elim wenigstens notdürftig gestillt werden konnte. Auch nach ihrer Rückkehr nach Berlin brach es mehrmals wieder aus.

Heimgekehrt, berichtete Fridel in den Frauenkreisen des Kirchenbezirks Berlin-Charlottenburg anschaulich über ihre afrikanischen Erlebnisse. Besondere Gelegenheit dazu bot ihr der alljährliche Weltgebetstag der Frauen, den sie in der Charlottenburger Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gestaltete.

Als letztes gemeinsames Fest feierten Siegfried und Fridel Beyerhaus am 29. November 1987 in der Neuwestender Kirche und im St.-Michaels-Heim in Berlin-Grunewald ihre Diamantene Hochzeit.
                                       
Intensiv nahm Fridel Beyerhaus noch über den Tod ihres Mannes (28. November 1988) hinaus am Glaubensringen der Bekennenden Gemeinschaften teil. Mehrmals besuchte sie eine Tagung des Theologischen Konvents.


Beim Ersten Europ. Bekenntniskongress in Berlin 1974 am 22. Mai in der Nathanael-Gemeinde (F. Beyerhaus mit Handtasche; nächste Bankreihe rechts: Rolf Scheffbuch mit Byang Kato, hinter ihm Gerhard Bergmann; links skandinavische Teilnehmer).

In den Jahren 1988 bis 2003 lebte Fridel als Witwe allein in ihrer Wohnung in Neuwestend. In den Sommermonaten wohnte sie in dem von ihrer alten Freundin Ilse Kersten übernommenen Häusle („Butze“ genannt) in Kladow. Auf demselben Grundstück baute auch ihr Sohn Christian sein Haus.
Nur gegen ihr heftiges Sträuben gelang es ihren Kindern schließlich, Mutti Fridel dazu zu bewegen, ihre Selbständigkeit aufzugeben und am 17. Oktober im Jahre 2003 in das Seniorenstift Lentzeallee in Berlin-Schmargendorf einzuziehen.

Doch bald fühlte Oma Fridel sich auch in ihrem neuen Domizil heimisch, zumal ihr Sohn Christian und ihr Neffe Dirk ihr Zimmer mit einigen Möbeln und Gemälden aus ihrer alten Wohnung ausstattete. Dankbar genießt sie hier die ihr zugewandte leibliche Fürsorge durch den Hausarzt Dr. Sonnen und das freundliche Pflegepersonal sowie auch die geistliche Betreuung seitens der Heimseelsorgerin.

Ein wesentlicher Trost nach ihrer Aufnahme im Seniorenstift Lentzeallee  wurde es für Fridel, dass nur 10 Minuten Gehweg entfernt die Familie ihrer Tochter Anneliese wohnte. So erhielt sie fast täglich Besuch von dieser oder einer ihrer drei Töchter Almut sowie der Zwillinge Birgitta und Gunborg.
Hart traf Fridel dann allerdings der Tod ihrer Tochter Anneliese am 30. Mai 2009. Deren Aquarell hängt an der Wand ihrem Bett gegenüber, sodass ihr Blick ständig auf sie fällt.

Gelegentlich kommt auch ihre ebenfalls in einem Seniorenheim beruflich tätige Enkelin Karolina zu ihrer Oma. Wesentlich seltener dagegen sind aufgrund der weiten Entfernung die Besuche ihres Sohnes Peter.

Er kann nur einmal im Quartal aus Tübingen anreisen, auch, um ihr dabei im Rahmen eines familiären Zimmergottesdienstes das Heilige Abendmahl zu reichen.

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Horst Waldemar Beck heimgegangen

Prof. Dr. Ing. Dr. theol. habil. Horst Waldemar Beck
Prof. Dr. Ing. Dr. theol. habil. Horst Waldemar Beck

8. September 2014

Am 28. Mai d. J. verstarb nach längerer schwerer Krankheit der württembergische Theologe und Naturwissenschaftler Prof. Dr. Ing. Dr. theol. habil. Horst Waldemar Beck in seiner Wohnung in Baiersbronn-Röt (Schwarzwald). Am 3. Juni wurde er auf dem Stadtfriedhof von Freudenstadt von einer großen Schar seiner vielköpfigen Familie sowie von Freunden, Kollegen und Schülern zu seiner letzten irdischen Ruhe geleitet.
Horst W. Beck  wurde am 1. September 1933 geboren. Dem Ehepaar Horst Beck und Christa Beck-Rudert wurden  6 Kinder und 27 Enkel geschenkt. In Treue zu ihrer pietistischen Erziehung stehen die meisten Söhne und Töchter in einem kirchlichen bzw. missionarischen Dienst.

Unmittelbar nach der Gründung des Theologischen Konvents Bekennender Gemeinschaften im März 1970 schloss Horst W. Beck  sich diesem an und leitete in ihm gemeinsam mit der Philosophin Dr. phil. Edith Düsing dessen 4. Sektion „Ideologiekritik“. Bald nach der Bildung der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG)  trat er auch dieser bei und arbeitete verantwortlich in ihr mit. Im Jahre 1998 wählte der Exekutiv-Ausschuss der IKBG Professor Dr. Dr. Horst W. Beck zu deren stellvertretenden Vorsitzenden. Als solcher stand er mir als erstem Vorsitzenden bis zur Amtsübergabe an unsere Nachfolger im Jahre 2009 hilfreich zur Seite.
Auf Becks Anregung hin wurde nach meiner Emeritierung und Übersiedlung nach Gomaringen das Institut Diakrisis gegründet, dem er auch diesen  Namen gegeben hat.

Der Verstorbene wurde sowohl durch seine literarischen Beiträge wie auch durch  seine Lehrtätigkeit weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Er dozierte am Pastoralkolleg Freudenstadt, an den Universitäten Basel, Stuttgart-Hohenheim, Karlsruhe sowie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Leuven (Belgien). Zu Gastvorlesungen wurde  er u.  an Hochschulen in Korea, Kasachstan, Kirgisien, Kanada und Ostchina eingeladen. Sein Hauptwerk ist das, z. T. auch ins Chinesische übersetzte Buch „Biblische Universalität und Wissenschaft – Interdisziplinäre Theologie im Horizont Trinitarischer Schöpfungslehre. (11987; 21994)

Sinn und Ziel seiner Forscherarbeit war es besonders, „wissenschaftliche Verteidigungsargumente für das unergründliche Schöpfungsgeheimnis sowie die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens vom Augenblick seiner Empfängnis an zu liefern“.
Horst W. Beck war in seiner der Allgemeinheit nicht leicht zugänglichen Denk- und Schreibweise ein theologisches Original. Er war Vertreter einer von ihm so bezeichneten „interdisziplinären Theologie“ und verstand sich als Sachwalter einer theologisch-philosophischen und zugleich naturwissenschaftlichen Tradition, die bis zu den frühen Schwabenvätern des Pietismus, besonders Friedrich Christoph Oetinger (1702-82), Philipp Matthäus Hahn (1739-90) und Michael Hahn (1758-1819) zurückreicht.
Weitergeführt wurde diese theologische Erkenntnisweise von dem in Tübingen dozierenden Karl Heim (1874-1958). Horst W. Beck wurde 1974 in Freudenstadt zum Begründer der „Karl-Heim-Gesellschaft“. Dieses geistliche Gedankengut  wurde von seinen Vertretern als „Theosophie“, d.h. Gottesweisheit bezeichnet. Den Vertretern der frühpietistischen Theosophie war es darum gegangen, der sich in den wunderbaren Werken der Schöpfung dokumentierenden Weisheit Gottes nachzuspüren. Horst W. Beck führte diese theosophische Tradition weiter, indem er sich bemühte, die Ergebnisse der allerjüngsten kosmologischen und anthropologischen Forschung mit einzubeziehen: In Widerlegung des darwinistischen Evolutionismus und des marxistischen Materialismus wahrte er zum einen den  Vorrang des Geistes vor der Materie und eröffnete zum anderen dem wissenschaftlich-philosophischen Erkennen wieder Zugang zum personalen Wirken des Schöpfers.

Seit 1983 bis zu seinem Tode wirkte Horst W. Beck als ordentlicher Professor an der von der Freiburger katholischen Philosophin Prof. Alma von Stockhausen gegründeten Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim-Bierbronnen im Südschwarzwald. 1993 wurde ihm die Leitung des  Fachbereiches „Naturphilosophie“ übertragen. Im dortigen in interkonfessionellen Gesprächen vertrat Horst W. Beck den biblischen Glauben seiner altpietistischen Väter und erwies dabei, wie gerade das gemeinsame Hören auf das unverkürzte Schöpfungszeugnis der Heiligen Schrift einer echten Verständigung der drei christlichen Konfessionen auf der Grundlage der Wahrheit die Wege bahnen kann.

Peter P. J. Beyerhaus

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Professor Klaus Motschmann wurde 80 Jahre

Prof. Dr. Klaus Motschmann
Prof. Dr. Klaus Motschmann

11. März 2014

Am 4. März d. J. vollendete der 1934 geborene Berliner Politikwissenschaftler  und Theologe Prof. Dr. Klaus Motschmann sein 80. Lebensjahr. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1997 lehrte er an der Universität der Künste in West-Berlin. Seit langem gehört zu den profiliertesten christlich-konservativen Publizisten. So war er von 1971 bis 1979 Schriftleiter der Zeitschrift "Konservativ heute", von 1979 bis 1999 Mitherausgeber von "Criticon", dem wohl bedeutendsten Organ des deutschen Konservativismus. In zahlreichen Veröffentlichungen setzte er sich mit dem Phänomen des Marxismus auseinander.

Neben Superintendent Reinhold George war er lange Jahre Sprecher der Evangelischen Sammlung Berlin und Vorsitzender Ihrer Delegiertenversammlung. Auch vertrat er die ESB im Leiterkreis der Konferenz Bekennender Gemeinschaften. Von 1986 bis 2001 machte er aus dem Monatsblatt "Erneuerung und Abwehr" das beste Organ einer Mitgliedsgruppe der KBG-EKD. Leider ist dieses später angesichts innerer Turbulenzen in der Evangelischen Notgemeinschaft in Deutschland (ENiD) unter seinen Nachfolgern eingegangen.
Die von Professor Motschmann in verschiedenen Bundesländern veranstalteten Studientagungen der ENid zeichneten sich durch ein hohes Niveau aus. Die dabei gehaltenen Vorträge erschienenen jeweils als Büchlein.
Häufiger Referent war er auch beim Theologischen Konvent Bekennender Gemeinschaften. Hier ging es ihm besonders um die Gültigkeit der lutherischen Zwei-Reiche-Lehre angesichts einer verbreiteten Linkspolitisierung der Kirche. Im Auftrag  der KBG gab er den Berichtsband von der Konventstagung im Jahre 1982 heraus, die sich kritisch mit der damaligen Friedensbewegung auseinandersetzte und positiv dieser das Friedensverständnis der Bibel gegenüber stellte.  
Die bekenntnis-ökumenischen Kongresse in Freudenstadt 2004 und Bad Blankenburg2006  begleitete Klaus Motschmann aktiv und mit großer Zustimmung. In der konservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" schreibt Klaus Motschmann Artikel, die sich mit dem Geschehen in der christlichen Welt beschäftigen.
Während vieler Jahre war er auch Delegierter  in der Synode der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg. Hier sah er sich immer wieder genötigt, mit seiner eigenen von ihm geliebten Kirche scharf ins Gericht zu gehen. Denn er empörte sich über deren wachsende Linkslastigkeit und ihrer Aufnahme marxistischen Gedankenguts. Er prägte den Begriff von der „babylonischen Gefangenschaft der Kirche im Zeitgeist“.
Obwohl der Jubilar in den letzten Jahren aufgrund seiner Demaskierung der revolutionären Umtriebe seiner linken Gegner bisweilen sogar physisch bedroht wurde, verlor er im festen Vertrauen auf den göttlichen Beistand niemals seine innere Gelassenheit und sein freundliches Naturell.

Dr. Rolf Sauerzapf und Prof. Peter Beyerhaus

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Im Gedenken an Georg Huntemann

Professor Huntemann bei seiner  Vorlesung
Professor Huntemann bei seiner Vorlesung

10. März 2014

Am 13. Februar d. J. verstarb in seiner Heimatstadt Bremen Prof. Dr. theol. et phil. Georg Huntemann (*10. Juni 1929), einer der profiliertesten evangelischen Theologen im deutschsprachigen Raum. Nach der von seinem gegenwärtigen Nachfolger Pastor Olav Latzel gehaltenen Trauerfeier in der St. Martini-Kirche wurde er auf dem Riensberger Friedhof beigesetzt. Zu seiner Beerdigung waren außer den Gliedern der St. Martini-Gemeinde Verwandte, Freunde, Kollegen und Mitstreiter aus Deutschland, Belgien, Holland und der Schweiz gekommen. – Der Verstorbene hinterlässt seine Ehefrau Hella H. geb. Cölle sowie seine drei Töchter Eva Maria, Christiane und Birgitta mit deren Familien.

Georg Huntemann hat in seinem Doppelamt als Gemeindepastor und Hochschulprofessor sowie als freier Schriftsteller und viel angefragter Referent die kirchliche und auch weltliche Öffentlichkeit in dreierlei Hinsicht beeindruckt:

Erstens durch  seine Predigtgabe. G. Huntemann war nacheinander Pastor in den Bremer Gemeinden St.  Martini, St. Remberti, Epiphanias und wiederum St. Martini. Diese altstädtische Gemeinde, der er  am längsten diente, hat er in den siebziger und achtziger Jahren zu einem Zentrum bekenntnistreuer reformatorischer Theologie in Norddeutschland gemacht. Das geschah vor allem durch seine kraftvollen Predigten. Hunderte von Menschen strömten in seine Gottesdienste.

Zweitens durch  seine Lehrtätigkeit. In seiner Bremer Gemeinde wirkten die Abende der „Reformatorischen Gemeinschaft“ auf viele Zuhörer geistlich prägend. Seit 1970, dem
Gründungsjahr der „Freien Theologischen Akademie“  in Basel, lehrte er dort bis zum Jahre 2004 als Ordinarius für Ethik und Apologetik. Daneben hatte er auch einen Lehrauftrag an der evangelikalen Universität in Löwen (Belgien). Neben seinem Pfarramt (bis 1987) und seiner Lehrtätigkeit verfasste er ca. 30 Bücher: eindrucksvolle Dokumente des Geisteskampfes zwischen Evangelium und Zeitgeist.

Drittens durch seinen Mut als Bekenntnistheologe. Als solcher scheute er sich niemals auch , unbequeme Wahrheiten zu sagen. Darin wirkte er oftmals wie ein einsamer Rufer in der Wüste der Volkskirche. Bestechend scharf war seine Analyse des Zeitgeistes. Geprägt vom biblischen Realismus und der unbedingten Treue zum unfehlbaren Gotteswort, hat er immer wieder ermutigt, diesem Zeitgeist nicht nachzugeben. Leidenschaftlich kritisierte er die , wie er es empfand, „Feigheit gegenüber der Amtskirche“, bzw. wie er sich  ausdrückte, den „fehlenden Mut vor Bischofsthronen“, und nach innen gerichtet besonders auch die aus lauter theologischer Kleinkrämerei“ herrührende „Unfähigkeit der Frommen, dem historischen Vorbild von Barmen 1934 entsprechend eine Bekenntnissynode zu bilden.
Manchen dieser Frommen war sein Nein zur Frauenordination ebenso peinlich wie sein unbefangenes Ja zum biblischen fundamentum und damit auch zum christlichen
Fundamentalismus. Doch dieser unterscheide sich ja, hob Huntemann hervor,  „vom hinduistischen, moslemischen und jüdischen Fundamentalismus, indem er  auf Gewalt und politische Macht verzichtet.“ Moderne Theologie bedeutet demgegenüber, so erkannte  Huntemann, Auflösung. Eines ihrer Hauptmerkmale sei der Verlust des Vaterbildes Gottes.
Auch sei die moderne Theologie zur Methode geworden, wohingegen wir Gott nicht in einem System vermitteln oder ihn begreifen können.

Es bedeutete für Georg Huntemann ein hartes Ringen, als er als anfangs von der liberalen
Theologie seines Basler Lehrers Martin Werner Geprägter sich schrittweise zur vorbehaltlosen Bindung an die ganze Heilige Schrift durchrang. Denn nur sie, so erkannte er – auch im Erleben der Verkündigung Billy Grahams – könne die Basis unseres Christusglaubens sein.  Keine zeitbedingte Weltanschauungsform dürfe diesen Heilsweg versperren.
Diese  für ihn selber neue Überzeugung machte Georg Huntemann seit der Formierung der
bekenntniskirchlichen Bewegung zu einem leidenschaftlichen Mitwirkenden in ihr. So beteiligte er sich im Februar 1968 an der Leitung der Deutsch-Skandinavischen Theologentagung in Sittensen. Beim 10jährigen Jubiläum des Theologischen Konvents Bekennender Gemeinschaften 1979 in Frankfurt/M. riss er der damals ausgebrochenen Kultur- und Moralrevolution nachhaltig die antichristliche Maske vom Gesicht. Desgleichen  gab er beim Internationalen Bekenntnis-
Kongress 1987 in und bei Zürich das Signal für die Sammlung zu einer christustreuen transkonfessionellen Bekenntnisfront: Bekennende Kirche könne und dürfe nicht schweigen.

Huntemann wurde wegen seines umfassenden Wissens und seiner glänzenden Rhetorik oft als Redner eingeladen. Dennoch blieb er ein Einzelgänger und enttäuschte darin diejenigen, die ihn gern häufiger in ihrer Mitte gesehen und gehört hätten. Er blieb dieser einsame Rufer – auch in den Bekennenden Gemeinschaften. Wenn auch seine Anstöße auf manche anstößig wirkten, so haben sie doch vielen in der Kirche und darüber hinaus Orientierung und Ermutigung gegeben. Sie erkannten Georg Huntemann als einen entschiedenen, kompromisslosen und konsequenten  Zeugen der christlichen Wahrheit.

P. Jens Motschmann und Prof. Peter Beyerhaus

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Vita von Rolf Sauerzapf

Dekan i.R. Dr. theol. Rolf Sauerzapf
Dekan i.R. Dr. theol. Rolf Sauerzapf

21. März 2013

Zu den markanten Persönlichkeiten des kirchlichen Konservatismus und des deutschen Konservatismus überhaupt gehört Dekan i. R. Dr. theol. Rolf Sauerzapf  (*2. Mai 1937). Seine Prägung erhielt der gebürtige Stuttgarter in der bündischen-christlichen Jugendbewegung und durch das Evang. Jungmännerwerk, insbesondere durch dessen damaligen Leiter Walter Tlach, der ihn zum Theologiestudium anregte. Im Laufe dieses Studiums in Tübingen, Berlin und Genf geriet er schnell in die hochschulpolitischen, kirchenpolitischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen der sich anbahnenden Kulturrevolution der 68er-Bewegug. In Genf sammelte er neben dem Studium auch als Studiensekretär beim Weltbund des CVJM viele Anregungen aus aller Welt für sein weiteres kirchenpolitisches und berufliches Engagement, u.a. für seine Dissertation an der Universität Pretoria zum Thema:„Die Säkularisierung der Genfer Ökumene“.

Die damals geknüpften Kontakte pflegt Sauerzapf durch Informations- und Vortragsreisen in viele Länder Asiens und Afrikas. Gemäß einer damals gängigen Parole: „Denke global, handle lokal“ engagierte sich Sauerzapf intensiv in den bekenntnistreuen Gemeinschaften. Im Jahre 1966 rief er zusammen mit dem Schriftsteller Bernt von Heiseler, Pfr. Alexander EvertzJoachim von Braun u.a. die Evangelische Notgemeinschaft in Deutschland ins Leben sowie 1969 zusammen mit Dekan Kurt Hennig und Pfr. Hans von Keler die Evangelische Sammlung Württemberg. Auch in  der KBG,  besonders derem Theologischem Konvent, arbeitete Rolf Sauerzapf gern mit.

Ebenso gehört er zur Mitgliederversammlung der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften und  zum Herausgeber-Kreis der Zeitschrift DIAKRISIS. Sauerzapf hat mit seinen Entscheidungen gegen den in die Evangelische Kirche einbrechenden Zeitgeist der 68er Revolte Stellung bezogen. Immerhin war es damals noch möglich, dass ein junger Pfarrer seines geistigen Zuschnitts an die Stuttgarter Kreuzkirche berufen werden konnte. 1972 wechselte Sauerzapf in den Dienst des Bundesgrenzschutzes und damit in einen bei vielen umstrittenen Problembereich im Verhältnis von Staat und Kirche.

Mit dem Ausscheiden aus dem Dienst des BGS im Jahre 2002 verringerten sich seine Aktivitäten nicht. Aus der Fülle von Tätigkeiten seien nur folgende genannt: Vorsitz in der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“, im Preußeninstitut sowie aktive Mitgliedschaft im Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) und Johanniter-Orden. In seinen unterschiedlichen Arbeitsgebieten entfaltet sich aber immer wieder das zentrale Thema der „Erneuerung und Abwehr“. Das gilt angesichts evangeliumsfeindlicher Bedrohungen der  Zukunft unserer Kirche, unseres Volkes und unserer Kinder.

P. Jens Motschmann und Prof. Peter Beyerhaus

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Zum Rücktritt von Benedikt XVI.

Peter P. J. Beyerhaus

Kommentar eines ihm seit 45 Jahren nahe Stehenden

Benedikt XVI. Und der Autor am 28.8.2009 beim Symposion in Castel Gandolfo.
Benedikt XVI. Und der Autor am 28.8.2009 beim Symposion in Castel Gandolfo.
Botschafter des Gekreuzigten. Benedikt XVI am 14.5.2009 in Jesu Heimatstadt Nazareth.
Botschafter des Gekreuzigten. Benedikt XVI am 14.5.2009 in Jesu Heimatstadt Nazareth.

12. Februar 2013

Der völlig unerwartete Rücktritt von Benedikt XVI. von seinem Papstamt hat, wie unzählige andere, auch mich tief betroffen gemacht, ja, sogar erschüttert. Handelt es sich in ihm doch um einen vormaligen Kollegen und sogar persönlichen Freund. In seinen Erinnerungen „Aus meinem Leben“ (Stuttgart 1998) schreibt (S. 151) der damalige Kardinal Joseph Ratzinger über seine Erfahrungen mit der Studentenrevolte im Jahre 1968:

„Ich habe mich damals mit zwei evangelischen Theologen, dem Patristiker Ulrich Wickert und dem Missionstheologen Peter Beyerhaus, zu einem Aktionsbündnis zusammengetan. Wir sahen, dass die bisherigen konfessionellen Kontroversen geringen Ranges waren gegenüber der Herausforderung, vor der wir jetzt standen und in der wir gemeinsam den Glauben an den lebendigen Gott und an Christus, das menschgewordene Wort, zu vertreten hatten. Die Freundschaft mit diesen beiden Kollegen bleibt eines der unverlierbaren Erbstücke der Tübinger Jahre.“

Tatsächlich ist diese damals geknüpfte Freundschaft in allen späteren Jahrzehnten und während aller Positionen, die Joseph Ratzinger in seiner beruflichen Laufbahn einnahm, bis zum heutigen Tage bewahrt worden. Unsere letzte persönliche Begegnung fand im August 2009 auf seinem Sommersitz Castel Gandolfo statt, wohin er seinen Schülerkreis seit seiner Berufung in das Petrusamt von 2005 bis 2012 jeden Sommer zu einem theologischen Symposion einlud. Zusammen mit meinem  Kollegen Horst Bürkle referierte ich dort über die bleibende Bedeutung der Mission der Kirche für die Gegenwart.

Wichtiger noch aber war für mich die ausgiebige Privataudienz, die er jedem von uns  Gastreferenten gewährte. Denn diese gab mir die Gelegenheit, mich mit ihm über die zu erstrebende „Christozentrisch-trinitarische Bekenntnis-Ökumene“ auszutauschen und ihm auch mein konfessionsverbindendes Leitmotiv „Evangelisch bleiben - katholisch werden“ zu unterbreiten.

Gerade das erstgenannte Anliegen war Benedikt XVI. keineswegs neu. Auch er selber sympathisierte mit diesem Gedanken, der für uns schon damals in unserm gemeinsamen bekenntnistheologischen Widerstand gegen die atheistische neomarxistische Ideologie existenziell wichtig geworden war und seither immer geblieben ist. Darum nahm Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. auch an der Arbeit der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften seit deren Gründung im Jahre 1978  lebendigen Anteil und sandte uns zu unsern Ökumenischen Bekenntnis-Kongressen Grußbotschaften. So schrieb Kardinal Ratzinger uns im Herbst 2004 nach Freudenstadt:

„Mit großer Freude habe ich vom 7. Europäischen Bekenntniskongress erfahren, auf dem Sie sich dem drängenden Thema ‚Der christliche Glaube und die Zukunft Europas‘ stellen.
Wir stehen in einer Epoche, die versucht ist, den christlichen Glauben an den Rand zu drängen, ja sogar die christlichen Wurzeln europäischen Glaubens verleugnen oder abschneiden wollen. Für uns gläubige Christen aber ist dies die historische Stunde, die eine neue Verbundenheit und Zusammenarbeit über die Grenzen der Konfessionen hinweg gebietet. Das gemeinsame Zeugnis zum Glauben an Gott den Schöpfer und an den Herrn Jesus Christus, der allein der Weg zum Heil und Frieden ist, wir so in neuer Weise herausgefordert.“ 


Mit dem Bewusstsein, in einer historischen Stunde zu leben, die ein Zusammengehen gläubiger Christen aller Konfessionen erfordert, lässt sich auch das Interesse von Ratzinger/Benedikt für Wladimir Solowjews „Kurze Erzählung von Antichrist“ erklären. Für ihn ist diese ein zentraler Text zur Deutung der endzeitlichen Züge unserer Gegenwart. In seinem Buch „Jesus von Nazareth“ Bd. I kommt er mehrmals auf dieses Werk zu sprechen.
 
Wie meine theologischen Freunde und Mitstreiter, bewundere ich  an Joseph Ratzinger seine universale theologische Bildung, sein klares Urteil, seinen Mut, dem trügerischen Zeitgeist zu widerstehen, und sein diakritisches Erkennen der akuten Gefahren, die er in der Gegenwart besonders in dem synkretistischen Relativismus erblickt. Denn dieser führt ja zur Gleichgültigkeit gegenüber der lebenswichtigen Wahrheit ebenso wie zur libertinistischen Auflösung der ethischen Normen. Vorkämpfer der Gender-Ideologie, wie z. B. prominente Sprecher der Grünen (Volker Beck), haben ihn deswegen als den Forschritt blockierend empfunden. Sie bedauern deswegen seinen Rücktritt nicht und hoffen nun auf einen „fortschrittlichen“ Nachfolger.

Mit der Verteidigung von Glaube und Lehre ist wesenhaft verbunden J. Ratzingers innige Frömmigkeit, die sowohl sein Gebetsleben wie auch seinen pneumatischen Zugang zur Heiligen Schrift  trägt. Sein dreibändiges Jesus-Buch hat auch auf pietistischer  Seite dankbare Aufnahme gefunden, sodass bibeltreue evangelische Christen Benedikt als einen der Ihren empfinden. In der Tat ließ gerade die Hochschätzung der Heiligen Schrift und der auf ihr basieren Vätertradition den Ratzinger-Papst geistliche Freundschaften über die Grenzen zwischen den Konfessionen schließen. Sie eröffnete ihm den Zugang zur liturgischen und mystischen Spiritualität der Orthodoxen Kirche wie auch – als einem großen Luther-Kenner –zum Wesen evangelischen  Glaubenslebens als Suche nach dem gnädigen Gott und Freude in Christus. Insofern gehört zu den Hauptverdiensten des achtjährigen Pontifikates  von Benedikt XVI. bei unbestechlichem Festhalten an dem Wahrheitsanspruch der Römisch-katholischen Kirche seine Förderung einer genuinen Ökumenischen Bewegung.
Bekennende evangelische Christen wie auch ihre katholischen Glaubensgeschwister und auch  Orthodoxe hoffen und beten dafür, dass die im März zum Konklave zusammentretenden Kardinäle unter Beistand des Heiligen Geistes einen Nachfolger für Benedikt XVI. erwählen werden, der sein Hirtenamt in gleicher Treue gegenüber Jesus Christus wahrnehmen wird, wie er es getan hat.Es könnte nämlich sein, dass dieser inneren und äußeren antichristlichen Bedrohungen von Glaube und Kirche ausgesetzt werden wird, angesichts derer der Kampf Benedikts XVI. ein Vorhutgefecht gewesen ist.

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Zum 100. Geburtstag des Gründers der Bekenntnisbewegung

Rudolf Bäumer (1912-1993)
Rudolf Bäumer (1912-1993)
R. Bäumer verliest die Düsseldorfer Erklärung 1966
R. Bäumer verliest die Düsseldorfer Erklärung 1966
P. R. Bäumer (ganz rechts; neben ihm Prof. W. Künneth, Prof. P. Beyerhaus und Pfr. W. Reuter) beim 3. Gemeindetag unter dem Wort am Himmelfahrtsfest 1977 in Dortmund.
P. R. Bäumer (ganz rechts; neben ihm Prof. W. Künneth, Prof. P. Beyerhaus und Pfr. W. Reuter) beim 3. Gemeindetag unter dem Wort am Himmelfahrtsfest 1977 in Dortmund.

16. November 2012

Am 17. November dieses Jahre 2012 haben bekennende Christen in Deutschland und über dessen Grenzen hinaus Anlass, sich dankbar an Pastor Rudolf Bäumer zu erinnern, den  Vorkämpfer im gegenwärtigen Glaubenskampf um die Gültigkeit der Heiligen Schrift und der evangelischen Bekenntnisschriften. Im kommenden Jahre 2013 werden es 20 Jahre her sein, dass er von Gott in die Ewigkeit abberufen wurde.

Rudolf Bäumer (1912 – 1993)1  kam aus der Gemeinde- und Jugendarbeit der westfälischen Kirche. Schon  als Vikar gehörte er als einer der „jungen Brüder“ zu den mutigsten Streitern im Kirchenkampf des Dritten Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er die Leitung des Evangelischen Mädchenwerkes seiner Landeskirche und trat gleichzeitig führend in die Arbeit des Blauen Kreuzes ein. Später leitete er den Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp und leistete dabei einen vorbildlichen Einsatz zur Eingliederung der ostdeutschen Heimatvertriebenen. Dafür wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Sein erneutes Eintreten für das unverfälschte Christusbekenntnis begann bereits im Jahre 1947, als er nach Marburg fuhr, um ein persönliches theologisches Gespräch mit Rudolf Bultmann über dessen „Entmythologisierungs-Programm" zu führen.
Das war typisch für die Art und Weise, in der er sich mit seinen theologischen Kontrahenten auseinandersetzte. Es führte zunächst ein Ringen um einzelne. Nur wenige wissen, dass er in dem von ihm ganz entscheidend angeführten Bekenntniskampf lange vor den Großkundgebungen Gespräche geführt hatte, die an das Gewissen appellierten. Er hielt sich an die Regel Jesu, dass ein Christ seinem Bruder unter vier Augen seine Sünde vorhalten solle, bevor er damit an die Öffentlichkeit geht. Das tat er nicht nur einmal in jenem historischen Gespräch mit R. Bultmann, sondern später auch mit Präsides, Bischöfen und Repräsentanten des Kirchentages.

1 Dieser Darstellung liegt ein Artikel zugrunde, der aus der Feder von Rolf Scheffbuch zu R. Bäumers 80. Geburtstag in DIAKRISIS 4-1992  (Dez.) – Jg. 13, S. 152f erschien.

 

Wenn die Gespräche trotz langen Ringens dann aber nicht zum Ziele führten, scheute er sich nicht, die große Gemeinde zusammenzurufen. Auch dabei ging es nicht nur um das Brandmarken von Irrtümern. Bei Rudolf Bäumer  war immer auch der andere Ton stark dabei: Es sollen Menschen das Evangelium Jesu hören und zum guten Herrn Jesus eingeladen werden.

Das notwendige  Ringen um die Gültigkeit der biblischen Heilsbotschaft von Jesus Christus ließ ihn in allen folgenden Jahrzehnten nie wieder los: Bäumer wurde 1966 zum entscheidenden Mitbegründer der Bekenntnisbewegung, die er bis 1987 leitete. Im März 1969 rief er gemeinsam mit Walter Künneth in Frankfurt den Theologischen Konvent ins Leben, im Jahre darauf zusammen mit Peter Beyerhaus auch die Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands. Im Jahre 1973 lud er  – gemeinsam mit seinem ihm eng verbundenen Freunde Paul Deitenbeck  (1912-2000) – zum ersten „Gemeindetag unter dem Wort" in Dortmund ein.
Als Rudolf Bäumer am 12. Oktober 1987  den stellvertretenden Vorsitz in der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ für die Jahre 1988-1992 an P. Sven Findeisen übergab, wählte ihn deren in Frankfurt/M. versammelte Bundesarbeitskreis einstimmig zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit.

Rudolf Bäumer verdankte seine geistliche Dynamik und Klarheit wesentlich der  Erweckungsbewegung innerhalb seiner westfälischen Landeskirche. Dieses lebendige Erbe des Pietismus mit dem Auftrag zur Verteidigung der biblischen Heilswahrheit zu verbinden ist bis zu seinem plötzlichen Tode (durch einen unglücklichen Sturz) am Karsamstag, dem 10. April 1993, sein innerstes Anliegen geblieben.

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Nestor des Schwäbischen Pietismus heimgerufen

Rolf Scheffbuch am 14.10.2012 in Korntal.Aufnahme (Detail): Bernhard Weichel, Stuttgart
Rolf Scheffbuch am 14.10.2012 in Korntal.
Aufnahme (Detail): Bernhard Weichel, Stuttgart

12. November 2012

Zum Tode von Prälat i. R. Rolf Scheffbuch (1931-2012)

In der Nacht zum 10. November d. J. starb ganz unerwartet und sanft der Württembergische Prälat i. R. Rolf Scheffbuch in seiner Wohnung in Korntal bei Stuttgart. Seine Angehörigen erblicken auch in der Weise seines Todes einen erneuten Erweis der Gnade Gottes. Jesus Christus, den er bis zuletzt in mannigfachen Aufträgen immer wieder fröhlich bezeugte, hat ihn ohne Ängste und Schmerzen in sein himmlisches Reich heimgeholt.

Rolf Scheffbuch wusste aus eigener schwerer Leidenserfahrung, welche Kraft und welcher Trost einem Christen geschenkt werden kann, wenn er auch in Grenzsituationen vertrauensvoll auf seinen Heiland aufblickt. Hat dieser doch sein Leben zu unserem Heil am Kreuz aufgeopfert und es in seiner Auferstehung wunderbar wieder empfangen, auch für die Seinen.

Das letzte schriftliche Zeugnis, das uns persönlich der Heimgegangene hinterlassen hat, war die Predigt, die er am Sonntag, dem 14. Oktober d. J. im Saal der Korntaler Brüdergemeinde über Jak. 5, 13-16 hielt unter dem Thema „Wenn mich aber die Krankheit packt!“. Er hat sie „in Fürbitte verbunden“ auch meiner schwer erkrankten Frau zugesandt und ihr in seiner seelsorgerlichen Widmung das Wort aus 2. Kor 4,8 zugerufen: „Uns ist bange, aber wir verzagen nicht!“.

Rolf Scheffbuch hat in den vier Jahrzehnten seines Dienstes in der Württembergischen Landeskirche zahlreiche haupt- und  ehrenamtliche Aufträge wahrgenommen: als Gemeindepfarrer, Leiter des Evangelischen Jugendwerkes in Stuttgart, Dekan in Schorndorf und zuletzt (1989-95) als Regionalbischof der Prälatur Ulm.  – In Nachfolge von Pfr. D. theol. Fritz Grünzweig war er von 1980-1999  Vorsitzender der Ludwig-Hofacker-Vereinigung. Diese vertrat er auch in der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, zu deren Begründern im Jahre 1970 er maßgeblich gehörte. Als Leiter der Ludwig-Hofacker-Vereinigung  war er verantwortlich für die alljährlichen landesweiten Hofacker-Konferenzen – heute „Christustag“ genannt – wie auch für mehrere in Stuttgart stattfindende „Gemeindetage unter dem Wort“. – Bis in sein letztes Lebensjahr blieb Rolf Scheffbuch ein gern eingeladener Gastprediger und Referent sowie geistlicher Begleiter biblischer Kreuzfahrten.
Sein zentrales Anliegen war es, dass das Evangelium von Jesus Christus als Herrn und Heiland den Menschen groß und lieb gemacht werde und das Leitmotiv in allen Aktivitäten von Kirche, Mission und Diakonie bleibe. Deswegen beteiligte er sich bei aller ökumenischen Weite an der theologischen Kritik der Bekennenden Gemeinschaften an dem seit 1968 veränderten Kurs des Weltkirchenrats.
Auch  wurde  er 1975 in eine Führungsposition in der Lausanner Bewegung für Weltevangelisation berufen. So erlangte er eine wichtige Bedeutung und hohes Ansehen weit über die Grenzen seines Vaterlandes hinaus. Lebendig erinnere ich mich an gemeinsame Reisen zu bedeutsamen  Zusammenkünften des Ökumenischen Rates sowie des Lausanner Komitees in Kenia, Kalifornien und Thailand.
Rolf Scheffbuch hat seine geistliche Beheimatung im Württembergischen Pietismus nie verleugnet und bekannte sich trotz mancher Kritik zur weltweiten evangelikalen Bewegung und arbeitete aktiv in ihr mit.
Das letzte große ihm gewidmete Fest war die Feier seines 80. Geburtstages am 25. Januar 2011 im großen Saal der Korntaler Brüdergemeinde. Zahlreiche Freunde, Mitarbeiter und einstige Gemeindeglieder hatten sich versammelt, um ihm Dank und Wertschätzung zu erweisen. Allerdings wurde es an diesem Abend aus seinem eigenen autobiographischen Vortrag auch deutlich, dass es trotz seinem Umgebensein von so vielen ihm  verbundenen Brüdern und Schwestern manchmal bis in die Gegenwart auch Situationen geben konnte, in denen er  sich eher einsam vorkam. Das war dann, wenn er sich mit bestimmten Überzeugungen sogar im eigenen Lager nicht immer im Konsens befand, so besonders im Blick auf das sich wandelnde Missionsverständnis. Ihm war es wichtig, „keine Wetterfahne“ zu sein, auch dann nicht, wenn führende Vertreter der evangelikalen bzw. pietistischen Gemeinschaften meinten, in bestimmten Fragen mit der Zeit gehen zu sollen. Rolf Scheffbuch  blieb wachsam  und richtete an seine Glaubengenossen und Mitstreiter die paulinische Warnung: „Lasset euch niemand das Ziel verrücken!“ (Kol 2,18).

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Vita von Prof. Dr. phil. Edith Düsing

Edith Düsing in Blankenburg 2006
Edith Düsing in Blankenburg 2006

21. Mai 2012

Biblischer Leitspruch als Lebensmotto:

Wir sollen und wollen etwas sein zum Lob seiner herrlichen Gnade (Epheser 1, 6).
Edith Düsing (geb. Kallert), geb. 11. September 1951 in Erlangen, Vater (Wilhelm) Naturwissenschaftler, Mutter (Brunhilde) medizinisch-technische Assistentin, wuchs in religiös indifferenter Atmosphäre auf. Sie war im Alter von 10 bis 12 Jahren der Überzeugung, allein durch Mathematik könne, wenn es überhaupt möglich sei, Gott gefunden werden, da diese als einzige Wissenschaft die ewigen Wahrheiten erforscht. Der Konfirmandenunterricht durch einen Pastor, der Thielicke-Schüler war und in philosophischer Klarheit Offenbarung als Selbsterschließung eines Ich an ein Du im Wort definierte und Hosea als Vorstufe der Inkarnation erklärte, da er die Hure ehelichen sollte, um Gottes schmerzlichen Liebesbund mit seinem Volk trotz dessen Treuebrüchen leibhaftig zu durchleiden, überzeugte die 13-14-jährige kleine Mathematikerin, die im Gymnasium als 12-Jährige den Namen „mathematisches Wunderkind“ verliehen bekam, von der hohen Evidenz biblischer Wahrheit. Viele Fragen, die zwischen ewiger Idee und geschichtlicher Person Jesu liegen, brachen in ihr auf, und sie las als Gymnasiastin zu gleicher Zeit Pascal, Kierkegaard, Max Bense und „Club Voltaire. Jahrbuch für kritische Aufklärung“, um zu erkunden, über welche Theorien und Argumente atheistische Freidenker verfügen, die sie aber recht öde und geistarm fand. Im Vergleich damit waren die Aidlingen Ferienbibelkurse, die sie erstmals als knapp 16-Jährige besuchte, ungemein geistreich und zum selbständigen Weiterdenken inspirierend.

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Schriftenverzeichnis

Bücher

  1. Die Problematik des Ichbegriffs in der Grundlegung der Bildungstheorie. Aspekte der Konstitution von personaler Identität bei Dilthey, Nietzsche und Hegel. Diss. Köln 1977. 240 S. (Photodruck)
  2. Edith Düsing /Horst Waldemar Beck: Menschenwürde und Emanzipation. Entfremdung und Konzepte ihrer Aufhebung. Kritischer Traktat.   Neuhausen-Stuttgart 1981, 127 S.
  3. Intersubjektivität und Selbstbewußtsein. Behavioristische, phänomenolo¬gische und idealistische Begründungstheorien bei Mead, Schütz, Fichte und Hegel. Köln 1986. 399 S. (J.Dinter-Verlag für Philosophie Köln)
  4. Nietzsches Denkweg. Theologie - Darwinismus - Nihilismus. – Wilhelm Fink Verlag, München 2006. 601 S,  2. Aufl. 2007
  5. Geist und Heiliger Geist. Philosophische und theologische Modelle von Paulus und Johannes bis Barth und Balthasar, hrsg. von Edith Düsing Werner Neuer und Hans-Dieter Klein, Würzburg August 2009, 383 S.


Aufsätze in Auswahl   

  1. Hegels spekulative Deutung der Christologie. In: Verabschiedung oder natur¬philosophische Weiterführung der Metaphysik? Hrsg. von R. Bäumer u.a., Frankfurt a.M. 1990, S. 371-386.
  2. Gewissen - eine typologische Problemskizze mit Bezug auf Augustin, Luther, Kant, Kierkegaard, Nietzsche und Freud. In: Im Ringen um die Wahrheit, Festschrift für Alma von Stockhausen zum 70. Geburtstag, hrsg. von R.Bäumer, Weilheim 1997, 83-110.
  3. ‘Bald wird es schnei’n, - weh dem, der keine Heimath hat’. Die geistliche Tragödie Friedrich Nietzsches. (Teil I) In: Diakrisis IV, 226-241. Ist Gott ‘tot’? - Nietzsche als selbsternannter Antichrist. (T 2) In: Diakrisis I/ 2001, 40-55.
  4. Die ‘Tod-Gottes’-Problematik bei Nietzsche und Hegel. - In: Perspektiven der Philosophie Bd 29 (Amsterdam – New York 2003), 229-282.
  5. „Christus oder Antichrist? Die Aktualität der Visionen von Friedrich   Nietzsche und Wladimir Solowjew. In: Diakrisis 2/2005, 81-98.
  6. Hiob als Urbild des leidenden Gottesknechts. – In: Diakrisis 2-2007, 20-29.
  7. Nietzsches antichristliches Paulusbild, in: COMMUNIO Heft 3, 2009, 41-57.
  8. Trinitarische Passiologie - H.U.v.Balthasars ‚Theologie der Drei Tage’ in: Das Geheimnis der Dreieinigkeit im Zeugnis der Kirche, hrsg. von P.Beyerhaus Augsburg 2009, 291-301

 

Interview   

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Selbstvorstellung von Pastor Ingmar Kurg, Tallinn

Ingmar Kurg
Ingmar Kurg

5. Mai 2012

„Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt.“ (Epheser 3,15)

Ingmar Kurg wurde am 13. April 1955 in Tallinn, Estland, geboren. Er besuchte die Schule von 1962–1973 in Mustvee und Rakvere.
Im Jahre 1977 wurde Ingmar Kurg zum geistlichen Dienst ordiniert und begann diesen in den Jahren 1977–1980 als Jugendpastor in Tallinn. Danach war er in den Jahren 1980 bis 1995 Leiter der baptistischen Gemeinden von Mäevalla und  Kehra sowie von 2002 bis 2005 Hauptpastor an der baptistischen Kalju-Kirche in Tallinn.

Seine theologische Ausbildung begann er in den Jahren 1980 bis 1983 mit einem Bibelkorrespondenzkurs in Moskau, fortgesetzt mit Studien am Theologischen Institut der Estnischen Evang.-Lutherischen Kirche. Von 1993 bis 1997 betrieb er Studien für den Magistergrad der Columbia International University, deutscher Zweig in Korntal bei Stuttgart. Von 2000 bis 2008 war er für Doktoralstudien an der Theologischen Fakultät der Universität Tartu, Estland, sowie an der Evang.-theol. Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen immatrikuliert. In Tartu wurde er im Jahre 2010 zum Dr. theol. promoviert mit einer Dissertation über „Perspektiven ökumenischer Evangelisation im europäischen Kontext“.
Seither ist er Dozent in Missionswissenschaft und Ökumenischer Theologie am Theologischen Institut der Estnischen Evangelischen Lutherischen Kirche und an anderen Theologischen Seminaren in Estland und Russland.
Ingmar Kurg ist Verfasser zahlreicher Bücher, Schriften und Aufsätze, die sich überwiegend mit den Themen Mission und Evangelisation, Religionstheologie und Ökumenik befassen.

Als Vorsitzender der Theologischen Kommission der Estnischen Evangelischen Allianz leitete er die Abfassung der Evangelisations-Erklärung der Evangelischen Allianz in Estland „Estnische Kirchen verkündigen gemeinsames Evangelium“ (deutsche Übersetzung in Diakrisis 5/2010). Ingmar Kurg war theologischer Berater bei der estnischen Version des Kompendiums des Katechismus der Katholischen Kirche, sowie der Erklärung der Theologischen Kommission des Rates der Estnischen Kirchen: „Ökumenische Verständnis der Taufe“. Seit 2010 arbeitet Ingmar Kurg in der Abteilung der Diakonie und Kirchliche Entwicklung des Konsistoriums der Estnischen Evangelischen Lutherischen Kirche.
Im Jahre 2007 begründete er in Estland den estnischen Zweig der Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul, zu deren Assistenzbischof er im Rahmen einer geistlich-theologischen Rüstzeit am Epiphaniasfest 2012 im fränkischen Untereschenbach geweiht wurde.

Dr. Ingmar Kurg ist verheiratet mit der Musikpädagogin Külvi Kurg und Vater von 5 Kindern. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Külvi betätigt er sich auch als Graphiker und Lektor von Publikationen der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, besonders der Theologischen Quartalszeitschrift DIAKRISIS.

Seine Adresse ist Siili 21-72, 13422 Tallinn, Estonia
Telephone: (372)5541232. E-Mail: öffnet ein Fenster um eine E-Mail zu sendeningmar.kurg(at)gmail.com

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