Glaubenskampf

Statue des ein Flammenschwert in der Hand haltenden Propheten Elia auf dem „Horn des Karmel“ (arab. Muhraka), errichtet im Gedenken an die von ihm geführte Entscheidungsschlacht in Israels Glaubenskampf im 9. Jh. v. Chr. (1. Könige 18,17-40).
Statue des ein Flammenschwert in der Hand haltenden Propheten Elia auf dem „Horn des Karmel“ (arab. Muhraka)

„Kämpft für den überlieferten Glauben, der den Heiligen ein für allemal anvertraut ist.“ (Judas 3)

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens!“ (1. Timotheus 6, 12a)

Bekennende Christen aller Kirchen und Konfessionen wissen sich gegenwärtig hineingestellt  in ein weltweites Ringen um die Gültigkeit der biblisch offenbarten göttlichen Wahrheit. Bei ihm geht es darum, die ins Wanken geratenen Grundlagen des Glaubens und der Ethik wiederzugewinnen. Das Leitwort der Bekennenden Gemeinschaften lautet deshalb:
Pro fide defendenda  („Für die Verteidigung des Glaubens“).

„Das Signet wurde bei der im Jahre 1978 in London erfolgten Bildung des International Christian Network (deutsch „Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften“) gewählt und hat seither bis zum Jahre 2010 allen Veröffentlichungen der Bekennenden Gemeinschaften und ihres Theologischen Konvents als geistliches Markenzeichen gedient. Dabei bildet das Zentrum die aufgeschlagene Heilige Schrift mit dem Schwert des Geistes (Eph 6,6.17; Hebr. 4,12) und den auf Christus, den Ersten und Letzten verweisenden Buchstaben A und O (Alpha und Omega – Offb 1,8).

Eingebettet ist die Bibel in die von den Längen- und Breitengraden überzogene Weltkugel. Sie verweist auf den globalen bzw. ökumenischen Auftrag bekennender Christen und Kirchen aller Konfessionen. Der BPP teilt mit der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften das Hoffnungsziel einer wachsenden geistlichen Einheit im Sinne einer Christozentrisch-trinitarischen Bekenntnis-Ökumene. Darüber hinaus fühlt er sich auf der Basis seiner intern eingeführten bischöflichen Amtsstruktur besonders mit den Konfessionskirchen verbunden, welche diese auch tragen. Darum hoffen, beten und arbeiten sie dafür, dass die mit diesen geführten Glaubensgespräche unter Leitung des Heiligen Geistes früher oder später zu einer vollen sakramentalen Gemeinschaft im Sinne der Una Sancta Ecclesia, d.h. der im Nicänischen Credo bekannten einen, heiligen katholischen und apostolischen Kirche führen werden.“



NEUERSCHEINUNG

10. Dezember 2015

Mit großer Freude können wir Ihnen mitteilen, daß die lang erwartete Dokumentation über den Zweiten Kirchenkampf jetzt da ist: ein Buch von 736 Seiten, davon 40 S. Bildteil und mit ausführlichem Anhang. Erschienen beim VTR in Nürnberg. ISBN 3-95776-042-5. Preis: 39,80 €.

Über das Buch informiert die Umschlagseite:

Der seit den Tagen der Apostel Jesu Christi von Generation zu Generation weitervermittelte christliche Glaube ist durch die Mission der Kirche in aller Welt verbreitet worden und hat die abendländische Kultur grundlegend geprägt.

Heute wird er jedoch von vielen Seiten her tiefgehend in Frage gestellt. Seit Beginn der 1960er Jahre gibt es auch innerhalb der verfassten Kirchen einen Streit um die Gültigkeit seiner Fundamente und ihre Bedeutung.

Seit Beginn der 1960er Jahre gibt es auch innerhalb der verfassten Kirchen einen Streit um die Gültigkeit seiner Fundamente und ihre Bedeutung.


Auf dem Buchumschlag: Die erste Kundgebung der Bekenntnisbewegung am 6. März 1966 in der Dortmunder Westfalenhalle (Am Pult: P. Paul Deitenbeck).

In seiner Radikalität und Schärfe erinnert er an den Kirchen- und Glaubenskampf im „Dritten Reich“, der zur Herausbildung der „Bekennenden Kirche“ führte, die treu zur Bibel und den sie auslegenden Be-kenntnissen halten wollte.

Ähnlich wie damals formierten sich nunmehr in den einzelnen Landeskirchen bibel- und bekenntnistreue Gruppen, die sich im Oktober 1970 zur „Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands“ zusammenschlossen. Ihr Ziel war es, gemeinsam durch Veröffentlichungen und Kundgebungen die Wahrheit der Heiligen Schrift zu bezeugen und der modernistichen Irreführung der Gemeinden entgegenzutreten.

In dem vorliegenden Buch wird erstmalig die Geschichte dieses Zweiten Bekenntniskampfes mit den handelnden Personen und den wichtigsten Ereignissen zusammenhängend dargestellt. Mit seiner Abfassung wurde der Tübinger Professor für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie Peter Beyerhaus beauftragt.  


Mit der Abfassung des Buches betraut: Prof. Dr. Peter P. J. Beyerhaus

Denn er war seit Beginn des Zweiten Bekenntniskampfes in diesem leitend engagiert und hat ihm aus seiner biblisch-heilsgeschichtlichen Schau heraus Richtung gegeben. In dem von ihm in Gomaringen gegründeten Institut Diakrisis hat er alle entscheidenden Dokumente archivarisch gesammelt und mit Hilfe seiner Mitarbeiter aus den schriftlichen Quellen und seiner Erinnerung für eine authentische Gesamtdarstellung geschöpft. Ziel dieses Buches ist es, durch die hier gegebenen Einblicke Leithilfen für einen verantwortungsbewussten Weg auch für die Zukunft zu geben.

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Neues Institut in Gomaringen-Stockach eröffnet

Die Räumlichkeiten des Instituts vom Garten aus gesehen, mit dazugehöriger Terrasse.
Die Räumlichkeiten des Instituts vom Garten aus gesehen, mit dazugehöriger Terrasse.
Das Institut befindet sich in dem schmucken Ort Gomaringen-Stockach, ganz in der Nähe der evangelischen Kirche.
Das Institut befindet sich in dem schmucken Ort Gomaringen-Stockach, ganz in der Nähe der evangelischen Kirche.
Der Institutsdirektor bei der Durchsicht einer zu veröffentlichen Erklärung.
Der Institutsdirektor bei der Durchsicht einer zu veröffentlichen Erklärung.
Der Altar der Instituts-Kapelle in der Weihnachtszeit.
Der Altar der Instituts-Kapelle in der Weihnachtszeit.
Vor dem das Institut beherbergenden Gebäude: Besuch von zwei Geistlichen der Evang. Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien.
Vor dem das Institut beherbergenden Gebäude: Besuch von zwei Geistlichen der Evang. Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien.

8. Juli 2015

Über viele Jahre hinweg hat das Institut Diakrisis – besonders durch seine Publikationen – die Operationsbasis für die Arbeit der Bekennenden Gemeinschaften in ihrem Wächterdienst gebildet, im deutschsprachigen Raum und weit über dessen Grenzen hinaus.

Seine vielseitige Aufgabe bestand darin, literarisch, in zahlreichen Kontaktnahmen und durch seine Internet-Präsenz biblisch-theologische Grundlagenklärung zu betreiben und für den Bekenntniskampf nutzbar zu machen. Auch stellte es Informationen zu geistlicher, theologischer und kirchlicher Orientierung zur Verfügung.

So konnte es den Gemeinden sowie kirchlichen und gesellschaftlichen Führungskräften Hilfestellungen zuleiten, die es so von anderer Seite nicht gab.
Auch vermittelte es bekennenden Christen geeignete Zurüstung für ihr aktuelles Zeugnis.

Die bisherige Benennung: „Institut Diakrisis“, (griechisch διάκρισις = Unterscheidung, vgl. 1Kor 12,10), brachte seinen geistlichen Auftrag zum Ausdruck.
Es wollte der Gemeinde Jesu Christi dazu helfen, angesichts einer Fülle heutiger Geistesströmungen in Kirche und Welt zu unterscheiden zwischen dem, was Gottes Geist wirkt und dem, was bloß menschlichem Sinnen oder gar widergöttlichem Geist entspringt.

Das Markenzeichen seiner Arbeit wurde dabei das alle Publikationen und den Mediendienst kennzeichnende Emblem (siehe oben).
Seine grafischen Elemente bilden eine aufgeschlagene Bibel mit einem Kreuz und zugleich Schwert in der Mitte und den Buchstaben Alpha und Omega. Die Bibel ist in einer Weltkugel mit Längen- und Breitengraden und deren Knotenpunkten platziert. Darunter stehen die lateinischen Worte:

PRO FIDE DEFENDENDA („Für die Verteidigung des Glaubens“).

Seinen Sitz fand das Institut in einem 1 ½-Zimmer-Appartement in Gomaringen-Stockach bei Tübingen. Es war bis 2009 zugleich auch die Geschäftsstelle der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG.)

Der Umzug der Sekretärin des Instituts, Frau Brigitte Guntermann, führte zu einer Verlagerung der Geschäftstelle der IKBG in den mecklenburgischen Ort Teterow.

Die bisherige Arbeit des Instituts Diakrisis wurde fortgesetzt durch den Ankauf der Räumlichkeiten des Instituts durch dessen Direktor Prof. Dr. Peter Beyerhaus.

Die Räume beherbergen weiterhin eine Forschungsstätte durch das Archiv der IKBG, eine Bibliothek sowie einen großen Teil des Zeitschriftenbestandes zu zahlreichen aktuellen Themen.

Ihr Herzstück ist eine dem Gottesdienst und der Fürbitte dienende Kapelle.

Dem Institut für Bekenntnisökumene in Gomaringen verbleibt die dreifache Aufgabe,

erstens Forschungsstätte zu sein,
zweitens der Grundlagenklärung zu dienen und
drittens Archiv-Bestände bereit zu halten.

Das Institut lädt dazu ein, hier die Geschichte des Zweiten Bekenntniskampfes aus den Originaldokumenten zu erforschen und Hilfestellung für seine Fortsetzung zu finden.
Aufgrund der genannten Veränderungen erhielt das bisherige Institut Diakrisis nunmehr den neuen Namen

„Institut für Bekenntnisökumene“
(abgekürzt: IBÖ).

In ihm spiegelt sich Ziel der IKBG wider, dass beim VII. Europäischen Bekenntnis-Kongress in Freudenstadt 2004 aufgestellt worden ist: … zu wirken für den Aufbau einer weltweiten, „Christozentrischen Bekenntnis-Ökumene“. Diese will die drei Hauptkonfessionen –die Katholische, die Evangelische und die Orthodoxe – auf dem ihnen gemeinsamen biblischen Fundament verbinden, und das unter der Voraussetzung der Diakrisis, (griech. dιάκρισις τvν πνeuμάτων), d.h. einer sorgfältigen Unterscheidung der Geister (vgl. 1Joh  4,1).

Die erste Veröffentlichung des Instituts für Bekenntnisökumene war die Bekräftigung der Barmer Thesen von 1984.

Die zweite Publikation ist der Aufruf von Christen aus den drei Hauptkonfessionen:„WIDERSTEHT DER GENDERIDEOLOGIE!“

Das IBÖ ist dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Einzahlungen für die Arbeit des Instituts können gemacht werden auf das Konto von Prof. Dr. Peter Beyerhaus bei der Kreissparkasse Tübingen:

IBAN-Nr.  DE 12641500200000 553021, Verwendungszweck: Sonderkonto Internationale Bekenntnisökumene.

Unterstützt auch durch Ihren freundlichen Beitrag können wir unseren weltweiten, bekenntnis-ökumenischen Dienst weiterführen, zur Ehre des Dreieinigen Gottes.

undefinedDownload/lesen: Vorstellung des Instituts für Bekenntnisökumene“ (142 KB)

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Der Ratsvorsitzende der EKD Bedford-Strohm unterstützt Öffnung der Ehe für homosexuelle Partnerschaften

8. Juni 2015

(MEDRUM:) Im SPIEGEL bezieht Heinrich Bedford-Strohm Stellung in der neu entfachten Gleichstellungsdebatte. Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland sind das Geschlecht und die sexuelle Präferenz von Lebenspartnern mit Blick auf die Ehe offenbar gleichgültig.



Geschlecht und Sexuelle Präferenz einerlei

Von Bedford-Strohm erhalten die Kritiker einer sogenannten Öffnung der Ehe für homosexuelle Partnerschaften keine Unterstützung. Der Ratsvorsitzende meint sogar, dass mit einer Gleichstellung keine Abwertung, sondern eine Aufwertung der Ehe verbunden sei. Bedford-Strohm wörtlich: "Das Liebesgebot Jesu ... wiegt für mich schwerer als einzelne Bibelstellen, die Homosexualität kritisieren. Dass es für gleichgeschlechtlich Liebende die Möglichkeit gibt, ihrem Willen zu einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft eine auch rechtlich verbindliche Gestalt zu geben, begrüße ich ausdrücklich.
Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch kein bisschen geschmälert. Im Gegenteil - sie wird dadurch noch unterstrichen.
"

Das Magazin DER SPIEGEL druckte Bedford-Strohms Stellungnahme unter der Seitenüberschrift ab: „Prominente fordern eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare.

"Sowohl Professor Peter Beyerhaus, der Ehrenpräsident der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, als auch Pastor Ulrich Rüß, ihr Präsident, haben gegen die Äußerung Bedford-Strohms protestiert. 
Denn sie mache ihn als Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland geistlich unglaubwürdig."

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Gedenken an die Erste Bekenntnissynode 1934

7. Juni 2015

Vom 29. bis 31. Mai 1934 fand in der Gemarker Kirche von Wuppertal-Barmen die Erste, konstituierende Synode der Bekennenden Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus statt. Sie gilt als eines der wichtigsten Ereignisse der neueren Kirchengeschichte, und auch in diesem Jahr wird ihrer dankbar gedacht. Die damalige Synode, an der 139 Delegierte aus 25 Kirchenbezirken teilnahmen, mündete in mehrere Beschlüsse, von denen die wichtigste die Barmer Theologische Erklärung war. Durch sie suchten unsere Väter das biblische Evangelium von Jesus Christus gegen die Irrlehre der „Deutschen Christen“ zu verteidigen.


Der Bericht von der Synode auf der Titelseite der Barmer Zeitung 1934 (Ausschnitt)

Die Barmer Erklärung ist für bekennende Christen auch acht Jahrzehnte danach noch ein richtungweisendes Wort. Darum wollen wir dankbar „das Erbe der Väter für das Zeugnis unserer Zeit aufnehmen“.

Als im Jahr 1984 das 50jährige Gedenken an Barmen begangen wurde, war die  kirchlich-theologische Lage so, dass die Verwirrung der Geister sich auch des Gedenkens an Barmen durch Missdeutungen aller Art zu bemächtigen suchte. Gegenüber dieser Verfälschung von „Barmen 1934“ nahm der Theologische Konvent Bekennender Gemeinschaften Stellung und übte auch damit einen verantwortlichen Wächterdienst aus.


Die Verlesung der 6 Thesen zur Barmer Erklärung am 22. Sept. 1984 in Wuppertal.

Heute versteht sich die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften (IKBG/ICN) als Zeugin des Evangeliums im Widerspruch unserer Zeit, und dies auch im Sinn der Theologischen Erklärung der Barmer Bekenntnissynode.
Wir bringen auf dieser Homepage deshalb das Dokument von 1984 zur Gültigkeit und Aktualität der Barmer Erklärung in seiner erneuten Bekräftigung vom Juni 2015.

undefinedDownload/lesen: „50 J. Barmen – Bekräftigung der Thesen 2015 (145 KB)

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Infame SWR-Sendung Nachtcafé. zum Thema „Vielfalt sexueller Orientierung".

Die Personen sind von links: Gabriel Stängle, Hartmut Steeb, Stefan Kaufmann (CDU-MdB aus Stuttgart) Ines Proll (Chefredakteurin der taz, sowie Wieland Bakkes (Moderator)
Die Personen sind von links: Gabriel Stängle, Hartmut Steeb, Stefan Kaufmann (CDU-MdB aus Stuttgart) Ines Proll (Chefredakteurin der taz, sowie Wieland Bakkes (Moderator)

30. Januar 2014

Der Titel der Sendung lautete:
 „Schwul, lesbisch, hetero – wirklich selbstverständlich?“
 
Diese Sendung am 24.1.2014 haben - wie angeblich eine Million Menschen - auch meine Frau und ich gesehen, und wir waren ähnlich wie viele andere christliche Zuschauer darüber entsetzt.
Wir erlebten hier  eine totalitäre psychologische Indoktrinierung des TV-Publikums in die Ideologie des Genderismus, bis hin zum Tränenvergießen aller Gesprächsteilnehmer über ihre ihnen suggerierte Mitschuld am Selbstmord eines homosexuellen Jünglings.

Wir fragen uns: Was kommt jetzt noch weiter auf uns zu ? ?
Am Ende vielleicht eine Ächtung aller sich nicht ethisch  gleichschalten lassenden bibeltreuen Christen?
 
Die beiden Gegner des grün-roten Bildungsplans Hartmut Steeb und Religionslehrer Gabriel Stängle befanden sich in ihrer exponierten Minorität gegenüber 8 Befürwortern (einschließlich des Kultusministers Andreas Stoch (SPD) und des überaus parteiisch taktierenden Moderator Wieland Bakkes) in einer bemitleidenswerten Lage. Sie waren tapfer, dass sie sich für diese Rolle zur Verfügung gestellt haben und verdienen deswegen hohe Anerkennung.
 
Allerdings ließen sie sich m.E. zu sehr auf die gefühls- und erlebnis-betonende Moderierung von Herrn Bakkes ein. Unseres Erachtens wäre es besser gewesen, von Anfang zentral biblisch und theozentrisch zu argumentieren,
angefangen bei 1. Mose 1,27 "Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er sie" über Matth  19, 4-6 bis zu Paulus Römer 1, 26-27.
Aber dazu gab der Moderator ihnen leider keine Gelegenheit.
 
Angesicht der hier symptomatisch offenbar gewordenen Gesamtlage wird es jetzt dringlich, dass bekennende Christen quer über die kirchlichen und konfessionellen Grenzen hinweg sich zu einem gemeinsamen Zeugnis für die Gültigkeit des göttlichen Heilsplanes mit der Menschheit gegen dessen rebellische Unterwanderung durch Vertreter der zeitgeistigen Ideologien zusammentun.
 
Wichtig  wäre jetzt die baldige Einberufung eines  europäischen Bekenntnis-Kongresses sowie die Verabschiedung eines Manifestes und eines gemeinsamen Verteidigungsprogramms .

Der Vorschlag steht bereits im Raum, einen solchen Kongress spätestens im Jahre 2015 an einem Ort an der deutsch-österreichischen Grenze - vielleicht Salzburg - einzuberufen.

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Wort zum Tag der Menschenrechte

Gabriele Kubyin
Gabriele Kubyin
Dr.  Vitus Huonder, Bischof von Chur, Schweiz
Dr. Vitus Huonder, Bischof von Chur, Schweiz

10. Dezember 2013

Wort des Bischofs
VIII


GENDER -
DIE TIEFE UNWAHRHEIT
EINER THEORIE


Wort zum Tag der Menschenrechte
10. Dezember 2013


von
Msgr. Dr. Vitus Huonder
Bischof von Chur

 

Wort zu Ehe und Familie


Dieses Bischofswort
kann auf den Zweiten Adventssonntag, 9. Dezember 2013, hin
in der Presse veröffentlicht werden.


Chur, 1. November 2013


Brüder und Schwestern im Herrn,
in meinem letztjährigen Wort zum Tag der Menschenrechte habe ich daran erinnert, dass die Menschenrechte ihren Grund in der Menschenwürde haben. Diese wiederum hängt mit der Schöpfungsordnung zusammen und ist gottgegeben. In diesem Jahr möchte ich diese Überlegungen konkretisieren und mich zur Ideologie des Genderismus, kurz Gender, äußern. Ich tue dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer wieder Gläubige in dieser Sache an mich wenden. Sie sind unruhigt durch die staatliche Vereinnahmung ihrer Kinder zugunsten des Genderismus und durch die politische Infragestellung von Ehe und Familie.


Was bedeutet der Begriff Gender?

Der Begriff Gender leitet sich vom lateinischen Wort Genus ab, ein Begriff, der vor allem für das grammatische Geschlecht verwendet wird. Während der Begriff der Sexualität das biologische, von der Natur gegebene Geschlecht meint, soll der Begriff Gender das sogenannte soziale Geschlecht bezeichnen.

Dieses sei vom biologischen Geschlecht unabhängig und bedeute, dass jeder Mensch sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen könne, ob er Mann oder Frau sein wolle, ob er hetero-, homo-, bi- oder transsexuell leben wolle.

Was ist das Ziel der Ideologie des Genderismus?

Das Ziel des Genderismus ist, dass jede "sexuelle Identität" als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.


Wie ist der Genderismus zu beurteilen?

Vordergründig geht es im Genderismus um die Gleichstellung der Geschlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Die Unterdrückung der Frau zum Beispiel, wie sie in manchen Gesellschaften und Kulturen noch immer vorherrscht, wird zu Recht beklagt. Sie entspricht nicht der Ebenbürtigkeit von Mann und Frau, die in der Schöpfungsordnung grundgelegt ist und in der Heilsordnung entfaltet wird. Insofern hat der Genderismus etwas Bestechendes an sich. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Ideolgie aber um einen Angriff auf Ehe und Familie als die tragenden Strukturen unserer Gesellschaft. Ungerechtigkeit im Verhältnis der Geschlechter kann durch die Leugnung der Geschlechterpolarität nicht behoben werden. Deshalb lehnt die Kirche die Ideologie des Genderismus ab. Dazu die folgenden Punkte:


Der Genderismus leugnet die Schöpfungsordnung

Die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau ist eine Vorgabe des Schöpfers. Darüber kann und darf der Mensch nicht verfügen. Der Schöpfungsbericht sagt, dass Gott den Menschen in seiner Bipolarität erschaffen hat: "Als Mann und Frau schuf er sie" (Gen 1,27). Er schließt mit der Feststellung, dass alles, das ganze Schöpfungswerk, sehr gut war, somit auch die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau (Vgl. Gen 1,31).


Der Genderismus leugnet die Vorgabe der Natur

Der Mensch existiert, so die Schöpfungsordnung, als Mann oder Frau. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse sagen uns: Jede seiner Körperzellen ist entweder männlich oder weiblich. Dies ist eine klare Vorgabe seiner Existenz. Die unterschiedliche kulturelle Prägung als Mann oder Frau hebt diese Polarität nicht auf.


Der Genderismus ist wissenschaftlich unhaltbar

Obwohl sich der Genderismus wissenschaftlich gibt, halten seine Grundlagen der Wissenschaft nicht stand. Viele ausgewiesene Forscher widersprechen den Ergebnissen der "Gender-Studies". Dass es psychische und physische Störungen der Geschlechtsidentität gibt, hebt die grundsätzliche Verschiedenheit von Mann und Frau nicht auf.


Der Genderismus zerstört Ehe und Familie

Darauf wurde bereits hingewiesen. Die Ehe beruht auf der gegenseitigen Ergänzung von Mann und Frau. Ehe und Familie sind die Grundeinheit der Gesellschaft (vgl. die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948). Sie sind die Bedingung für den Erhalt der Gesellschaft und ihre kulturelle Entfaltung. Sie setzen die verbindliche und dauerhafte Einheit von Mann und Frau voraus. Der Genderismus betrachtet jede sexuelle Praxis (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) als gleichwertig mit der Heterosexualität. Alle Lebensformen sollen zur "Ehe" und damit zu künstlichen Reproduktionsmethoden und zur Kinderadoption berechtigen. Dem Menschen wird auf diese Weise die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen, der ihn zur Elternschaft befähigt, zur Aufgabe einer Mutter oder eines Vaters.


Der Genderismus schadet der Frau

Wie bereits angedeutet, kann die Geringachtung der Frau nicht durch das Verwischen der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau überwunden werden, auch nicht durch ein Streben der Frau nach Gleichheit mit dem Mann. Die Frau muss besonders auch in ihrer lebenserhaltenden Aufgabe der Mutterschaft von der Gesellschaft geachtet werden. Ihre Leistung darf nicht nur an ihrem beruflichen Einsatz gemessen werden. Sie muss vielmehr für ihr Muttersein anerkannt werden, zum Beispiel im Steuer- und Rentenrecht.


Der Genderismus schadet dem Mann

Im Machtkampf gegen den Mann stigmatisiert der feministische Genderismus den Mann als "Täter" und verklärt die Frau als "Opfer". Dieser klischeehafte Dualismus entspricht nicht der Realität und beschädigt die Identität des Mannes sowie dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung.


Der Genderismus schadet dem Kind

Das Kind muss sich in der stabilen Ehe seiner (biologischen) Eltern entfalten können. Die Zerstörung von Ehe und Familie durch den Genderismus führt bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger zu psychischen Störungen. Man schafft staatliche Ersatzstrukturen, die Kindern und Jugendlichen aber niemals die gleiche Liebe und Geborgenheit geben können, wie dies in der Familie der Fall ist. Die Auslieferung von Kindern an gleichgeschlechtliche Paare beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung. Eine unmoralische sexuelle Aufklärung zerstört in den Heranwachsenden jedes Feingefühl.


Der Genderismus nimmt totalitäre Züge an

Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.


Der Genderismus verdunkelt den göttlichen Sinn der Liebe zwischen Mann und Frau

Das Verhältnis Gottes zum Menschen, von Jesus Christus zur Kirche, wird in der Heiligen Schrift in der Sprache der ehelichen Liebe beschrieben. Gott liebt sein Volk wie der Bräutigam seine Braut. Jesus Christus ist seiner Braut, der Kirche, in treuer Liebe hingegeben bis zum Tod am Kreuz. Die Braut erwartet voll Sehnsucht ihren Bräutigam. In der lebendigen Beziehung zu Christus und der Kirche können die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau belasten und entstellen, überwunden werden. Diese Sicht des Glaubens wird durch den Genderismus verdunkelt.


Die Quintessenz

Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Ansprache vor dem Kardinalskollegium und der Kurie am 21. Dezember 2012 zum Genderismus: "Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig ... Wo die Freiheit des Machens zur Freiheit des Sich-selbst-Machens wird, wird notwendigerweise der Schöpfer selbst geleugnet und damit am Ende auch der Mensch als göttliche Schöpfung, als Ebenbild Gottes im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Im Kampf um die Familie geht es um den Menschen selbst. Und es wird sichtbar, dass dort, wo Gott geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott verteidigt, verteidigt den Menschen." Ich ermutige alle Gläubigen, ihre gesellschaftlichen und politischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen, damit die in der Schöpfungs- und Erlösungsordnung grundgelegte Würde des Menschen auch in der rechtlichen Ordnung unseres Gemeinwesens weiterhin und umfassend zum Ausdruck kommt. Für jeden diesbezüglichen Einsatz danke ich herzlich. Ich empfehle alle und alles der Mater divinae gratiae, der Mutter der göttlichen Gnade, und erteile allen meinen bischöflichen Segen

+ Vitus, Bischof von Chur

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Beendigung und Neubeginn des Konflikts um Tübinger Hochschulpfarrer Seibt

Hochschulpfarrer Seibt
Hochschulpfarrer Seibt
Prof. Beyerhaus
Prof. Beyerhaus

25. Juli 2013

Fünf Monate lang hatte sich der öffentliche Konflikt zwischen dem Tübinger Hochschulpfarrer Michael Seibt und dem emeritierten Universitätsprofessor Peter Beyerhaus hingezogen. Er begann mit einem Leserbrief des Letzteren, in dem er den Anstoß ansprach, den eine Weihnachtspredigt Seibts in der Tübinger Stiftskirche bei zahlreichen Gottesdienstbesuchern ausgelöst hatte. Gleich darauf meldeten sich auch die Anhänger Seibts ebenfalls in Leserbriefen im Schwäbischen Tagblatt zu Worte. Danach verging bisweilen kein Tag, ohne dass ein weiter Leserbrief zur Sache in dieser Tübinger Regionalzeitung erschien. Neue Dynamik kam in diese öffentliche theologische Debatte, als Hochschulpfarrer Seibt ebenfalls in Festpredigten zu Ostern und Himmelfahrt seine bibelkritische Grundeinstellung zur Sprache brachte. Für ihn waren alle neutestamentlichen Wunderberichte im Leben Jesu Legenden und Mythen, und er berief sich dabei darauf, dass auch an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Tübinger Universität durch die Anwendung der „historisch-kritischen Methode“ der legendäre Charakter der Weichnachts- Oster- und Himmelfahrtsberichte vertreten werde. Das machte er auch gegenüber dem Gemeinderat der Stiftskirche zur Begründung seiner entmythologisierenden Predigtweise geltend, so dass die Dekanin des Kirchenkreises Tübingen keine Möglichkeit sah, ihn zu einem Verzicht auf solche auf der Kanzel vorgetragenen Überzeugungen zu bewegen.Nach einigen Monaten wiesen aber einige Zeitungsleser darauf hin, dass die Spiritualisierung der biblischen Wunderbericht ihren eigentlichen Grund nicht so sehr in der akademischen Bibelkritik, als vielmehr in einem mystisch-esoterischen Weltbild mit entsprechenden asiatischen Meditationspraktiken verankert war. Das konnte Professor Beyerhaus als Kenner der asiatischen Hochreligionen bestätigen, indem er die Parallelität der mystischen Behandlung biblischer Geschichte durch Pfarrer Seibt mit entsprechenden Transzendenz-Erfahrungen von hinduistischen Gurus und buddhistischen Zen-Meistern aufwies.Damit hatte der Klärungsprozess sein inhaltliches Ergebnis gefunden, so dass Beyerhaus sein Engagement in der zeitaufwendigen Leserbriefdebatte für beendet erklärte. Daraufhin meldete sich auch sein Kontrahent noch einmal zu Worte. In diesen beiden Abschlussbriefen brachten wir beide eine zwiefache Beobachtung zum Ausdruck. Wir werteten es positiv als ein beachtliches Phänomen, dass ein biblisch-theologisches Thema ein so starkes öffentliches Interesse bei den Zeitungslesern hervorzurufen vermag, dass eine sich ununterbrochen über fünf Monate hinziehende Auseinandersetzung darüber entzünden konnte.geführt werden konnte.

Negativ waren wir uns in unserer abschließenden Auswertung ebenfalls an einem Punkte einig: Trotz dieses kirchlich hoch brisanten Vorgangs hatte es kein Vertreter der Leitung der landeskirche es für angezeigt gefunden, sich in ihrem Namen zu Worte zu melden. Das Gleiche galt auch für die Professoren der beiden theologischen Fakultäten, der evangelischen und der katholischen, an der Universität: Niemand aus ihrer Mitte  gab zu dieser ihre wissenschaftliche Arbeit betreffenden Thematik seine Überzeugung zur Kenntnis. Wahrscheinlich stand dieses doppelte Schweigen in einem ursächlichen Zusammenhang: Dadurch, dass sich Hochschulpfarrer Seibt auf die Evangelisch-theologische Fakultät als seine akademische Kronzeugin berief, fühlte die Stuttgarter Kirchenleitung gehemmt, ihn zu maßregeln, weil ihre Kritik an ihm zugleich als eine an die Fakultät gerichtete gedeutet werden konnte. Und das scheute man ängstlich; denn die Kirchenleitung war sehr darauf bedacht, ihr einvernehmliches Verhältnis zu ihrer Tübinger Ausbildungsstätte ihres Pfarrernachwuchs nicht zu gefährden.

Nun ist nach sechswöchiger Pause der Konflikt um Hochschulpfarrer Seibt neu aufgeflammt, allerdings unter einem andern Thema. Diesmal geht es bei ihm nicht um das Schriftverständnis, sondern um die sexualethische Thematik, die von der umstrittenen „Orientierungshilfe“ der EKD zu Ehe und Familie angesprochen wird und durch deren Ablehnung seitens sowohl durch den württembergischen Landesbischof D. h.c. Frank-Otto July wie auch durch Prof. Peter Beyerhaus Pfr. Michael Seibt sich existenziell herausgefordert sieht. Deswegen nimmt er nun in einem neuen Leserbrief beide auf seine Hörner. Dabei „outet“ er nun auch seinen eigenen libertinösen Lebensstil, der zweifellos mit seinem gebrochenen Verhältnis zur Autorität der Bibel als verbindliche Selbstoffenbarung zusammenhängt.

 

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Drei Leserbriefe von Michael Seibt im Schw. Tagblatt


Am 6. Juli 2013-07-22


In einem offenen Brief an den Landesbischof July protestiert der evangelische Hochschulpfarrer Michael Seibt gegen die „unsägliche kirchenpolitische Stimmungsmache gegen andere Lebens- und Treueformen“. Hintergrund ist die aktuelle Diskussion zur „Orientierungshilfe“ der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) an der Tübinger Uni mit dem EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und auf der letzten Landesynode (wir d.h. das ST) berichteten gestern).
Die EKD-Schrift nimmt eine Neubewertung von Ehe und anderen partnerschaftlichen Lebensformen vor.
Seibt selber meldet sich in seinem Brief auch als Betroffener zu Wort. Der [geschiedene] evangelische Hochschulpfarrer lebt mit seiner katholischen Partnerin zusammen.
Offiziell, so Seibt, „dürfen wir nicht in meiner Dienstwohnung gemeinsam leben, da wir unverheiratet sind. “
Diese „kirchliche Einmischung in unsere Lebensführung“ sei nicht hinzunehmen.
Die Äußerungen von July zur EKD-Schrift bedienten die „evangelikale Mehrheit in der Synode in Württemberg“.
Völlig andere Positionen vertreten der badische Landesbischof Ulrich Fischer sowie der Bischof Heinrich Bedford-Strohm in Bayern. In seiner Arbeit mit Studierenden vertritt Seibt eine „andere Haltung“ als die Landeskirche, die derzeit Stimmung gegen andere Lebens- und Treueformen neben der traditionellem Ehe mache.                
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Am 20. Juli

Prof. Beyerhaus und Landesbischof July sind sich einig in ihrer Kritik am Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland. Während July die Institution der Ehe nicht genügend beachtet findet, geht Beyerhaus noch einen Schritt weiter und befürchtet Sittenverfall und den Ausverkauf sittlicher Werte.. Er fordert gar den Rücktritt des Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider.


Hört man dazu einmal etwas von der Landeskirche und von der Evangelisch-theologischen Fakultät, als deren Professor Beyerhaus ausdrücklich auftritt?
Am 1. Dezember sind in Württemberg Kirchenwahlen. Da bestehtd ie Chance,
die eigene Stimme abzugeben.

Michael Seibt, Tübingen.

 

Am 25. Juli

Leserbrief von Pfr. Michael Seibt am 25. Juli 2013 im Schw. Tagblatt

Vorbemerkung der Redaktion:
Der Evangelische Hochschulpfarrer lebt unverheiratet mit einer katholischen Partnerin in einer Dienstwohnung. Das wird von manchen Kirchenvertretern nicht gerne gesehen.

Auf der Suche nach geeignetem Nachwuchs wäre auch die Evangelische Kirche gut beraten, ihre Einmischung in die persönlichen Lebensverhältnisse ihrer künftigen Mitarbeitenden zu unterlassen. Sie dürfen im evangelischen Württemberg weder unverheiratet noch fremdverheiratet mit einem Angehörigen einer anderen Religion ins Pfarrhaus einziehen.

Derweil lebt im Schloss Bellevue in Berlin ein verheirateter Pfarrer unverheiratet mit seiner Lebensgefährtin und kommt dennoch seiner Arbeit als Präsident unseres Landes zur Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger nah.

Man wird sich wundern dürfe, dass auch der evangelische Theologennachwuchs mehr und mehr ausbleibt und dieses Studium nur noch junge Leute anspricht, die bereit sind, sich solchen kirchlichen Satzungen zu unterwerfen.

As führt zu einer Auswahl solcher Mitarbeitenden, die bereit sind, sich kirchlich anzupassen. Das Ergebnis ist eine Kirche, die immer enger wird. Dem muss man dann mit aufwendigen Programmen für eine „milieusensible“ Kirche entgegenwirken. Das könnte man einfacher haben.

Michael Seibt,  Hochschulpfarrer
Tübingen.

 

Nachbemerkung von Peter Beyerhaus
 
"Zu  diesen fast exhibitionistischen Charakter tragenden drei jüngsten Leserbriefen von Pfr. Seibt erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar, denn sie sprechen für sich bzw. gegen den Schreiber selbst.
Ein Leser des Tagblattes bemerkte dazu:
"Es ist erstaunlich, zu welchen Mitteln der Tübinger Hochschulpfarrer greift  - bis hin zum Berufen auf den Bundespräsidenten! -, nur um dadurch seinen eigenen im Widerspruch zu Gottes klare Geboten geführten außerehelichen  Lebensstil zu verteidigen. . Offensichtlich wird er durch das Brennen seines schlechten Gewissens dazu getrieben."
Diese Beobachtung trifft den geistlichen Kern der Sache. Michael Seibt hat nicht schon immer seine heutigen bibelwidrigen Überzeugungen gehegt und sie durch Wort und Tat vertreten. Im Gegenteil leitetete er als frommer junger Theologiestudent einen Hausbibelkreis in Tübingen, den er gestreng zum Ernstnehmen der Heiligen Schrift ermahnte. Ein einstiges Mitglied dieses Kreises berichtetet aus ihrer Erinnerung, dass Michael Seibt einem Kommilitonen, der begann, heimlich mit einer Studentin zusammenzuleben, aufforderte, entweder seinen Lebenswandel sofort in  in Ordnung zu bringen oder aber aus dem Bibelkreis auszuscheiden.
Heute lässt Pfarrer Seibt sich nur widerstrebend an diese seine geistliche Vergangenheit erinnern.
 
Zur biblischen Bestätigung dieser Beobachtung kann man 1. Timotheus 4, 1- 2 zitieren, wo Paulus seinen Schüler und dessen Gemeinden propetisch warnt:
 
"Der Geist aber kündigt ausdrücklich an, dass in späteren Zeiten manchen vom Glauben abfallen werden, weil sie sich irreführenden Geistern ... und Lehren zuwenden, verführt  ... durch Lügenredner, die das brandmahl der Schuld im eigenen Gewissen tragen."

 

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Interview in kath.net über die OH der EKDi

25. Juli 2013

Als „eindeutige Distanzierung von der biblischen Ehe- und Familienethik im Alten und im Neuen Testament sowie der ethischen Tradition aller Konfessionen“ bezeichnet Peter Beyerhaus das EKD-Familienpapier in einem kath.net-Interview, das die Korrespondentin Petra Lorleberg mit ihm führte.

Stuttgart-Gomaringen (kath.net/pl)

 „Wir alle sehen in dieser Erklärung eine eindeutige Distanzierung von der biblischen Ehe- und Familienethik im Alten und im Neuen Testament sowie der ethischen Tradition aller Konfessionen, einschließlich der evangelisch-lutherischen Kirche, und auch von allen bisherigen Verlautbarungen der EKD zu diesem Thema.“ Dies sagt Peter Beyerhaus (Foto), emeritierter evangelischer Theologieprofessor und Gründer der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, im kath.net-Interview. Er hatte zuvor den EKD-Präses Nikolaus Schneider in einem offenen Brief dazu aufgefordert, sich entweder von der Orientierungshilfe zu distanzieren oder sein Amt als EKD-Präses niederzulegen

Nach dem Bericht der Nachrichten-Agentur kath.net zeigt sich Beyerhaus auch wegen der ökumenischen Implikationen des EKD-Papiers besorgt: „Die Präfekten des vatikanischen Einheitssekretariates, der jetzige Kardinal Kurt Koch wie schon sein Vorgänger, Kardinal Walter Kasper, haben beide geäußert, dass nach den bisherigen positiven dogmatischen Konsensbemühungen zwischen evangelischen und katholischen Theologen nunmehr ein neuer Stein des Anstoßes in der auf protestantischer Seite vertretenen veränderten Ethik entstanden ist.“

Peter P. J. Beyerhaus war von 1965 bis 1997 ordentlicher Professor für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie an der evangelischen Fakultät für Theologie der Universität Tübingen gewesen. Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., lehrte 1967-1969 an der katholischen Fakultät für Theologie derselben Universität. Die beiden damals jungen Theologieprofessoren lernten sich kennen, woraus lebenslanger Kontakt und Wertschätzung erwuchs. Die von Beyerhaus vor 43 Jahren gegründete „Konferenz Bekennender Gemeinschaften“ versteht sich als Gegenbewegung zu liberalen Tendenzen in der EKD. Im Jahr 2009 hielt Beyerhaus beim Ratzinger-Schülerkreis in Castel Gandolfo in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. einen Vortrag über die Bedeutung der Weltmission heute.

kath.net: Herr Professor Beyerhaus, in Ihrem Brief finden Sie aufrüttelnde Worte zur Orientierungshilfe der EKD. Sie sprechen von einer „Revolution in der gesamten bisherigen Tradition evangelischer Ehe- und Familienethik“, ja Sie sehen in dem Papier eine „aktuelle sittliche Gefahr“. In Ihrer Kritik sind Sie nicht allein, dennoch scheint es, als ob der EKD-Ratsvorsitzende und andere Gremien sich davon nicht erschüttern lassen. Was bedeutet diese Haltung für die Bekennenden Gemeinschaften? Ist dieses Thema eine Frage der mehrheitlichen Abstimmung in evangelischen Gremien, oder ist hier im Umgang mit der Bibel für die Bekennenden Gemeinschaften eine Grenze erreicht?

Professor Peter Beyerhaus: Aus den Bekennenden evangelischen Gemeinschaften ist außer meinem Offenen Brief an den Ratsvorsitzenden Präses Nikolaus Schneider eine große Anzahl von Reaktionen gekommen, die ausnahmslos die Erschütterung sowohl über den Inhalt der EKD-Orientierungshilfe als auch über deren Zustandekommen und den autoritären Umgang seitens des EKD-Präses und anderer kirchenleitenden EKD-Gremien mit ihr zum Ausdruck bringen.

Wir alle sehen in dieser Erklärung eine eindeutige Distanzierung von der biblischen Ehe- und Familienethik im Alten und im Neuen Testament sowie der ethischen Tradition aller Konfessionen, einschließlich der evangelisch-lutherischen Kirche, und auch von allen bisherigen Verlautbarungen der EKD zu diesem Thema.
Darüber herrscht eine derartige Einmütigkeit, dass es einer mehrheitlichen Abstimmung in unseren Gremien nicht bedarf.

In der Tat sehen wir mit der Orientierungshilfe die Grenze des Tragbaren nicht nur erreicht, sondern weit überschritten.

kath.net: Katholiken in Afrika und anderen Ländern äußern sich verwirrt. Erst wurde in den Missionsländern mit viel Energie das christliche Ehe- und Familienbild vermittelt, jetzt wird vieles in Europa in Frage gestellt. Sie sind Missionswissenschaftler. Was bedeutet die Entwicklung in der Evangelischen Kirche Deutschlands für die Gemeinschaft der Christen in der Welt?

Beyerhaus: Es hat in den Missionskirchen Asiens und Afrikas einen langen geistlichen Erziehungsprozess gekostet, um ihren Mitgliedern den Unterschied zwischen traditionellem und biblischem Ehe- und Familienverständnis – z. B. in der Frage von Polygamie und Monogamie – nahe zu bringen.

Was die heute so aktuelle Frage der Homosexualität betrifft, gab es bereits in den einheimischen Kulturen eine klare Ablehnung. Afrikaner und Asiaten wissen, dass sie wider die Natur streitet.  Ich habe es miterlebt, wie auf der Weltmissionskonferenz in Kapstadt im Jahre 2009 ein anglikanischer Erzbischof aus Ostafrika zu einem Treffen seiner Kollegen aus allen Kontinenten einlud, bei dem ein gemeinsamer Protest gegen die nunmehr in der Mutterkirche, der Church of England, eingeführte Trauung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen wurde.

kath.net: Sie haben als Professor der Theologie die ökumenische Bewegung erforscht. Was bedeutet die „Orientierungshilfe“ für den Dialog der evangelischen Kirche mit der Katholischen Kirche oder der Orthodoxen Kirche?

Beyerhaus: Nach meinem Eindruck wirkt sich das Erscheinen der „Orientierungshilfe“ schon jetzt als eine schwere Belastung dieses ökumenischen Dialogs aus.
Die Präfekten des vatikanischen Einheitssekretariates, der jetzige Kardinal Kurt Koch wie schon sein Vorgänger, Kardinal Walter Kasper, haben beide geäußert, dass nach den bisherigen positiven dogmatischen Konsensbemühungen in der auf protestantischer Seite vertretenen veränderten Ethik nunmehr ein neuer Stein des Anstoßes entstanden ist.

Das galt zunächst im Blick auf den damaligen Dialog mit den Anglikanern und schwedischen Lutheranern, und nun auch hinsichtlich der in der EKD zusammengeschlossenen Gliedkirchen.

Auch auf orthodoxer Seite nimmt man die Auflösung der Institutionen Ehe und Familie im Westen mit großem Befremden zur Kenntnis. So erklärte dieser Tage der Moskauer Patriarch Kirill bei einem Gottesdienst in Moskau: „Viele Staaten, in denen eine Minderheit Gesetze durchdrücke, haben sich zuletzt für die Sünde entschieden. Das ist ein sehr gefährliches apokalyptisches Symptom. (...) Denn das bedeutet, dass das Volk den Pfad der Selbstzerstörung einschlägt."

kath.net: Herr Professor, seit 2009 sind Sie Ehrenmitglied der 2006 gegründeten Deutsch-Vatikanischen Gesellschaft. Sie haben einen guten Kontakt zu Papst em. Benedikt XVI. Gibt es bei Themen wie diesen so etwas wie eine Bekenntnisökumene? Kann es sein, dass nicht die kirchlichen Parlamente vor Ort sondern bekennende Christen die ökumenische Gemeinschaft der Zukunft bilden?

Beyerhaus: Ja, Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. hat an dem auf evangelischer Seite geführten innerkirchlichen Bekenntniskampf schon als Professor und späterer Erzbischof und Kardinal regen Anteil genommen.

Er hat uns durch Grußbotschaften zu unseren Bekenntniskongressen ermutigt. Er selber sah hier den Ansatz zu einer neuen Gestalt von Ökumene. Denn er fand, dass die bisherigen Lehrgegensätze, über die seit dem Zeitalter der Reformation zwischen den Konfessionen heftige Auseinandersetzungen geführt wurden, sehr an Bedeutung verloren haben. gegenüber den neuen Gegensätzen, die sich jetzt durch beide Konfessionen ziehen.
Hier müssten glaubenstreue Christen beider Seiten zusammenstehen.

kath.net: Haben Sie noch Kontakt zu Papst em. Benedikt XVI.?


Beyerhaus: Leider bisher noch nicht wieder. Das letzte intensive Gespräch, das Papst Benedikt und ich miteinander geführt haben, fand im Sommer 2009 in Castel Gandolfo statt, wo ich bei dem alljährlichen Treffen seines Schülerkreises ein Hauptreferat gehalten habe. Ich berichtete ihm von dem gegenwärtigen Bestreben der Bekennenden Gemeinschaften, eine „Bekenntnis-Ökumene“ zu bilden. Das fand seine positive Anteilnahme.

Nun hoffe ich, dass diese Gespräche auch mit seinem Nachfolger Papst Franziskus weitergeführt werden können.

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Offener Brief an Präses Schneider

Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider
Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider

14. Juli 2013

Offener Brief
an Präses Dr. Nikolaus Schneider

12. Juli 2013
72810 Gomaringen bei Tübingen
Schulstr. 1


Sehr geehrter Herr Präses Schneider!

Seit Wochen beschäftigt sich die kirchliche und weltliche Öffentlichkeit mit der im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlichten Orientierungshilfe zum Thema Ehe und Familie „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“.

Eine heftige Debatte entzündet sich vor allem daran, dass in der „OH“ erklärt wird, die Kirche sei aufgefordert, Familie neu zu denken, von dem Ausgangspunkt her: Beziehung bedeute auch für Christen vor allem eines: ein verlässliches Miteinander.

„Liest man die Bibel von dieser Grundüberzeugung her“, heißt es wörtlich, „dann sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften, in denen sich Menschen zu einem verbindlichen und verantwortlichen Miteinander verpflichten, auch in theologischer Sicht als gleichwertig anzuerkennen”.

Das fragliche Dokument, gipfelt in den Aufforderungen:

„Wo sich Menschen in den ihre Beziehungen entscheidenden Lebenssituationen unter den Segen Gottes stellen wollen, sollte die Kirche sich deshalb auch aus theologischen Gründen nicht verweigern.” Die Form, in der Familie und Partnerschaft gelebt werde, dürfe nicht ausschlaggebend sein: „Alle familiären Beziehungen, in denen sich Menschen in Freiheit und verlässlich aneinander binden, füreinander Verantwortung übernehmen und fürsorglich und respektvoll miteinander umgehen, müssen auf die Unterstützung der evangelischen Kirche bauen können.”

Die im Namen der EKD ergangene Erklärung stellt – so ist aus theologischer Sicht zu konstatieren – mit diesem neu eingeführten Konzept eine Revolution in der gesamten bisherigen Tradition evangelischer Ehe- und Familienethik dar. Sie steht auch im Gegensatz zu fast allen Stellungnahmen, welche die EKD und ihre Gremien bisher zu diesem lebenswichtigen Thema abgegeben haben Bisher wusste man, dass die Kirche nicht das segnen darf, was Gott nicht segnet.

Weshalb „Revolution“? De facto verabschiedet sich die evangelische Amtskirche damit von dem uns in der Bibel gewiesenen Leitbild der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau als Stiftung Gottes des Schöpfers. Er hat auf diese seinen Ursegen gelegt, damit sie seine Aufforderung verwirklichen können, fruchtbar zu sein und die Erde zu füllen, um so in Seinem Auftrag die Herrschaft über alle irdischen Wesen auszuüben (1. Mose 1, 26 – 29).
Auch Jesus hat sich eindeutig zu diesem Schöpfungsplan für die unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau bekannt (Matthäus 19, 4 – 6 u. ö.) und sie für bleibend verbindlich erklärt.

Zwar gesteht auch die OH dem traditionellen Familienmodell Gültigkeit zu, jedoch nicht mehr als einziger Form des familiären Zusammenlebens. Stattdessen werden auch moderne Formen des Zusammenlebens als gleichberechtigte Alternativen  in Schutz genommen.       Homosexuelle und lesbische Partnerschaften wie auch „Patchwork-Familien“ werden nicht mehr als Ausdruck bzw. Folgen sündhaften Vergehens gegen das sechste Gebot verstanden, sondern in der christlichen Gemeinde als legitim willkommen geheißen. Dadurch aber beugt sich die protestantische Kirche in Anpassung an den Zeitgeist dem sittlichen Verfall und der Auflösung der Grundlagen unserer christlich-abendländischen Kultur. Sie betrachtet sie als eine der heutigen Zeit entsprechende Entwicklung, die hinzunehmen, ja anzuerkennen sei.

Dagegen haben verantwortliche evangelische Christen, einschließlich bekannter Bischöfe wie Frank Otfried July und Hartmut Löwe, wie auch die Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz Dr. Michael Diener und der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß, schärfsten Protest eingelegt. Dazu ertönen aus der Römisch-Katholischen Kirche Stimmen, die in diesem Alleingang eine ernste Gefahr für die ökumenische Gemeinschaft zwischen den Konfessionen erblicken.

Was diesem skandalösen Vorgang nun die Krone aufsetzt, ist die Tatsache, dass kein Geringerer als Sie, Herr Dr. Schneider, sich als Ratsvorsitzender der EKD und Präses der Ev. Kirche im Rheinland mehrmals in der Öffentlichkeit positiv zum dem unsäglichen Familienpapier geäußert und es gegen die Kritik von kirchlicher und weltlicher Seite verteidigt haben.

Sie taten es beim Jahresempfang der EKD am 27. Juni in Berlin, bei dem Sie die scharfe Kritik an der OH mit den Worten zurückwiesen, die traditionelle lebenslange Familie bleibe „das Leitbild unserer Kirche, aber nicht mehr die einzige Form, die auf den Segen Gottes hoffen kann….. „Wir können und dürfen als evangelische Kirche unsere Augen nicht vor der gesellschaftlichen Realität verschließen“. Im gleichen Sinn äußerten Sie sich jüngst hier in Tübingen bei Ihrem Besuch am 5. Juli. So berichtete das Schwäbische Tagblatt, dem Sie ein Interview gaben, unter der Überschrift: „Auf dem Weg zur modernen Partnerschaft. – Nikolaus Schneider setzt sich als EKD-Ratsvorsitzender für ein neues Verständnis von Familie und für mehr Ökumene ein.“

Welchen moralischen Flurschaden die OH der EKD und deren Ratsvorsitzender anrichten, kann ich hier vor Ort miterleben.
 
Die „Orientierungshilfe“, die in Wirklichkeit eine „Desorientierungshilfe“ darstellt, bildet nicht nur eine aktuelle sittliche Gefahr; sie ist auch fahrlässig oberflächlich erarbeitet. Das lässt sich leicht an dem Gebrauch missverstandener bzw. bewusst missdeuteter Bibelstellen aufzeigen.
Der Informationsdienst der Evangelischen Allianz ideaSpektrum zitiert in seiner Ausgabe vom 27. Juni  einige Schlagzeilen, unter denen Presseorgane über die OH kommentierend berichten: „Schwafelkirche in Selbstauflösung“ (Cicero Magazin) – „Murks“ (FAZ) – „Es ist zum Katholischwerden! (Wiesbadener Kurier). Der letztgenannte Ausruf entstammt dem     Urteil des ehemaligen Verfassungsrichters Hans-Joachim Jentsch. Es  ist besonders ernst zu nehmen; bringt es doch die Reaktion zahlreicher anderer evangelischer Christen zum Ausdruck, auch die meine.
Das Alarmierende ist: Immer mehr glaubenstreue evangelische Christen empfinden, bei ihrer reformatorischen Mutterkirche ihre geistliche Heimat verloren zu haben. Diese jüngste Verlautbarung ist nach der Verabschiedung des Pfarrdienstgesetzes, welches das Zusammenleben homosexueller Paare in evangelischen Pfarrhäusern sanktioniert, ein weiterer bedrohlicher Schritt in dieser Richtung. Jene Christen ringen darum ernstlich mit der Frage, ob sie in die Katholische Kirche übertreten sollen. Zwar gibt es auch hier, wie die aufgedeckten Missbrauchskandale zeigten, sexuelle Verwilderung; doch das päpstliche und bischöfliche Lehramt der Römisch-Katholischen Kirche ist bisher intakt geblieben. Es bietet den Gliedern eine eindeutige geistlich-ethische Orientierung auf dem Boden von Bibel und Tradition.
In der Evangelischen Kirche, der „Kirche des Worts“, hingegen ist das schon lange nicht mehr der Fall. Man denke nur an einige ihrer Stellungnahmen zu Themen wie Abtreibung, Euthanasie, Embryonen-Experimente und Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. In diesen allen schaden die protestantischen Kirchen nicht nur sich selbst; sie zerstören in mehreren europäischen Ländern damit auch die ökumenische Gemeinschaft, die sie bis dahin in ethischen Fragen mit der  Katholischen und der Orthodoxen Kirche verband. Auch hohe katholische Amtsträger sehen das so. Dass daraus eine Gefahr für die Fortsetzung des interkonfessionellen Dialogs erwachsen ist, ist nur ein Aspekt der fatalen Auswirkungen der geschehen Weichenstellungen.  

Nun frage ich Sie, Herr Dr. Schneider, in Konsequenz des Gesagten:
Wollen Sie es in Kauf nehmen, dass Sie sich durch Ihre Bejahung und Apologie dieser Desorientierung weiter schuldig an der ethischen Verwirrung in den evangelischen Gemeinden machen? Mehr noch: Wollen Sie das Ihnen anvertraute exponierte Amt, das vor Ihnen u.a. so herausragende Persönlichkeiten wie Theophil Wurm, Otto Dibelius und Hermann Dietzfelbinger vorbildlich ausgeübt haben, vollends durch ein bewusstes Mitwirken an der Zersetzung der von Gott gegebenen Schöpfungsordnung von Ehe und Familie in unserem Volk beflecken?
Oder sind Sie unter dem Eindruck des durch das EKD-Papier und Sie selber entfesselten Sturms bereit, eigene Fehlorientierung einzugestehen und sich angesichts der Heiligkeit Gottes – möglichst gemeinsam mit dem gesamten Rat der EKD – von ihm zu distanzieren?
Sollten Sie sich dazu durchringen, so dürfen Sie sich der dankbaren Unterstützung vieler Amtsträger und Gemeindeglieder in den evangelischen Landeskirchen gewiss sein, auch der Bekennenden Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands.
Sollten Sie, Herr Dr. Schneider, jedoch – was Gott verhüte! – in Ihrer bisherigen Haltung verharren, so fordere ich Sie im Namen vieler ähnlich denkender Mitchristen hiermit öffentlich  auf:
Legen Sie bitte Ihr Hirtenamt als Ratsvorsitzender der EKD, das Sie – und ob aus dem Willen zur Güte heraus – zu einem Kompromiss mit höchst einschneidenden Folgen missbraucht  haben, nieder!
Tun Sie dies ebenso bereitwillig, wie das einsichtiger Weise Ihre Vorgängerin im Amt, Frau Dr. Margot Käßmann, nach ihrer im Trunk vollzogenen Rotlicht-Überquerung getan hat. Dabei war ihr Vergehen verhältnismäßig harmlos; denn sie hat gegen die von Menschen aufgestellte Verkehrsordnung verstoßen; Sie, Herr Präses Schneider, aber haben sich öffentlich den Ordnungen Gottes widersetzt!

Es grüßt Sie mit dem Ausdruck des Bedauerns

         Peter P. J. Beyerhaus

 (Universitätsprofessor em. und Ehrenpräsident der
        Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften)

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Albrecht Fürst zu Castell und seine Gattin Maria Luise. (Bildnachweis: idea Spektrum)
Albrecht Fürst zu Castell und seine Gattin Maria Luise. (Bildnachweis: idea Spektrum)

FÜRST zu CASTELL-CASTELL

Bergstraße 3, 97355 Castell
Tel. (09325) 601-90
23.07.2013

Die Tagespost
An die Herausgeber
Dominikanerplatz 8
97070 Würzburg

Mit der Bitte um Veröffentlichung
Betr. Den Artikel „Ein unnötiger Alleingang“

Großer Dank gebührt Ihnen, dass sie in Ihrer Nr. 29 den Brief von Professor Dr. Peter Beyerhaus abgedruckt und damit Ihren Lesern zugänglich gemacht haben. Herr Beyerhaus drückt in deutlicher und klarer Sprache das aus, was auch ich mit vielen anderen gemeinsam empfinde. Besonders freut es mich, dass er die auch in kirchlichen Kreisen verwendete  Bezeichnung „Homoehe" vermeidet und mit der allein passenden Bezeichnung „gleichgeschlechtliche Partnerschaft"  ersetzt.
In den evangelisch-katholischen Gesprächen kommen immer wieder Themen auf den Tisch, für die unsere beiden Kirchen noch keine Übereinstimmung finden konnten. Die gemeinsame Mahlfeier am Tisch des Herrn, die Amtsfrage der Priester und Wiederverheiratung von Geschiedenen sind bisher unerfüllte Wünsche der evangelischen Seite. Warum aber werden die Möglichkeiten des Miteinanders so wenig in das Bewusstsein gerückt und in praktisches Handeln umgesetzt? Längst könnten wir gemeinsame Bußgottesdienste feiern, denn gemeinsames Bekennen von Schuld und dafür um Vergebung bitten, verbietet uns doch niemand. Auch gemeinsame Erklärungen könnten gemeinsam erarbeitet und veröffentlicht werden. Warum ist eigentlich niemand auf die Idee gekommen, anstelle des von der evangelischen Kirchenleitung verfassten Wortes zur Familie einen Text zusammen mit der katholischen Bischofskonferenz zu verfassen. Der höchst kritisch bewertete Text liegt nun in einem Buch mit 160 Seiten vor. Es ist ein Dokument der Uneinigkeit in unserer „Kirche der Freiheit". Ich bin traurig darüber, dass „Freiheit" offensichtlich als „Freizügigkeit" theologischer Deutung der Heiligen Schrift verstanden wird. Wer nicht mehr Familie als Gemeinschaft von Mann und Frau als von Gott erschaffene und als Urzelle von Familie geschenkte Einheit konkurrenzlos vertritt, erschwert damit auch ökumenische Einheitsbemühungen.

Hier geht es um Lebensfragen der gesamten Christenheit. Welche Wirkungen hätten gemeinsame Erklärungen der Christen für die Gesellschaft und für unseren Staat. Unser Vaterland ist kein christliches Land mehr, aber die Stimmen der Christen werden gehört, wenn sie sich in Übereinstimmung und erkennbarer Gemeinschaft zu Wort melden. Wir haben die Verantwortung, Orientierung zu geben, wenn wir als Gemeinschaft unseres Herrn Jesus Gottes Wort deutlich und unmissverständlich weitersagen. Es ist höchste Zeit, dass sich Vertreter unserer Groß-Kirchen darüber verständigen, zu
welchen Fragen eine gemeinsame Stellungnahme oder Orientierung abgegeben werden kann. Glaubwürdig sind wir nur miteinander!

Albrecht Fürst zu Castell-Castell


Handschriftliches Begleitschreiben des Fürsten Albrecht zu Castell an Prof. Peter Beyerhaus:

Verehrter Herr Professor –
Lieber Herr Beyerhaus!

Beeindruckt und hocherfreut von Ihrer Zuschrift an die Deutsche Tagespost habe ich meine Gedanken zu diesem bedauerlichen Thema nachgesandt. –

Wo ist nur unsere Kirchenleitung hingeraten und von welchem Geist lässt sie sich leiten !?

Ich empfinde diese Entwicklung wie einen Aufruf an uns „Alte“. Wir dürfen nicht schweigen und nicht mit Erfolg rechnen.
Aber Ihre Stimme macht denen Mut, die sich allein gelassen fühlen.
Gott befohlen –
Albrecht Castell

Castell am 25. Juli 2013

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Russland will Propaganda für homosexuelle Lebensweisen verbieten

Duma spricht sich bei erster Lesung nahezu einstimmig für Gesetzesvorhaben zum Schutz von Kindern und Minderjährigen aus. – Scharfe Kritik von Volker Beck

24. April 2013

(MEDRUM 26.01.13 )
Die russische Duma hat am Freitag in erster Lesung einem Gesetz zugestimmt, mit dem das Propagieren homosexueller Lebensweisen verboten werden soll. Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte die europäischen Staaten auf, dies nicht hinzunehmen.

Nahezu einstimmig haben sich die Abgeordneten in der russischen Duma dafür ausgesprochen, Propaganda und Werbung für homosexuelle Lebensweisen gesetzlich zu verbieten. Laut Meldung des ZDF und anderer Medien sieht ein am Freitag in der Duma in erster Lesung behandelter Gesetzentwurf vor, Schwulen und Lesben öffentliche Veranstaltungen wie Proteste und Paraden zu untersagen. 388 Abgeordnete stimmten dafür,   2 Abgeordnete stimmten dagegen und ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme. Die Initiative für die Verabschiedung eines solchen Gesetzes ging von Jelena Misulina, Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Familien-, Frauen- und Kinderfragen, aus. Die Befürworter des Gesetzes sehen im Propagieren homosexueller Lebensweisen eine Gefahr für die Entwicklung der Kinder. Laut Nachrichtensender ntv sagte der russische Abgeordnete Sergej Dorofejew von der Regierungspartei Einiges Russland, mit dem Gesetz sollten Minderjährige "vor den Auswirkungen der Homosexualität" geschützt werden. Die Initiatorin Musulina sagte laut Zeitung «Der Tagesspiegel» der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, das Gesetz könne lediglich „die Propaganda und die Verbreitung homosexueller Praktiken unter Kindern verbieten“ und Strafen für einschlägige sexuelle Kontakte mit Kindern bis zu 18 Jahren verhängen. Musulina betonte, dass die geplanten Gesetzesregelungen durch die - auch von Russland ratifizierte - Konvention zum Schutz der Kinder sowie eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs gedeckt seien.

Scharfe Kritik gegen das russische Gesetzesvorhaben äußerte in Deutschland vor allem der Grünenpolitiker Volker Beck. Er forderte den deutschen Außenminister, Guido Westerwelle, auf, den russischen Botschafter einzubestellen. Nach Ansicht von Beck stellt ein Verbot der Propaganda für Homosexualität eine ernste Bedrohung für die Freiheit aller in Russland und für die Rechte für Lesben, Schwule und Transgender dar. Beck: "Das dürfen die europäischen Staaten nicht hinnehmen." Prominente Vertreter der Partei der Grünen werben seit vielen Jahren für homosexuelle Lebensweisen. So sprach die Parteivorsitzende Claudia Roth kürzlich von der "grünen Version" des Artikels 1 des Grundgesetzes. Diese Version laute: "Die Würde der schwul-lesbischen Liebe ist unantastbar." Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl 2013, will offenbar noch einen Schritt weitergehen. Sie hält es, wie aus ihren Äußerungen bei ihrer Bewerbung bei der Urwahl der Grünen hervorging, für eine gute Idee, in Deutschland auch für polyamore Lebensmodelle ein der Ehe vergleichbares Rechtsinstitut zu.

Wie ntv berichtet, hat sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), dafür ausgesprochen, dass in Russland auch künftig die Propagierung homosexueller Lebensweisen erlaubt bleibt. Löning forderte die Abgeordneten auf, das Gesetz zu stoppen.

Betroffen von dem in Russland geplanten Gesetz ist das öffentliche Werben und besonders das Werben bei Minderjährigen für Homosexualität. Das homosexuelle Leben selbst ist nicht verboten. Homosexuelle Handlungen sind in Russland seit 1993 nicht mehr strafbar. Es gehe nicht darum, die Homosexualität selbst zu verbieten, sondern darum, die unkontrollierte Agitation und Beeinflussung unserer Gesellschaft zu verbieten, sagte der Abgeordnete Sergej Reschulski in der Tagesschau der ARD.

Vorbehalte gegen die Förderung homosexueller Lebensweisen machen nicht nur in Russland Schlagzeilen. Auch in Frankreich lehnen weite Teile der Gesellschaft eine Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe ab, wie die Großdemonstration im Januar in Paris Auf großen Widerspruch stößt in Frankreich vor allem die Absicht von Präsident Hollande, für homosexuelle Partnern das Recht zu schaffen, Kinder zu adoptieren oder Kinder mit Hilfe künstlicher Fremdbefruchtung erzeugen zu lassen.

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Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution. Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit.

Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution. Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit. Mit einem Geleitwort von Robert Spaemann, Pustet Regensburg 2012.
Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution. Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit. Mit einem Geleitwort von Robert Spaemann, Pustet Regensburg 2012.

Mit einem Geleitwort von Robert Spaemann, Pustet Regensburg 2012.

11. Februar 2013

Buchbesprechung von Prof. Dr. phil. Edith Düsing

Gabriele Kuby’s Buch wirft viel Licht auf ein abschüssig programmiertes Zerstörungsnetzwerk, das am schwersten Kinderseelen zu betreffen droht. Kuby zeigt, wie eine von nicht legitimierten Mächten geplante Zwangssozialisierung und dabei Gewöhnung an sexuell freizügige Beliebigkeit von früh an die Fundamente unserer ehemals christianisierten Hochkultur zum Einsturz bringen.
Für das perfide Programm einer Sexualisierung vom Babyalter an wählt sie das treffliche Bild von einem Krokodil, das sich ins Kinderzimmer eingeschlichen hat, aber wer es sieht, verschweigt es.
Kuby’s analytisch meisterlicher Durchblick in die letzte Stufe einer Emanzipation des Fleisches, die unter dem Titel ‚Gender Mainstreaming’ von Machteliten weltweit strategisch vorangetrieben und finanziell aufwendig gestützt wird, ist ein vom Evangelium geleiteter Aufruf zum Umdenken.
Bildung zur ehelichen Liebe heißt: „Du und nur du und für immer“; „Reinheit ist wie ein Stern, der auf deiner Stirn steht.“ Kuby wendet sich gegen die kolossale Entwertung körperlicher Liebe, die im Schatten der Gottesfinsternis zu begreifen ist. Gott ist Liebe, aber die Liebe (Agape, Philia, Eros) „wird in vielen erkalten“, weil die Gesetzlosigkeit (anomia) überhand nimmt (Matth 24, 12).
Im traurigen Kontrast zu Adams Jubelruf über Eva (Gen 2, 23f) wird in der großen Stadt (Hure Babylon), so die Prophetie, nichts mehr zu vernehmen sein von der Jubelstimme der Brautleute, von Harfensängern und Flötenspielern (Offb 18, 22f) d.h. die Lebensfreude erlischt. Die Gender-Ideologie will die Entzauberung der Andersheit des Weiblichen und Männlichen durchpeitschen. Gegen die Schöpfung aufbegehrend, soll die bipolare Geschlechterordnung aufgelöst werden.   Antichristlicher Geist ist ein Geist der Selbstzerstörung, hier im Namen von Freiheit und Gleichheit. Er agiert aber wie im Gleichnis die unreinen Geister, die in Gräbern hausen und Jesus fluchen, in Säue fahren, die sich als besessene suizidal ins Meer stürzen (Mt 8,28f). Im Verherrlichen sexueller Freizügigkeit und im Verbot, bunte Sexvielfalt zu hinterfragen waltet in der Tiefe der Todestrieb.  Im Namen von Gerechtigkeit und fesselloser Freiheit schafft der Genderwahn Lebensmüdigkeit.   
Durch Zerstören sexueller Tabus und Mahnerkriminalisierung gelingt rapide Abschaffung von Hochkultur. Das naturalistische Welt- und Menschenbild lehrt, sich von Scham zu entschämen. Entschämung ist die schwerste Entpersönlichung des Ich, heißt Massenmedien hörig werden.
Das Kollektiv ist die neue Gestalt des Absoluten, das anzubeten, dem Gehorsam zu leisten ist; es überkommt die Menschenseele immer früher (0-3-jährig), graviert sich unhinterfragbar tiefer ein. Was vormals im Elternschlafzimmer als Geheimnis der Stiftung neuen Lebens geschehen durfte, wird, so zeigt Kuby zur kindlichen Sexualbildung, zu kollektiver Inszenierung im Erproben des eigenen und fremden Körpers, bis hin – Erfüllung von Huxley’s Horrorvision in Brave new World - zum Imitieren des Aktes im Vorschulalter. Scham wegzubrechen gehört hier zum Programm.
Gelänge es, ‚sexuelle Identität’ als Bestandteil ‚unantastbarer’ Menschenwürde in die europäische Verfassung einzuschreiben, so würde statt Pflicht- und Tugendethik Hedonismus zur Staatsräson. Ein Lustmaximierungs- und Unlustvermeidungs-Kalkül wird Maßstab für lebenswertes Leben. Die Errichtung von Sexualtabus gehört zu den Bedingungen jeder hohen Kultur, ihr Einreißen hat kulturellen Niedergang zur Folge. Frühe Erweckung macht Kinder unerziehbar, verführt sie zu Leistungsverweigerung. Dem Knospenfrevel gilt Jesu Weheruf mit dem Mühlstein (Matth 18, 6).
Hinterhältig ist, wie Kuby aufdeckt, die gezielte Sprachmanipulation, die in sophistischer Manier die Umwertung der Werte einbläut, indem der Sinn von Wortbedeutungen ins Gegenteil verkehrt, z.B. die Forderung nach geschlechtergerechter oder –sensibler Sprache, die, statt, wie es naheliegt, das Besondere, Auszeichnende wertzuschätzen, ebendieses abschafft (Kap VIII, 174-192, 383).  
Von besonderer Erschütterungskraft ist Kapitel XII (293-367) zur Sexualerziehung an Schule und Kindergarten. Hier zeigt sich, auf welche Weise der hinter den Kulissen an Schaltstellen der Macht ausgeheckte Werteumsturz, - weg vom Ehe-Ideal, hin zu sexuell freizügiger Variabilität, in die alle Perversionen moralinfrei und unhinterfragbar eingeschlossen sind („hetero – homo – bi – trans – alles gleich gültig?“! 216f), - in Kinderseelen implantiert werden soll. Der Genderwahn ist wie eine heranrollende Tsunamiflutwelle, deren katastrophale Auswirkung noch unsichtbar, sich doch schon, wie Spitzen eines Eisbergs, in gravierenden Folgen des Jugendsex zeigt, die von Reue über Verfrühung, Zunahme von sexuell übertragbaren Krankheiten bis Depression und Suizid reichen.

"Das außergewöhnliche Verdienst von Gabriele Kuby ist, dem zerstörerischen Machwerk eines menschenfeindlichen Dämons, der sich im lügnerischen Gewand von Gerechtigkeit und Freiheit auf allen Ebenen Geltung verschafft, die Maske vom häßlich brutalen Gesicht gerissen zu haben."

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Prof. Beyerhaus
Prof. Beyerhaus

Streit um Predigten in Tübinger Stiftskirche geht weiter

Esoterisches Verständnis des Christentums

24. April 2013

In dem von Prof. Beyerhaus im Anschluss an die Weihnachtspredigt am 30. 12. 2012 von Hochschulpfarrer M. Seibt angestoßenen Briefwechsel und besonders in dessen am 27. März im Tagblatt erschienenen Interview macht er es hinreichend klar, dass er ein esoterischen Verständnis des Christentums und der biblischen Berichte von Jesu Geburt und Auferstehung vertritt. Lesen Sie seinen neusten im „Schwäbischen Tagblatt“ erschienenen Leserbrief.

Leserbrief im Schwäbischen Tagblatt am 14. April 2013 

Vorbemerkung des Autors:
Dieser Brief wurde dem Schreiber von der Redaktion zurückgewiesen, weil er dies dafür gesetzte Länge von 50 Spaltenzeilen um 28 Zeilen überschreite. Der Verfasser sandte ihn daraufhin radikal gekürzt noch einmal ein. Im folgenden erscheint er im ursprünglichen, vollen Wortlaut:

Nicht immer ist Schweigen Gold

In dem von mir im Anschluss an die Weihnachtspredigt am 30. 12. 2012 von Hochschulpfarrer M. Seibt angestoßenen Briefwechsel und besonders in dessen  am 27. März im Tagblatt erschienenen Interview macht er es hinreichend klar, dass er ein esoterischen Verständnis des Christentums und der biblischen Berichte von Jesu Geburt und Auferstehung vertritt. Für ihn handelt es sich dabei nicht um realgeschichtliche Ereignisse, sondern um Legenden bzw. Mythen, in denen sich  innerseelische mystische Erlebnisse in bildlicher Gestalt ausdrücken, die aber keinen realen Grund in Zeit und Raum besitzen. Selbst die Existenz des sich in der Bibel offenbarenden persönlichen Gottes und seines  Heilshandeln am Menschen  löst sich bei ihm in ein mystisches Geschehen auf, in dem wie im Hinduismus der Seelenkern (atman) in die kosmische  Allseele (brahman) eintaucht und sich in ihr auflöst. Dies ist eine uralte im Iran beheimatete Lehre, die sog. Gnostik,  die schon früh in die urchristlichen Gemeinden eindrang und eine tödliche Gefahr für den apostolischen Glauben darstellte. Den Irrlehrern, welche die Realität der Auferstehung Jesu aus dem Grabe leugneten, hält Paulus entgegen: „Wenn Christus nicht auferstanden ist und es keine Auferstehung der Toten gibt und … wenn wir nur in diesem Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, so ist euer Glaube nichtig und wir sind die beklagenswertesten unter allen Menschen“ (vgl. 1. Kor. 15, 12-19).

Die Leser, die sich in ihren Briefen mit  Michael Seibt solidarisieren, teilen entweder seine religionsphilosophische Weltanschauung oder sie erkennen nicht, welch esoterisches Gedankengut sich in Wahrheit hinter seinen Predigten und theologischen Vorträgen verbirgt. Theologisch informierte Hörer und Leser sollten es aber leicht durchschauen und darüber erstaunen, wie ein Vertreter solcher Ideen zum Hochschulpfarrer berufen werden konnte. Denn Michael Seibt pflegt seine esoterischen Gedanken nicht etwa nur für sich selbst in meditativen Übungen; vielmehr verkündet er sie mit geradezu missionarischem Eifer bei allen sich ihm bietenden Gelegenheiten in Predigten, Vorträgen und beratenden Gesprächen. Damit aber wird der christlichen Glaube seiner Studenten und anderen Hörer untergraben. Insofern ist es vielen ein Rätsel, warum in dem sich nun schon bald vier Monate lang hinziehenden Leserbriefwechsel sich bisher kein Mitglied der württembergischen Kirchenleitung oder – außer mir– einer der beiden theologischen Fakultäten Tübingens zu Wort gemeldet hat.

Prof. Dr. theol. Peter Beyerhaus, Gomaringen

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Hochschulpfarrer Seibt
Hochschulpfarrer Seibt

Leserbriefe zu einer befremdlichen Weihnachtspredigt in Tübingen

30. Januar 2013

Leserbrief vom 16. Januar 2013 im Schwäb.Tagblatt

Nicht so naiv

Herr Beyerhaus!
Sie sind Professor der Theologie gewesen. Ich ging davon aus, dass man auf dem Weg zu akademischer Bildung in Deutschland schon im Proseminar lernt, genau zu zitieren, auch das Zitierte in seinem vom Redner gemeinten Zusammenhang weiter zu verwenden. Nichts davon in Ihrem Anti-Seibt-Leserbrief!
Herrn Seibt habe ich in der Erwähnung des TV-Gesprächs, das Petra Gerster mit zwei Theologie-Professoren führte, so verstanden: Wenn sich bis auf die TV-Ebene herumgesprochen hat, dass das mit dem Historischen an der Weihnachtsgeschichte nach Lukas nicht so naiv wörtlich zu nehmen ist, dann dürfen, dann  m ü s s e n  auch wir in der Kirche uns einmal damit befassen.
Sie, Herr Beyerhaus, glauben doch wohl nicht im Ernst, dass neueste theologische Erkenntnis die ist: Es hat sich alles genau so zugetragen! Ich empfand Seibts Versuch ausgesprochen liebevoll, theologisch hoch informiert und mit Christus, dem „Sohn Gottes“ zutiefst verbunden. Sein Versuch zu beschreiben, warum wir die Geschichte von der Christgeburt weiter lieben dürfen,  o b w o h l  sie sich so wie bei Lukas berichtet, historisch gesehen, nicht abgespielt hat.
Im Übrigen kann ich mir vorstellen, dass Frau Dekanin Hege nicht nur glücklich ist über das Lob aus dem Munde von Beyerhaus.

G. Valeska Dufft, Gomaringen, Mörikestraße 21

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Schwäbisches Tagblatt vom 18.01.2013

Umkehr
Durch die aufmerksame Beschreibung von Prof. Beyerhaus, wissen wir, was am 30. Dezember in der Stiftskirche zu hören war.
Die Musik muss die Zuhörer so gefesselt haben, dass sie nicht wahrnahmen, was der Prediger von sich gab. Oder liegt es daran, dass in der „evangelischen“ Kirche schon lange das Evangelium nicht mehr verkündet wird, sondern nur Weichgespültes? Jesu Geburt im Reich der Legenden anzusiedeln, welch ein Widerspruch zum Wort Gottes! Wo bleibt der Aufschrei der Christen?
Gott legt sich selbst Zeugnis ab, welches kein Menschenwort widerlegen kann. Doch auch wir sollen Zeugen sein für den lebendigen Gott. Dieser ist schon lange nicht mehr mit seinem Geist in den „Gottesdiensten“ der Kirchen gegenwärtig. Der „das Leben“ (Joh 14,6) ist, wurde verworfen. Deshalb gilt an das wahre Volk Gottes, welches seine Gebote hält sowie den Glauben und das Zeugnis Jesu (den Geist der Weissagung) hat (Offb. 12,7; 19,10): „Gefallen ist das große Babylon, und eine Behausung von Dämonen geworden und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und verhassten Vogels. (...) Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! (...) Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen! Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen, Tod, Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet“. (Offb. 18)
Gott lässt sich nicht ewiglich spotten. Nutzen Sie die vielleicht letzte Möglichkeit zur Umkehr und Sinnesänderung!

Ursula Ziegler, Dußlingen, Wiesenweg 8

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Leserbrief an das Schwäb. Tagblatt vom 22. Januar 2013-01-29

Die Auseinandersetzung um das rechte Verständnis der Bibel geht weiter – hier eine Antwort auf den Leserbrief von G. Valeska Dufft vom 16.1.2013.

Wörtlich nehmen
Es ist alles ganz einfach: Zitieren und verstehen Sie die Autoren der Evangelien wörtlich, so wie Sie es im Proseminar gelernt haben. Halten Sie für wahr, was dort berichtet ist, und nehmen Sie es wörtlich. Es ist alles gesagt, jedes Kind kann es verstehen! Dazu benötigen Sie keine immer wieder neuen theologischen Erkenntnisse, womit Sie suchende Menschen verwirren und zur vorhandenen Kirchenmüdigkeit beitragen.
Für Ihre Thesen im Leserbrief die TV-Ebene und Frau Gerster zu bemühen, ist absurd, Herr Prof. Beyerhaus hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Kompetenz und Erfahrungen in theologisch fundierten Antworten. Lesen Sie Offenbarung 22,18+19.

Ruth Wiesenmaier, Tübingen, Am Goldersbach 10

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Leserbrief vom Montag, 21. Januar 2013

Redaktionelle Vorbemerkung:
„Der Tübinger Hochschulpfarrer meldet sich in der Diskussion über seine Predigt vom 30. Dezember noch einmal zu Wort.“

Häufig verschwiegen
Meine Aussage in der Kantatenpredigt, die Weihnachtsgeschichte sei Legende, stößt bei Einzelnen auf polemischen Widerspruch, weil in den Gemeinden zum Teil noch nicht angekommen ist, was man heute in der Forschung zur Bibel weiß. In den Kirchen werden diese Erkenntnisse häufig verschwiegen oder man redet darum herum, statt klar zu sagen, dass die religiöse Sprache der Bibel aus Legenden, Sagen, Mythen, Gedichten, Symbolen und Metaphern besteht, deren Wahrheit sich nicht auf historische oder „objektive“ Fakten bezieht.
Es fehlt an einer religiösen Sprachlehre. In dieser Diskussion zeigt sich auch eine gewisse Ratlosigkeit, wie man mit solchen wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen kann. Einige befürchten, dass sie den Glauben zerstören. Dieses Gefahr besteht nicht, im Gegenteil es kommt heute darauf an, eine zugleich wissenschaftlich und spirituell sprachfähige Theologie in der Linie der christlichen Mystik zu leben und den Gemeinden dabei zu helfen, beides beieinander zu halten. Das wird uns auch in den interreligiösen Gesprächen und im Gespräch mit Agnostikern und Atheisten weiterhelfen.

Michael Seibt, Hochschulpfarrer, Tübingen, Neckarhalde 25

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Zum Leserbrief von Hochschulpfarrer Michel Seibt
Vom 21. Januar 2013 im Schwäbischen Tagblatt

Flucht in die Mystik?
Hochschulpfarrer Michael Seibt verneint den Bezug der Heiligen Schrift auf konkrete Geschichte. Stattdessen bestehe die „religiöse Sprache der Bibel aus Legenden, Sagen, Mythen usw.“, deren Wahrheit sich nicht auf historische Fakten beziehe. Seibt beansprucht damit die Bibel besser zu verstehen, als sie sich selbst. Ihrem eigenen Anspruch zur Folge versteht sich die Bibel nämlich in vielen Teilen als ein Buch der Geschichte. Dass die Verfasser der Heiligen Schrift sich auf geschichtliche Ereignisse beziehen – und zwar gerade im Kern, nämlich in der Christusgeschichte – berichtet ausgerechnet Lukas (vgl.Lk 1,14 ff), in dessen Evangelium wir die Weihnachtsgeschichte finden. Diese schlichtweg als Legenden, Sagen und Mythen abzutun ist nicht nur unwissenschaftlich. Es widerspricht auch dem Selbstanspruch der Texte.


Hat man auf diese Weise mit der Geschichtlichkeit der Schrift aufgeräumt, bleibt freilich nur die Flucht in die Mystik übrig. Ist die christliche Mystik daher, wie Seibt behauptet, der angemessene Weg um das Christsein dem modernen Menschen plausibel zu machen? Ich meine nein. So sehr die Mystik als ein bedeutender Zweig christlicher Spiritualität zu betrachten ist, so darf sie doch nicht vom Geschichtlichen und Irdischen wegführen. Gott geht ein in die Geschichte dieser Welt und hinterlässt dort seine Spuren. Der christliche Glaube führt daher nicht in eine mystische Geschichtslosigkeit, sondern in das genaue Gegenteil: hinein in die Geschichte Gottes mit unserer Welt. Diese geschichtlichen Spuren nachzuzeichnen und zu erforschen, ist und bleibt eine unverzichtbare Aufgabe der Theologie.

Dr. Rolf Sons, Rektor des Albrecht-Bengel-Haus
Ludwig-Krapf-Straße 4,   72072 Tübingen

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21. Januar 2013
Leserbriefe vom 24. Januar 2013

Beim Kantaten-Gottesdienst am 30. Dezember predigte der Hochschulpfarrer Michael Seibt; am 21. Januar erläuterte er in seinem Leserbrief seine Deutung des Weihnachtsevangeliums.

In Legenden
Hochschul-Pfarrer Michael Seibt ist zuzustimmen. Es fehlt an der religiösen Sprachfähigkeit. Gott ist nicht oben, sondern unten bei den Menschen, gerade bei den Armen und den Flüchtlingen, bei denen mit dem „falschen Pass“ und der „falschen Religion“, bei den „Heiden“. Wo wäre das je besser gesagt worden als in den Weihnachtsevangelien. Die ersten Zeugen Jesu sind die armen Hirten und die Weisen aus Babylonien mit ihrem heidnischen Sternglauben.

Und doch – wenn ich die Texte genau lese – sehe ich sofort, dass es Legenden sind, denn Jesus war als Kleinkind nicht zugleich in Ägypten (so Matthäus) und in Nazareth (so Lukas). Aus beiden Evangelien im Ganzen wird überdeutlich, warum Lukas es gerade so und Matthäus es ganz anders erzählt hat – nicht zufällig sondern aus tiefen theologischen Gründen, das heißt, inspiriert vom Heiligen Geist, inspiriert von Jesus selbst. Jesus redet in Legenden zu uns, in erzähltem Glauben, in erzählten Bekenntnissen und nicht in Polizeiprotokollen! Kein Theologie-Professor oder Pfarrer, der das nicht wüsste, aber es müsste in den Gemeinden klarer gesagt und ja nicht verschwiegen werden. Ich danke der „Offenen Kirche“ und ihren Synodalen, die dafür in unserer Kirche eintreten.
Ich widerspreche damit dem „Buchstabenglauben“, der vorgibt die Bibel „wortwörtlich“ zu nehmen und gar nicht merkt, wie vielstimmig die Bibel ist und wie geheimnisvoll. „Der Buchstabe tätet, aber der Geist macht lebendig“, sagt Paulus 2. Korinther 3,6. Oder mit Johannes gesagt: „Das Wort ward Fleisch“ und nicht Papier!

Pfarrer Stefan Dipper, Dettenhausen, Karl-Hohloch-Str. 2


Die Wahrheit
Es ist erfreulich, aber auch erstaunlich, dass ein Pfarrer so aufklärerische Worte über die Bibel schreibt. Von Theologen ist man ja eher gewohnt, dass sie die Gehirne ihrer Hörer mit Wortwolken in Nebel hüllen. Das mag für manche tröstlich sein im irdischen Jammertal, andere verführt es zu Rechthaberei auf schwankendem Grund. – Letztlich ist es eben die „wahre Wahrheit“, nicht die unzähligen „Glaubenswahrheiten“, die dazu führt, dass die Menschen vernünftig miteinander umgehen, dass sie sich nicht ständig wegen ihrer gegensätzlichen „Glaubenswahrheiten“ die Schädel einschlagen. Die „wahre Wahrheit“ kann aber nur durch freie Forschung ermittelt werden. „Glaubenswahrheiten“ basieren auf Mythen, Dogmen, menschlichen Wünschen und der Absicht, damit Herrschaften zu errichten.

Roland Fakler, Reusten Wolfsbergstraße 27

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Vier Leserbriefe im Schwäb. Tagblatt vom 26. Januar 2012

Die Auslegung des Weihnachtsevangeliums im Kantatengottesdienst in der Stiftskirche am 20. Dezember bleibt umstritten

Gewaltiger Schock
In dem Festgottesdienst sang die Kantorei der Stiftskirche unter Leitung von Prof. Bredenbach von J.S. Bach das Weihnachtsoratorium, Teil 3. Es enthält u.a. „Herrscher des Himmels“ und „wie die Hirten nach Bethlehem gehen“.
In seiner Predigt erklärte Hochschulpfarrer Seibt das „Weihnachtsevangelium nach Lukas als Legende, das einem Faktenchek  nicht standhält“. Den Bibelgläubigen unter den Zuhörern hat das einen gewaltigen Schock versetzt: Damit ist dieser Teil des Lukas-Evangeliums (Kap. 1 und 2), auch Matthäus Kap. 1 und 2 und Micha 5,1-4 kein Gotteswort mehr. Diese Bibelstellen werden in den Staub getreten und lächerlich gemacht.
Wie oft haben sich sog. „Forschungsergebnisse“ nach Jahren als falsch erwiesen.
Micha 5,1-4 gehört zu den über 300 Prophezeiungen des Alten Testaments von Jesus Christus, die sich an Ihm, unserem Heiland, erfüllt haben. Von welchem Menschen kann das Gleiche gesagt werden?
Unser Glaube beruht auf dem wahrhaftigen und ewigen Gotteswort (Joh. 17,17 und Jesaja 40,8) und es ist alles eingetroffen, was für die jeweilige Zeit vorhergesagt worden ist (Josua 23,14).

Dr. Alois Fadini, Tübingen, Schwärzlocherstraße 10


Redaktionelle Vorbemerkung:
„Zum Leserbrief „Häufig verschwiegen“ von Pfarrer Michael Seibt vom 21. Januar, in  dem er die Wahrheit der Bibel nicht auf historische oder objektive Fakten bezogen sehen möchte.“

Keinesfalls Konsens

Lieber Herr Pfarrer Seibt,
Ihr Glaube, der sicht nicht auf Fakten bezieht, hat mir zu wenig mit der Realität zu tun. Als Naturwissenschaftler habe ich anscheinend ein ganz anderes Verständnis von Wirklichkeit als Sie.
Allerdings verschweigen Sie etwas – und nicht die Kirche: dass nämlich Ihre Auffassung keinesfalls Konsens in der Wissenschaft ist. Vor 150 Jahren glaubten viele Theologen noch nicht einmal, dass der Ort Nazareth zur Zeit Jesu überhaupt existierte – heute ist das längst unstrittig belegt.
Gerade in Tübingen gibt es eine gute Tradition hervorragender geschichtlich-theologischer Forschung. „Verdummt“ nicht hier eher das Fernsehen seine Zuschauer, wenn es so mangelhaft und einseitig über den Stand der Forschung informiert, wie dies zum Beispiel in der von Ihnen in Ihrer Predigt zitierten Fernsehsendung von Petra Gerster der Fall war?
Ich bin jedenfalls froh, dass Jesus in unsere Welt und in unsere Geschichte gekommen ist, und nur deshalb auch ganz viel mit unserer und meiner Realität zu tun hat.

Andreas Schilling, Gomaringen, Amselweg 19

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Schwäb. Tagblatt 21. Januar 2013


Zur Frage, wie wörtlich man die Bibel nehmen darf, hier ein paar wissenschaftliche Anmerkungen eines Theologen.

Schließen sich aus
Angesichts der Interessenlage der Leserschaft unter den Aspekten Religion/Kirche/Theologie könnte/sollte man eine Debatte anstoßen zu folgenden Thesen – die ich als Exempel durch jahrelange Arbeit an der Josefsgeschichte der hebräischen Bibel untermauern kann. Vieles davon ist gedruckt, ein umfangreiches Manuskript ist für jeden im Netz zugänglich und wird fortgeschrieben. Die Thesen (gerafft):
1.  Ein Theologisch-dogmatisches Lesen der alten Texte und ein literarisch-ästhetisches schließen sich aus.
2. Traditionelle Exegese hat sich weit von dem entfernt, was sonst in den Sprachwissenschaften Standard ist.
3.  An der kirchlichen Basis wird häufig noch der Gegensatz kultiviert: „Sach“-Information =sachlicher Gehalt versus (bloß) literarische Gestaltung. Die Abwertung allen Sprachlichen ist darin mitgegeben.
4. Am Beispiel der Josefsgeschichte kann man zeigen, was für viele biblische Texte gilt: Der Endtext, wie er Resultat der Kanonbildung ist, ist literarisch ungenießbar. Der Grund: circa 58 Prozent des Textes besteht in redaktionellen Zutaten. Das Leseerlebnis wird an über 200 Stellen zerschnitten.
5. Gelingt es, die Überarbeitungen zu entfernen, gewinnt man einen erzählerisch faszinierenden, heute noch anregenden, künstlerisch hochstehenden Text. – Der hat ber keine Chance, in Kirchen zum Zug zu kommen – vergleiche obige Thesen.
6. Merkwürdige Opposition: kanonischer Endtext = verstörend; nicht affizierend, aber kirchlich legitimiert versus auffindbarer Urtext, faszinierend, spirituell anregend bis provozierend, aber für Kirchens uninteressant.

Prof. Harald Schweizer, Mössingen, Hilbgasse 3

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Aus  idea Spektrum vom 24. Januar 2013
Zur Meldung: „Protest gegen eine ‚bibelkritische Demontage’ im Gottesdienst“
(Nr. 3, S. 34)

Etliche waren so geschockt, dass sie keine Worte fanden
In der Tat: Es war ein sehr hoher Preis, den der Gottesdienstbesucher am 30. Dezember in der Stiftskirche Tübingen für den „Genuss“ des Weihnachtsoratoriums von Bach bezahlen musste. Auf der einen Seite die klare und gute musikalische Verkündigung des Evangeliums, auf der anderen Seite die eiskalte Dusche einer „bibelkritischen Demontage“, wie es Professor Beyerhaus dankenswerterweise genannt hat.
Wir waren genau so geschockt wie andere Gottesdienstbesucher. Wenn die ZDF-Version, nach der der biblische Weihnachtsbericht eine Legende sei, die Glaubensgrundlage des Hochschulpfarrers Michael Seibt ist und von ihm gepredigt wird, fragen wir uns, warum er dann Pfarrer geworden ist. Er hat eine unglaublich große – auch mengenmäßige – Chance zu guter Predigtfrucht verpasst. Dass Pfarrer Seibt  keine negativen Reaktionen vernommen hat, liegt sicher auch daran, dass etliche Leute im „Schock“ nicht so schnell Worte finden konnten oder sich auch nicht die „gute Weihnachtsstimmung“ durch eine kritische Auseinandersetzung verderben wollten.

Dr. Dagmar Kain, 72119 Ammerbuch

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Schwäb. Tagblatt 26.01.2013

Reich der Märchen
Nicht alle Pfarrer (leider leben sie auch von meiner Kirchensteuer) reden die Wahrheit von der Kanzel. Wer die Bibel ins Reich der Märchen und Phantasien verbannt, sollte dazu folgende Bibelstelle aufschlagen:
(Matthäus 7): Jesus spricht: „Es werden nicht alle, die zur sagen, Herr, Herr! In das Himmelreich kommen....   Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, haben wir nicht in deinem Namen gepredigt...  Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht vor mir, ihr Übeltäter!“

Andrea Kosubek-Fuchs, Tübingen, Wilhelmstraße 103

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Schwäb. Tagblatt 5.6.2013
Leserforum

Mit dieser Leserzuschrift beenden wir die Debatte um die Ansichten von Prof. Beyerhaus,

Ein Zeichen

Der durch meinen Leserbrief am 4 Januar dieses Jahres ausgelöste Wettstreit zwischen den mir widersprechenden und den mir zustimmenden Briefschreibern hat sich nunmehr fast fünf Monate lang hingezogen. Das ist ein erstaunlicher Vorgang, den angesichts dieses Themas „Für oder wider die Wahrheit der biblischen Berichte über die Geburt, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu wohl niemand erwartet hätte, ich am wenigsten. Es war ein Zeichen dafür, dass sich mit diesen religiösen Fragen im Großraum Tübingen beachtlich viele Menschen beschäftigen.

Da ich diese Tatsache als wichtig und ermutigend empfand, habe ich mich hin und wieder selber mit ei¬nem eigenen Beitrag eingeschaltet Auch bin ich der Redaktion dafür dankbar, dass sie mir zu Himmelfahrt die Gelegenheit bot, nicht nur meine persönliche theologische Sicht dieser christologischen Ereignisse im Lichte des biblischen Weltbildes in Frage und Antwort darzulegen.
Doch nun halte ich den Zeitpunkt für gekom¬men, mich aus diesem Leserbriefstreit zurückzuziehen, zumal er zuletzt ein Niveau erreicht hat, das es mir unzumutbar macht, weiterhin auf solche unsachliche Kritik zu reagieren.

Zu einer Verständigung zwischen meinem Kontrahenten Michael Seibt und mir konnte es angesichts unserer total verschiedenen Grundpositionen nicht kommen, Aber an einem Punkt in seiner jüngsten Wortmeldung am 23. Mai bin ich mit ihm einig, Es ist, höchst bedauerlich, dass die sehr wohl informierte Kirchenleitung es nicht für nötig gefunden hat, selber zu den hier verhandelten theologischen Streitthemen Stellung zu nehmen. Es konnte ihr doch nicht gleichgültig sein, wie über die zentralen Inhalte des biblischen Glaubens auf der Kanzel der Tübinger Stiftskirche gepredigt wird!

Prof. Dr. Peter Beyerhaus D.D., Gomaringen

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Stellungnahme der KBG zur Suspendierung von Scheufler

9. Juli 2012

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften (KBG) solidarisiert sich mit dem von Bischof Bohl suspendierten Lutz Scheufler. Sie sieht in der Suspendierung den ungeistlichen Versuch, bekennende Christen, die nicht dem liberalen, zeitgeistbestimmten Meinungsstrom von Synoden und Kirchenleitungen entsprechen - sondern in Bindung an Bibel und Bekenntnis öffentlich widersprechen - einzuschüchtern und mundtot zu machen.


Soll es so in der Kirche künftig weitergehen?

Die Sanktionen gegenüber bekennenden Christen wirken besonders fragwürdig und unsouverän, da sich Kirchenleitende gerne ihres Meinungspluralismus und ihrer theologischen Weite rühmen. Wir sehen in der Suspendierung bzw. den Sanktionen gegen Mitarbeiter in der Verkündigung keine geistliche Legitimation, erst recht kein bischöfliches Mandat. Hier geht es nicht um einen Disziplinarfall. Wenn Christen mit einem in der Autorität der Heiligen Schrift und in den lutherischen Bekenntnisschriften gebundenen Gewissen ihrer Kirchenleitung bei Entscheidungen, die gegen das Zeugnis der Schrift stehen, widersprechen und in dieser Frage die Gefolgschaft aufkündigen, ist das nicht zu sanktionieren, sondern im Sinne Martin Luthers zu begrüßen und legitim.

Es geht hier also um einen an die Grundlagen der Kirche gehenden Bekenntnisakt und die Bekenntnisfreiheit. Bischöfe haben an und für sich keine Gewalt (Macht). Das Augsburger Bekenntnis weist ausdrücklich darauf hin: „Er wirkt allein durch das Wort“, lateinisch: „non vi, sed verbo.“ Gemeint ist das Wort Gottes. Die Not liegt aber darin, dass Synode, Kirchenleitung und Bischof ein Schriftverständnis haben, das der Bibel widerspricht. Hier liegt der Bekenntnisnotstand. Wer das Wort Gottes gegen sich hat, kann und darf keine Gefolgschaft und Anerkennung erwarten.

Bemerkenswert ist, dass es Theologen und kirchliche Mitarbeiter gibt, die die Aussagen des christlichen Glaubensbekenntnisses nicht nachvollziehen können, die elementare Glaubensinhalte in Frage stellen oder auch öffentlich leugnen. Suspendierung? Fehlanzeige! Hier wird offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Wo wird durch unsere Bischöfe das Wächteramt über die Lehre des Bekenntnisses praktiziert, Irrlehre zurückgewiesen? Wo und wie wird die Gemeinde von den Bischöfen vor öffentlich vorgetragener Irrlehre geschützt? Auch hier Fehlanzeige.

Die Not der Kirche ist, dass es an jener geistlichen, im Wort gegründeten und durch den Geist Gottes bestimmten Leitung fehlt. Pastoren werden nicht auf Anerkennung des jeweiligen Bischofs oder auf Gehorsam  verpflichtet, sondern auf Schrift und Bekenntnis.

Eine Kirchenleitung, die sich auf Martin Luther, Barmen und Dietrich Bonhoeffer bezieht, die den Anspruch hat, Kirche des Wortes zu sein, macht sich mit der Sanktionierung  eines treuen bekennenden Christen unglaubwürdig.

Wie will man überzeugend Ökumene betreiben, wenn man nicht einmal in der Lage ist, innerevangelische Ökumene zu dulden?

Die Konferenz Bekennender Gemeinschaften fordert Bischof Bohl und die sächsische Kirchenleitung auf, die Suspendierung gegen Lutz Scheufler und Sanktionen gegen weitere Mitarbeiter aufzuheben, um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden.


Pastor Ulrich Rüß, Vorsitzender der Konferenz Bekennender Gemeinschaften

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Die Hintergründe der staatlichen „Sexualerziehung“

23. Juni 2012

Johannes Lerle, Christliche Schriften gegen den Zeitgeist

Warum dem Staat so viel daran liegt, sie ausnahmslos allen Kindern aufzuzwingen

Die staatliche „Sexualerziehung“ (SE) wurde eingeführt Ende der 1960er Jahre infolge mehrerer Initiativen, die gleichzeitig zusammenwirkten, wie von einer unsichtbaren Hand gesteuert. Wozu soll hier erzogen werden? Angeblich wird hier lediglich notwendiges biologisches Wissen über menschliche Fortpflanzung vermittelt, um unerwünschtes Schwangerwerden zu verhindern, und um die Kinder und Jugendlichen vor Geschlechtskrankheiten und Verführung durch Kinderschänder zu schützen. Doch tatsächlich bezweckt die staatliche SE wesentlich mehr, wie aus der Fachliteratur, den Lehrplänen, und einer kritischen Analyse der Unterrichtsmaterialien, besonders von der unter Bundeskanzler Kohl errichteten Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), zu ersehen ist:

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