Mission – Diakonie

Missionsauto für die Evangelisation in Machakos, Südkenia.
Missionsauto für die Evangelisation in Machakos, Südkenia

„Dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker es hören; dann erst wird das Ende kommen“ (Matthäus 24, 14).

„Amen, ich sage euch: Was ihr  für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25, 14)

Die Mission ist die entscheidende Aufgabe der Kirche in der Zeit zwischen Jesu Auferstehung und Wiederkunft. Gerade heute stehen wir in einer neuen Epoche der Weltmission, an der sich auch die einheimischen Kirchen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas mit vielen Zehntausenden von Missionaren beteiligen. Auch in Ländern, in denen der christliche Glaube gewaltsam unterdrückt wird, bekehren sich heute zahlreiche Menschen ohne Scheu zu Christus.
Mit ihrer Evangeliumsverkündigung verbindet sich auch der Dienst christlicher Diakonie. Wer ausgewählte Informationen sowohl über Mission als auch diakonischen Einsatz weltweit sucht, findet sie in dieser Rubrik.



Benedikt XVI. meldet sich zu Wort - der Beweis für die Wahrheit des Christentums

27. Dezember 2014

Von Papst em. Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. ist zwar emeritiert und hält sich vollkommen zurück.

Doch nun hat er sich mit einer deutlichen Botschaft zu Wort gemeldet, in der es um die Frage der christlichen Mission geht. Anlass war die Entscheidung der Päpstlichen Universität Urbaniana, ihre Aula Magna im Zug einer Neugestaltung nach Benedikt XVI. zu benennen. Zur Wiedereröffnung am 21. Oktober 2014 trug Erzbischof Georg Gänswein die Botschaft Benedikts vor, die ohne Zweifel mehr ist als nur ein Grußwort.

Der emeritierte Papst warnte davor, die christliche Mission durch Dialog ersetzen zu wollen. Wer auf die Wahrheitsfrage verzichte, töte den Glauben. Gleichzeitig gebe es ein klares Kriterium für den Wahrheitsgehalt einer Religion, nämlich die Liebe. Wie sie von den Heiligen verwirklicht worden sei, stelle einen wirklichen Beweis für die Wahrheit des Christentums dar. Im Blick auf die derzeitige Entwicklung der islamischen Welt erhält die Botschaft mit ihren Maßstäben höchste Aktualität

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Weltevangelisation oder Gesellschaftstransformation?

29. März 2014

In der öffentlichen Diskussion der letzten Jahrzehnte ist mitunter der Eindruck entstanden, dass Mission der Vergangenheit angehöre und durch das interkulturelle Gespräch der Religionen ersetzt werden kann. Evangelikale und klassische reformatorische Missionstheologie haben demgegenüber an der Unverzichtbarkeit von Mission in heilsgeschichtlicher Perspektive und gemäß dem biblischen Zeugnis hingewiesen.

Die neuere missionale Richtung evangelikaler Missionstheologie legt den Akzent stark auf die Transformationsprozesse durch welche die Mission auf die Verwandlung der Gesellschaft in Richtung auf das Reich Gottes schon in dieser Welt ziele.
Demgegenüber meldete sich reformatorischer Widerspruch, namentlich in dem von dem Rolf Scheffbuch-Symposion in Gomaringen bei Tübingen ausgegangenen  «Tübinger Pfingstaufruf». Dessen Botschaft lautet: „Die Aussendung des Wortes Jesu Christi darf nicht durch soziale Transformationsprozesse überlagert werden!“

Die Differenz zum klassischen Missionsverständnis seit Beginn der neuzeitlichen evangelischen Missionsbewegung im 18. Jahrhundert ist  unverkennbar.
Um dies deutlich zu machen, veranstaltete im März 2014 Professor Dr. Harald Seubert an der Baseler „Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) im Fachbereich Religions- und Missionswissenschaft  eine  öffentliche Vorlesungsreihe, die  der Orientierung über die Grundlagen der Mission diente.

Am Mittwoch, dem 27. März sprach der Tübinger Missionswissenschaftler Prof.Dr. Peter Beyerhaus D.D. über das Thema:

„Die Position des Tübinger Pfingstaufrufs  im Licht des trinitarisch-heilsgeschichtlichen Missionsverständnisses“.

Die Einführung und Moderation der sehr angeregten Aussprache hatte Professor Seubert.

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Weltevangelisierung oder Weltveränderung?

Tübinger Pfingstaufruf zur Erneuerung des biblisch-heilsgeschichtlichen  Missionsverständnisses (Kurzfassung)

16. Mai 2013

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird,
und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
und bis an das Ende der Erde. (Apg. 1,8)

Am 1. und 2. März 2013 fand in Gomaringen bei Tübingen ein Symposion statt, das dem Gedächtnis des am 10. November 2012 heimgerufenen Prälaten und Förderers der Missionsbewegung Rolf Scheffbuch gewidmet war. Auf ihm wurde die folgende missionstheologische Erklärung beschlossen, in der wir uns nun zum Pfingstfest an alle Christen wenden, die  das Werk der Mission und Evangelisation auf ihren Herzen tragen.

Pfingsten steht seit Beginn der Kirchengeschichte im dem Zeichen der Weltevangelisierung. Der erhöhte Herr hat den Heiligen Geistes vom Vater empfangen und ihn nach seiner Verheißung seinen Jüngern gesandt (Lukas 24, 47-48; Apg 1,8), um sie auszurüsten für die Erfüllung seines großen Auftrags, das Evangelium zu allen Völkern der Erde hinauszutragen (Matth 28,18-20). Denn auch die Heiden sollten dadurch Anteil gewinnen an der Erlösung der Menschen von Sünde, Tod und der Macht des Teufels, die Christus  am Kreuz und in seiner  Auferstehung ein für alle Male vollbracht hat.

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Die  L a n g f a s s u n g  des Aufrufs (372 KB) finden Sie unter „undefinedDokumentationen

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Erfreuliche Aufbrüche im kommunistischen China

24. April 2013

Auf ihrer Titelseite hat die Nr. 14 der „Wirtschaftswoche“ (Osterwoche) betende Hände mit einer Art Rosenkranz, an dem ein Euro-Zeichen hängt. „Jetzt hilft nur noch beten“ lautet die Schlagzeile des Hauptbeitrags darunter. Auf den Innenseiten findet sich unter der Überschrift „Die unharmonische Gesellschaft“ auf Seite 30 ein Beitrag über China mit dem Hinweis, dass dort keine Religion schneller wächst als das Christentum. Dazu der Hinweis, dass viele Chinesen nach Jahren des materiellen Wohlstandes feststellen, dass ihnen etwas fehlt. Berichtet wird über 20- bis 50-Jährige, die sich in den Büros der Hochhäuser zum Bibelstudium treffen. Sie gehören zur neuen chinesischen Mittelschicht mit guter Schulbildung und etwas Luxus, keine Revolutionäre, sondern Familienväter und Mütter, die sich um ihr privates Wohlergehen sorgen. Ihr Vermögen wächst, aber sie spüren auch, dass auf dem Weg dahin etwas verloren geht. „Ohne Religion kennen die Menschen keine Grenzen!“, sagt die 50-jährige Liu. „Kriminalität und Korruption nehmen zu; das sieht man doch gerade an China.“ (Würden es doch nur auch die verblendeten Deutschen erkennen, ehe alles vollends kaputt geht!). Hochkonjunktur in der Bibeldruckerei in Nanjing. „Im Jenseits gelten andere Werte!“, so der Pastor. Dass es vielen Chinesen materiell besser geht, befriedigt nicht. Verheerende Umweltschäden sind auch ein hoher Preis. Gottes gute Schöpfung wurde korrupt und rücksichtslos geopfert. Seelen gehen kaputt, Ehen und Familien. Die moderne Welt hat ihren Preis. China wacht auf. Geschäftsleute und Studierende bringen aus den USA auch neue Gotteserfahrungen mit. Die Hauskirchen explodieren, Haftstrafen schrecken da nicht. Inzwischen merkt die Partei: „Wir brauchen die Christen. Sie stabilisieren das Land.“ (MK)

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Rolf Scheffbuch-Symposion befasste sich mit „Transformations-Theologie“

Rolf Scheffbuch (1931-2012)
Rolf Scheffbuch (1931-2012)
Transformation wird gern anhand des Bildes vom Schmetterling verdeutlicht, bei dem das Ei zur Raupe und dann zur Puppe und schließlich zum Falter wird. Das Bildbeispiel kommt aus Australien.
Transformation wird gern anhand des Bildes vom Schmetterling verdeutlicht, bei dem das Ei zur Raupe und dann zur Puppe und schließlich zum Falter wird. Das Bildbeispiel kommt aus Australien.
Der Eingang des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Gomaringen
Der Eingang des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Gomaringen

29. März 2013

Haben Evangelikale die missionstheologischen Positionen des Weltkirchenrats übernommen? Diese Frage haben Referenten eines „Rolf-Scheffbuch-Symposions“ bejaht, das vom 1. bis 2. März in Gomaringen bei Tübingen stattfand. Es war dem Gedenken an den im Oktober 2012 verstorbenen württembergischen Prälaten Rolf Scheffbuch gewidmet. Auch dessen Witwe Frau Sigrid Scheffbuch sowie der Sohn Pfr. Ulrich Scheffbuch sowie Mitarbeiter der Gomaringer Kirchengemeinde nahmen als Gäste an dem im Gemeindehaus tagenden Symposion teil.

Zu den Mitwirkenden gesellte sich auch der Chefredakteur des evangelikalen Nachrichtendienstes idea, Dr. h.c. Helmut Matthies. Er brachte eine umfangreiche Dokumentation von Texten Rolf Scheffbuchs mit, die in den letzten 15 Jahren in ideaSpektrum erschienen waren. Außerdem  berichtete er als Augen- und Ohrenzeuge über den hervorragenden bekenntnistheologischen Einsatz, den  Rolf Scheffbuch im engen Zusammenwirken mit zwei anderen Synodalen aus Württemberg, den Esslinger Dekan Kurt Hennig und die Stuttgarter Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Dorothee  Kimmich geleistet hatte. Ein bewegender Höhepunkt beim Rolf Scheffbuch-Symposion war es, als die Stimme des geehrten im O-Ton erklang in einem auf CD aufgenommenen autobiografischen Vortrag, den er anlässlich seines 80. Geburtstages am 25. Januar 2011 in Korntal gehalten hatte unter dem Thema: „Das war und ist mir wichtig“.

Am Nachmittag des 1. März ging es dann an die missionstheologische Arbeit. Die sogenannte „Transformations-Theologie“ (TT), die in evangelikalen Kreisen zunehmend Einfluss gewinnt, fördere, so hieß es schon im Einführungsreferat,  eine Überbetonung der sozialen Verantwortung aufkosten des klassischen Missionsmotivs der der Seelenrettung. Die Vertreter der TT konzentrieren sich, so wurde in Gomaringen festgestellt,  auf die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse und stehen in Gefahr, die Verkündigung des Evangeliums in der gottwidrigen Welt zu vernachlässigen.  Der Initiator des Symposions, der Missionswissenschaftler Prof. Dr. Peter Beyerhaus DD., berichtete von Klagen aus den Missionsländern in Afrika und Asien, dass die gegenwärtig neu ausgesandten Missionare ihre Hauptaufgabe darin sähen, technische und wirtschaftliche Projekte zugunsten der armen Bevölkerung zu fördern. Dies nehme ihre Zeit und Kraft so in Anspruch, dass sie zur Evangelisation heidnischer Stämme kaum noch kämen.

Die Positionen evangelikaler Transformationstheologen entsprechen weitgehend denen, die im Genfer  Weltkirchenrat seit der V. Vollversammlung in Uppsala 1968 vertreten werden. Dessen nächste Vollversammlung, die im Oktober 2013 in der südkoreanischen Stadt Busan zusammentritt, werde sich mit einer ökumenischen Missionserklärung befassen, wonach Gottes Geist Christen zur Konfrontation mit götzendienerischen Haltungen, ungerechten Systemen, politischer Beherrschung und Ausbeutung zwinge. Bei einer Begegnung zweier deutscher Missionstheologen mit dem Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit (Genf), habe dieser gesagt: „Das, was die Evangelikalen 1973 am Weltkirchenrat besonders scharf verurteilt haben, ist jetzt zu ihrem eigenen Missionsverständnis geworden.“

Das gut besuchte Rolf Scheffbuch-Symposion verabschiedete in Entsprechung zu der historischen „Frankfurter Erklärung zur Grundlagenkrise der Mission (1970) den Entwurf zu einem „Tübinger Aufruf zur Erneuerung eines biblisch-heilsgeschichtlichen Missionsverständnisses“. Die Referenten beim Rolf Scheffbuch-Symposion kritisierten das neuere evangelikale Missionsverständnis, weil es sich von den biblischen Grundlagen entferne. Maßgebliche Evangelikale verträten heute die Auffassung, dass es bei der Mission nicht in erster Linie um die Bekehrung einzelner Sünder gehe, sondern um die Aufrichtung der Herrschaft Gottes im Hier und Jetzt mit dem Ziel, die Gesellschaft zu verändern, erklärte der Missionsdozent am Theologischen Seminar St. Chrischona, Hans-Ulrich Reifler (Bettingen bei Basel). Es sei jedoch eine Illusion zu glauben, „dass wir die gegenwärtige Welt oder postmoderne Gesellschaftsstruktur durch die Missionsarbeit verändern und so das Reich Gottes aufrichten können“. Zudem enthielten die biblischen Missionsbefehle keinen Auftrag zur Heilung der Welt und der Völker. Dies schließe nicht aus, dass einzelne Christen und die Gemeinde Jesu Christi auch sozialethische Verantwortung zu übernehmen hätten.

Nach Ansicht des Rektors der Internationalen Hochschule Liebenzell, Prof. Dr. Volker Gäckle (Bad Liebenzell/Nordschwarzwald), dessen Referat in seiner Abwesenheit verlesen wurde, haben Jesus und die Apostel unter Reich Gottes die Erwartung eines zukünftigen Reiches und einer ewigen Zeit verstanden, die jetzt noch unsichtbar seien. Deshalb sei die Auffassung von Transformationstheologen falsch, das Reich Gottes werde durch veränderndes Handeln von Einzelnen und Gemeinden herbeigeführt.

Im Anschluss an die Tagung in Gomaringen wurde an dem dort erarbeiteten Dokument weitergearbeitet, im Kontakt auch mit anderen Missionstheologen, die nicht am Symposion hatten teilnehmen können. Dadurch erfuhr der Tübinger Aufruf  eine erhebliche Erweiterung und Vertiefung. Es trägt nun den Titel: „Weltevangelisierung oder  Weltveränderung?“
Die Autoren betrachten ihre Erklärung als einen Weckruf. Er richtet sich vornehmlich  an alle für Mission und Evangelisation Verantwortliche in den Kirchen und Missionswerken wie auch an Dozenten an theologischen Ausbildungsstätten.  Zugleich suchen sie, darüber mit den Vertretern der Transformations-Theologie ins Gespräch zu kommen.
(Eine hier erweiterte Vorlage dieses Berichtes erschien am 5. März 2013 im Nachrichtendienst der Evangelischen Allianz idea.)

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Finnische evangelisch-lutherische Missionsdiözese gegründet

29. März 2013

Helsinki, 19.3.2013 – selk – Am 16. März haben 22 evangelisch-lutherische Gemeinden, die zur Gemeinschaft der Finnischen Luther-Stiftung gehören, zusammen mit der selbstständigen, auf Vereinsbasis organisierten Aamos-Gemeinde aus Laitila, der St. Marien-Gemeinde aus Rauma und der Elia-Gemeinde aus Sodankylä, die Finnische evangelisch-lutherische Missionsdiözese gegründet. Nach der Festmesse unter Leitung von Bischof Matti Väisänen – die Predigt hielt Pastor Dr. Anssi Simojoki – haben die Vertreter der Gemeinden und ihre Pastoren zusammen das Gründungsdokument unterschrieben.  Bisher gehörten diese Gemeinden unter der bischöflichen Leitung von Matti Väisänen zu der „Missionsprovinz in Schweden und Finnland“. Bischof Väisänen geht in den Ruhestand, nachdem er den neuen, ebenfalls am Samstag gewählten Bischof, den bisherigen Propst Risto Soramies, voraussichtlich am 4. Mai in Helsinki konsekriert haben wird. Propst Soramies hat einen langen Werdegang als Missionar in Deutschland und Istanbul, als erster Pastor der dortigen Evangelisch-lutherischen Kirche, hinter sich, und wird nun der erste Bischof der neugegründeten Finnischen evangelisch-lutherischen Missionsdiözese.  Das Verhältnis zur Missionsprovinz in Schweden wird auch nach der Gründung der Finnischen Missionsdiözese eng bleiben. Diese wird aber eine selbstständige kirchliche Struktur in Finnland sein. Eine neue Kirche oder religiöse Gemeinschaft wurde also nicht gegründet. Die neue Missionsdiözese versteht sich als Kontinuum der Finnischen Lutherischen Kirche und deren geistlichem Leben. Sie hat aber eine eigene Kirchenordnung und eigene Verwaltung und gehört in keiner Weise zur Organisation der Finnischen evangelisch-lutherischen Volkskirche.  Bereits 2003 wurde in Göteborg (Schweden) die schwedische Missionsprovinz gegründet, die sich als nichtterritoriales Bistum innerhalb der Kirche von Schweden versteht, in dem diejenigen Pfarrer einen Platz finden, denen die schwedische Kirche wegen ihrer Ablehnung der Ordination von Frauen zum Amt der Kirche und der Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften seit 1993 die Ordination verweigert. An der Weihe des schwedischen Bischofs Roland Gustafsson durch Erzbischof  Walter Omwanza Obare (Kenia) nahm 2010 als Vertreter der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) Bischof i.R. Dr. Jobst Schöne, D.D., teil.

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Ein Bericht von selk_news

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Rolf Scheffbuch-Symposion befasste sich mit „Transformations-Theologie“

Der Initiator des Symposions, Prof. Dr. Peter Beyerhaus, mit Teilnehmern am zweiten Tag der Veranstaltung. (Photo: D. Killus)
Der Initiator des Symposions, Prof. Dr. Peter Beyerhaus, mit Teilnehmern am zweiten Tag der Veranstaltung. (Photo: D. Killus)
Frau Sigrid Scheffbuch mit Pfr. Ulrich Scheffbuch als Gäste am ersten Tag des Symposions. (Photo: D. Killus)
Frau Sigrid Scheffbuch mit Pfr. Ulrich Scheffbuch als Gäste am ersten Tag des Symposions. (Photo: D. Killus)
Gespräche in der Pause: ICN-Präsident P. Ulrich Rüß, Helmut Matthies, Dr. W. Neuer, Leiter der Theol. Kommission, und Ortspfarrer Pesch.  (Photo: D. Killus)
Gespräche in der Pause: ICN-Präsident P. Ulrich Rüß, Helmut Matthies, Dr. W. Neuer, Leiter der Theol. Kommission, und Ortspfarrer Pesch. (Photo: D. Killus)

21. März 2013

Haben Evangelikale die missionstheologischen Positionen des Weltkirchenrats übernommen? Diese Frage haben Referenten eines „Rolf Scheffbuch-Symposions“ bejaht, das vom 1. bis 2. März in Gomaringen bei Tübingen stattfand. Es war dem Gedenken an den im Oktober 2012 verstorbenen württembergischen Prälaten Rolf Scheffbuch gewidmet. Auch dessen Witwe Frau Sigrid Scheffbuch und der Sohn Pfr. Ulrich Scheffbuch sowie Mitarbeiter der Gomaringer Kirchengemeinde nahmen als Gäste an dem im Gemeindehaus tagenden Symposion teil.

Zu den Mitwirkenden gesellte sich auch der Chefredakteur des evangelikalen Nachrichtendienstes idea, Helmut Matthies. Er brachte eine umfangreiche Dokumentation von Texten Rolf Scheffbuchs mit, die in den letzten 15 Jahren in ideaSpektrum erschienen waren. Außerdem  berichtete er als Augen- und Ohrenzeuge über den hervorragenden bekenntnistheologischen Einsatz, den  Rolf Scheffbuch im engen Zusammenwirken mit zwei anderen Synodalen aus Württemberg, den Esslinger Dekan Kurt Hennig und die Stuttgarter Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Erika Kimmich geleistet hatte. Ein bewegender Höhepunkt beim Rolf Scheffbuch-Symposion war es, als die Stimme des Geehrten im Original-Ton erklang in einem auf CD aufgenommenen autobiografischen Vortrag, den er anlässlich seines 80. Geburtstages am 25. Januar 2011 in Korntal gehalten hatte – unter dem Thema: „Das war und ist mir wichtig“.

Am Nachmittag des 1. März ging es dann an die missionstheologische Arbeit. Die sogenannte „Transformations-Theologie“ (TT), die in evangelikalen Kreisen zunehmend Einfluss gewinnt, fördere, so hieß es schon im Einführungsreferat,  eine Überbetonung der sozialen Verantwortung aufkosten des klassischen Missionsmotivs der der Seelenrettung. Die Vertreter der TT konzentrieren sich, so wurde in Gomaringen festgestellt,  auf die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse und stehen in Gefahr, die Verkündigung des Evangeliums in der gottwidrigen Welt zu vernachlässigen. Der Initiator des Symposions, der Missionswissenschaftler Prof. Dr. Peter Beyerhaus DD., berichtete von Klagen aus den Missionsländern in Afrika und Asien, dass die gegenwärtig neu ausgesandten Missionare ihre Hauptaufgabe darin sähen, technische und wirtschaftliche Projekte zugunsten der armen Bevölkerung zu fördern. Dies nehme ihre Zeit und Kraft so in Anspruch, dass sie zur Evangelisation heidnischer Stämme kaum noch kämen.

Die Positionen evangelikaler Transformationstheologen entsprechen weitgehend denen, die im Genfer  Weltkirchenrat seit der V. Vollversammlung in Uppsala 1968 vertreten werden. Dessen nächste Vollversammlung, die im Oktober 2013 in der südkoreanischen Stadt Busan zusammentritt, werde sich mit einer ökumenischen Missionserklärung befassen, wonach Gottes Geist Christen zur Konfrontation mit götzendienerischen Haltungen, ungerechten Systemen, politischer Beherrschung und Ausbeutung zwinge. Bei einer Begegnung zweier deutscher Missionstheologen mit dem Generalsekretär des Weltkirchenrats, Olav Fykse Tveit (Genf), habe dieser gesagt: „Das, was die Evangelikalen 1973 am Weltkirchenrat besonders scharf verurteilt haben, ist jetzt zu ihrem eigenen Missionsverständnis geworden.“

Das gut besuchte Rolf Scheffbuch-Symposion verabschiedete in Entsprechung zu der historischen „Frankfurter Erklärung zur Grundlagenkrise der Mission (1970) den Entwurf zu einem „Tübinger Aufruf zur Erneuerung eines biblisch-heilsgeschichtlichen Missionsverständnisses“. Die Referenten beim Rolf Scheffbuch-Symposion kritisierten das neuere evangelikale Missionsverständnis, weil es sich von den biblischen Grundlagen entferne. Maßgebliche Evangelikale verträten heute die Auffassung, dass es bei der Mission nicht in erster Linie um die Bekehrung einzelner Sünder gehe, sondern um die Aufrichtung der Herrschaft Gottes im Hier und Jetzt mit dem Ziel, die Gesellschaft zu verändern, erklärte der Missionsdozent am Theologischen Seminar St. Chrischona, Hans-Ulrich Reifler (Bettingen bei Basel). Es sei jedoch eine Illusion zu glauben, „dass wir die gegenwärtige Welt oder postmoderne Gesellschaftsstruktur durch die Missionsarbeit verändern und so das Reich Gottes aufrichten können“. Zudem enthielten die biblischen Missionsbefehle keinen Auftrag zur Heilung der Welt und der Völker. Dies schließe nicht aus, dass einzelne Christen und die Gemeinde Jesu Christi auch sozialethische Verantwortung zu übernehmen hätten.

Nach Ansicht des Rektors der Internationalen Hochschule Liebenzell, Prof. Dr. Volker Gäckle (Bad Liebenzell/Nordschwarzwald), dessen Referat in seiner Abwesenheit verlesen wurde, haben Jesus und die Apostel unter Reich Gottes die Erwartung eines zukünftigen Reiches und einer ewigen Zeit verstanden, die jetzt noch unsichtbar seien. Deshalb sei die Auffassung von Transformationstheologen falsch, das Reich Gottes werde durch veränderndes Handeln von Einzelnen und Gemeinden herbeigeführt.

Im Anschluss an die Tagung in Gomaringen wurde an dem dort erarbeiteten Dokument weitergearbeitet, im Kontakt auch mit anderen Missionstheologen, die nicht am Symposion hatten teilnehmen können. Dadurch erfuhr der Tübinger Aufruf  eine erhebliche Erweiterung und Vertiefung. Es trägt nun den Titel: „Weltevangelisierung oder  Weltveränderung?“
Die Autoren betrachten ihre Erklärung als einen Weckruf. Er richtet sich vornehmlich an alle für Mission und Evangelisation Verantwortliche in den Kirchen und Missionswerken wie auch an Dozenten an theologischen Ausbildungsstätten.  Zugleich suchen sie, darüber mit den Vertretern der Transformations-Theologie ins Gespräch zu kommen.
(Eine hier erweiterte Vorlage dieses Berichtes erschien am 5. März 2013 im Nachrichtendienst der Evangelischen Allianz idea.)

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IRAN: (20.06.2010) Zu wenige Neue Testamente für alle Neubekehrten

5. Juni 2012

IRAN: (20.06.2010) Zu wenige Neue Testamente für alle Neubekehrten
Der iranische Evangelist Lazarus Yeghnazar von „222 Ministries“ sagt, sein Land erlebe zurzeit ein nie dagewesenes geistliches Erwachen. Trotz Verfolgung wachsen die Gemeinden so schnell, dass sie Mühe haben, all die Neubekehrten gut zu betreuen. Durch Fernsehsendungen und über das Internet erreicht „222 Ministries“ Millionen von Menschen. Zurzeit kommen Monat für
Monat über 3'000 Iraner zum Glauben an Jesus Christus – trotz des scharfen Vorgehens der iranischen Regierung gegen das Satellitenfernsehen, so wurden z. B. in Teheran und anderen Städten von staatlicher Seite Satellitenschüsseln zerschlagen.
Die persische Webseite des Evangeliums-Dienstes „222 Ministries“ wird monatlich von fast 200'000 Einzelpersonen besucht. Viele von ihnen haben erst vor Kurzem ihr Leben Jesus Christus übergeben und suchen jetzt nach Anleitung in der Nachfolge.

Yeghnazars Ehefrau Maggie macht spezielle evangelistische Sendungen für iranische Frauen. „Der Bedarf ist riesig.“ Laut Maggie wenden sich Frauen Jesus Christus schneller zu, weil sie in der Regel zu Hause bleiben (und deshalb mehr Zeit und Freiheit zum Fernsehen oder für die private Nutzung des Internets haben). Yeghnazar und seine Frau waren 1988 aus dem Iran geflohen und arbeiten nun von Großbritannien aus. Durch ihre persischen Programme finden nicht nur Iraner zum Glauben an Christus, auch die Untergrund-Hauskirchenbewegung profitiert davon. „Ein Gemeindeleiter sagte mir, seine Gemeinde habe aufgehört, über Jesus zu reden – jeder, mit dem sie über Jesus sprachen, habe sich bekehrt und sie hätten nicht genügend Neue Testamente für all die Neubekehrten. Jüngerschaftstraining ist dringend notwendig!“

Der Iran steht vor immensen Herausforderungen. Ein extrem hoher Bevölkerungsanteil ist drogenabhängig; mindestens jeder Vierte leidet unter Depressionen. Im Iran leben 71 Millionen Menschen; davon sind mindestens 60 Prozent unter 26 Jahre alt, unter ihnen viele Universitätsstudenten.
Besonders in dieser Bevölkerungsschicht nehmen die Unruhe und die Opposition gegen Ahmadinedschads Zwangsherrschaft immer mehr zu. Die Polizei geht meist brutal vor – besonders gegen Christen, die sich in kleinen Gruppen von weniger als 20 Personen zum Gottesdienst versammeln. „Die Gläubigen im Iran beten nicht um Verfolgung,“ so Yeghnazar, „aber sie wissen, dass Verfolgung zum Gemeindewachstum beiträgt.“

Quelle: Lazarus Yeghnazar, Lee Grady

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Mission im Wandel der Zeit - Dr. Dieter Kuhl, Essen

Dr. Dieter Kuhl
Dr. Dieter Kuhl

5. Juni 2012

Mission im Wandel der Zeit  -  Dr. Dieter Kuhl, Essen
Als ich Anfang der 50-er Jahre im Kindergottesdienst war, gab es bei uns einen kleinen Kasten mit einem afrikanischen Jungen obendrauf. Wenn wir 10 Pfennige einwarfen, nickte diese Figur. Die gängige Bezeichnung für diese Figur („nickender Mohr“) gilt heute als Ausdruck kolonialistischen Rassismus’. Etwa in dieser Zeit zeigte mein Vater, der Anfang der 30-er Jahre Missionsarzt der Bethel-Mission in Tansania gewesen war, uns Dias über seine Arbeit und erzählte uns vom täglichen Leben dort. Tansania (damals Tanganjika) war noch britisches Kolonialgebiet. Die Männer trugen Tropenhelme. Die Post nach Europa war mehrere Wochen unterwegs. Die medizinische Arbeit erfolgte ohne Sulfonamide und Antibiotika, da sie damals noch nicht entdeckt waren.
Inzwischen bin ich selbst 40 Jahre im WEC und habe im Laufe meiner Arbeit über 70 Länder besucht und dort Missionsarbeit vor Ort gesehen. Ja, ohne Frage, es hat sich viel verändert, nicht nur die äußeren Umstände, sondern auch das Selbstverständnis des Missionars und die Art und Weise seiner Arbeit, die Strategie und die Methoden. Einige Beispiele und Erlebnisse mögen das illustrieren.

Mission im Gegenwind
Es gab Zeiten, in denen Missionare etwas Besonderes waren. Ihre Vorträge waren gut besucht. Viele blickten zu ihnen auf und sahen in ihnen fast etwas wie geistliche Helden. Heute ist das anders. Das ist gut so – einerseits. Es ist gut für den Missionar selbst, aber nicht unbedingt für seine Arbeit. Missionsabende sind oft schwer zu planen und meist wenig besucht. Es gibt weniger Menschen, die für Mission beten und auch weniger, die bereit sind, sie finanziell zu unterstützen. Die Zahl der jungen Menschen, die sich in der westlichen Welt langzeitlich in die Mission rufen lassen, nimmt ab. Viele Kirchen und Gemeinden sehen in der Missionsarbeit außerhalb Deutschlands keine Priorität mehr; manche lehnen Mission grundsätzlich ab. Der Atheismus tritt in der Gesellschaft erheblich stärker auf. Bei einem Klassentreffen fauchte mich ein ehemaliger Mitschüler an: „Wie kannst du es wagen, anderen Menschen deine Religion zu bringen!“ Er selber war Religionslehrer. Auch in den Medien wurden Missionare schon scharf angegriffen und mit islamischen Fundamentalisten gleichgesetzt.

Fachkräfte gefragt
In vielen Ländern Afrikas sind große, selbständige Kirchen entstanden. Die Evangelisation ihres eigenen vom Evangelium unerreichten Umfeldes können diese Kirchen und Gemeinden in der Regel wesentlich besser durchführen als westliche oder auch asiatische Missionare. Diese werden oft nur noch für besondere Aufgaben gebraucht, vor allem um einheimische Mitarbeiter zu schulen. Hierzu gehören zum Beispiel gut ausgebildete Theologen, Finanzfachleute; IT-Experten; Landwirtschaftsexperten, Fachleute, die helfen, eine einheimische Missionsgesellschaft aufzubauen oder „Zeltmacher“-Missionare auszubilden; Bibelübersetzer, Medienexperten, Fachleute für AIDS-Arbeit, Fachleute, die afrikanischen Gemeinden helfen, sich auf die zunehmende Islamisierung ihrer Länder einzustellen und dieser neuen Herausforderung geistlich gerecht zu werden.

Weiterhin zentral: persönliche Beziehungen 
In vielen Ländern besonders der islamischen Welt aber ist die Arbeit gar nicht so anders geworden. Unter veränderten Lebensbedingungen geht es immer noch darum, persönliche Beziehungen zu Menschen aufzubauen, um ihnen in Liebe und durch Wort und Tat die gute Botschaft nahezubringen und zu erklären. Dazu muss man ein Bleiberecht in diesen Ländern haben und eine Identität, die echt und für die einheimische Bevölkerung verständlich ist. Das gilt vor allem für islamische Länder, in denen sich kaum einheimische Christen und Gemeinden finden. Auch das gibt es noch. In Oman sind weniger als 20 einheimische Christen bekannt!

Technische Veränderungen
Natürlich haben sich überall Methoden und technische Möglichkeiten verändert. Während unserer 14 Jahre in Indonesien hatten wir kein Telefon. 1973 teilten wir unseren Eltern die Geburt unserer Tochter mit zehn Worten in einem Telegramm mit. Heute unterhalten meine Frau Renate und ich uns fast täglich mit dieser Tochter, ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Kalifornien über Skype und sehen uns dabei gegenseitig mit Hilfe von Kameras (WebCam).
Internet und moderne Mobiltelefone haben neue Möglichkeiten erschlossen, Menschen, die vorher fast unerreichbar waren, mit dem Evangelium zu erreichen. Kurze Videos aus dem „Jesusfilm“ können über Mobiltelefone verschickt werden. In der arabischen Welt gibt es Hunderte von TV-Kanälen, einschließlich etlicher christlicher Sender, die von vielen Muslimen gesehen werden.

Verlagerungen
Inzwischen stellen Christen und Gemeinden in Asien, Afrika und Lateinamerika etwa 65-70 % der weltweiten Christenheit dar, ein Prozentsatz, der weiter wächst, weil Gemeinden dort stark zunehmen. Die Situation in Europa mit seinen kleiner werdenden, überalterten Gemeinden, die immer mehr in die private Ecke abgedrängt werden, ist eine Sondersituation in der weltweiten Christenheit. Das hat natürlich Auswirkungen für die Mission. Die Zahl der Missionare aus der nicht-westlichen Welt erhöht sich ständig. In manchen Missionsteams des WEC sind 70 bis 80 Prozent der Mitarbeiter Asiaten, vor allem Koreaner. Missionsteams werden immer häufiger nicht mehr von Europäern oder Amerikanern geleitet. All das hat die Missionsarbeit bereichert, wenn auch manches komplexer geworden ist.
Die Missionsaufgabe der deutschen Gemeinden wird in zunehmendem Maße die wachsende Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund sein, und hier vor allem die etwa viereinhalb Millionen Muslime. Es ist wichtig, dass Missionsgesellschaften, die gewohnt waren, Missionare ins Ausland zu senden, umlernen und sich auch darauf konzentrieren, der Missionsarbeit vor der eigenen Haustür in Zusammenarbeit mit den einheimischen und internationalen Gemeinden gerecht zu werden. Hier gibt es viele Möglichkeiten, neue Gemeinden zu gründen und Gruppen der Gesellschaft zu erreichen, die sonst niemand mit der guten Botschaft erreicht. Die Arbeit wird uns bis zur Wiederkunft Jesu nicht ausgehen.

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