Bruderschaften

Spendung der Firmung durch Handauflegung und Salbung (Zeichnung: Hermann Oetken aus Delmenhorst, 1909-98). Titelbild des Buches von Karsten Bürgener: „Das Sakrament der Endzeit“ (1988).
Spendung der Firmung durch Handauflegung und Salbung

„Setzt allen Eifer daran, mit eurem Glauben die Tugend zu verbinden, ... mit der Frömmigkeit die Brüderlichkeit und mit der Brüderlichkeit die Liebe.“ (2. Petrus 1, 5.7)

„Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude; denn im Glauben seid ihr fest verwurzelt.“ (2. Korinther 1, 24)

Diese Rubrik ist (in besonderem Maße) der Zusammenarbeit der BPP mit anderen Bruderschaften, Giestlichen Gemeinschaften, Kommunitäten und Orden, und besonders ihrem Mitwirken im Bund Apostolischer Bruderschaften gewidmet.
Auch erscheinen  hier Berichte und Dokumente der einzelnen ihm angeschlossenen Bruderschaften.
Die Bruderschaften und Geistlichen Gemeinschaften wollen mit ihren Gaben und Erkenntnissen auch anderen zu einer Hilfe in unserer Zeit mit ihren Bedürfnissen werden.


18. April 2012

Regel für die Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul (BPP) (Auszug)

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17. April 2012

Silberjubiläum der Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul

Am 29. Juni  2012 werden es 25 Jahre her sein, dass die Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul mit der Einsetzung ihres ersten Priors Prof. Peter P. J. Beyerhaus in der St. Johannes-Kirche in Bremen-Sodenmatt gegründet wurde. Zunächst gehörten ihr vier Mitglieder an, die bei Prof. Beyerhaus in Tübingen Theologie studiert hatten und nun im Pastorenamt standen. Danach gab sich die BPP ihre eigene Regel und begann zu wachsen, auch aufgrund der Bildung eines ihr zugeordneten Freundeskreises.

Das Jubiläumsjahr begann zum Epiphaniasfest mit einer geistlich-theologischen Rüstzeit in Neuendettelsau bei Ansbach unter dem Thema: „Die Stellung Marias in der Heiligen Schrift“. Zu den Teilnehmern aus Württemberg und Bayern gesellten sich auch die bischöflichen Leiter zweier mit der BPP im Bund Apostolischer Bruderschaften (BAB)verbundenen Gemeinschaften, der Fraternität St. Athanasius und der Communität St. Mariens. Höhepunkt der Rüstzeit war die Konsekration von Ingmar Kurg zum Assistenzbischof der BPP. Damit ist die Bekenntnisbruderschaft St. Peter und Paul über die Grenzen Deutschlands nach Skandinavien und ins Baltikum gewachsen.

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15. April 2012

Was ist der "Hochkirchliche Apostolat St.Ansgar" ?

Das Wort “hochkirchlich” kommt ursprünglich aus England. Dort gab es seit Einführung der Reformation innerhalb der anglikanischen Kirche einen noch immer sehr katholisch empfindenden Teil, die später sogenannte “High Church”; und es gab den mehr reformiert-protestantischen Flügel, der sich dann teilweise zum Pietismus hin entwickelte und später den Namen “low church” bekam. Von England ist dann die Bezeichnung “hochkirchlich” nach Deutschland gekommen, als es im Jahre 1918 zur Gründung einer “Hochkirchlichen Vereinigung” kam.

“Hochkirchlich” bedeutet nun im deutschen Sprachraum: Neben der reformatorischen Rechtfertigungslehre, die auch weiterhin das zentrale Hauptstück des evangelischen Christenglaubens bleiben soll, tritt eine entschiedene Rückbesinnung auf die sakramentale Dimension der Kirche, vor allem des Amtes und des Abendmahls.

Das heißt praktisch: Wenn es beispielsweise Martin Luther darum gegangen war, daß im sonntäglichen Abendmahlsgottesdienst unbedingt auch gepredigt werden müsse, und wenn andererseits der sich später entwickelnde Protestantismus das Abendmahl fast vollständig fallen ließ und fast nur noch Predigtgottesdienste hielt, so war es das Ziel der hochkirchlichen Bewegung, den vollständigen Gottesdienst mit Predigt und regelmäßigem Abendmahl für die evangelische Kirche wieder zurückzugewinnen. Und es ist den verschiedenen hochkirchlichen Gruppierungen in den letzten Jahrzehnten in der Tat auch gelungen, daß der volle Gottesdienst mit Predigt und Abendmahl in den meisten Gemeinden in Deutschland wieder häufiger, ja in vielen Gemeinden sogar wieder regelmäßig gefeiert wird.

Oder: Wenn die mittelalterlich-katholische Kirche vergessen hatte, was die eigentlich notwendigen Stücke der Priesterweihe waren, nämlich die segnende Handauflegung und das dazugehörige Weihegebet, so waren leider auch die Reformatoren unsicher, was die entscheidenden Voraussetzungen für ein vollmächtiges Amt waren. Genügte die Taufe? War eine Ordination lediglich um der guten Ordnung willen wünschenswert? Welche Bedeutung hatte die Handauflegung? Wie wichtig war die Weitergabe des Amtes in apostolischer Sukzession? Und wenn sich schließlich im modernen Protestantismus ein Amtsverständnis eingeschlichen hatte, dem es einigermaßen gleichgültig war, wie und von wem jemand, oder ob er womöglich überhaupt nicht ordiniert war, so hat die hochkirchliche Bewegung demgegenüber wieder die Notwendigkeit der richtigen Ordination betont. Und da die deutschen evangelischen Landesbischöfe nicht in einer eindeutig klaren Sukzessionslinie stehen - und dies auch größtenteils gar nicht für notwendig halten - hat die hochkirchliche Bewegung versucht, wenigstens für ihre eigenen Bruderschaften und sonstige Gruppierungen wieder bischöfliche Leiter zu bekommen, die in einer klar ersichtlichen apostolischen Sukzession zu wirklichen Bischöfen geweiht worden sind.

Konsequenter Weise entspricht es dem Bemühen der hochkirchlichen Bewegung um die Wiedergewinnung der vollen sakramentalen Wirklichkeit der Kirche, daß auch die äußere Form der Gottesdienste möglichst so gestaltet wird, daß auch ein Nichttheologe leicht erkennen kann, daß er es hier mit dem Heilig-Sakramentalen zu tun hat. Dementsprechend ist die hochkirchliche Bewegung auch zu den altkirchlichen liturgischen Gewändern und zur Fülle der altkirchlichen Liturgie zurückgekehrt. Dem fremden Beobachter erscheinen diese äußerlichen Formen allerdings manchmal als das einzig Entscheidende und Besondere der hochkirchlichen Bewegung; es gilt jedoch zu erkennen, daß die ausführlichere und möglichst gesungene Liturgie und das buntfarbige Messgewand nur Zeichen für eine tiefere theologische Wirklichkeit sind, um die es letztlich allein geht.

Als in den späten 60er Jahren das Amts- und Abendmahlsverständnis in der evangelischen Kirche endgültig zu zerfallen schien, als überall junge Theologen ohne Handauflegung ordiniert und an vielen Orten die absurdesten “Abendmahlsfeiern” gehalten wurden, beschloß der evangelische Kreisberufschulpfarrer Karl August Hahne in Gelsenkirchen eine eigene hochkirchliche Bruderschaft zu begründen, die in dem sich abzeichnenden allgemeinen Verfall der Kirche sich unter anderem auch ein rechtes Amts- und Abendmahlsverständnis bewahren sollte. Hahne hatte schon vorher einen Kreis interessierter Theologen und Laien um sich geschart, mit denen er regelmäßig hochkirchliche Messen feierte und die er zu einer festen hochkirchlichen Gemeinschaft umzugestalten hoffte. Von Bischof Echternach, der damals die St. Athanasius-Bruderschaft leitete, empfing er im August 1971 die Priesterweihe und im Dezember des gleichen Jahres von Bischof Heuer, dem Leiter des Ordo Militiae Templi Jerusalem, auf Empfehlung von Bischof Echternach die Bischofsweihe in apostolischer Sukzession.

Auf dem Weg zur beabsichtigten hochkirchlichen Bruderschaft begründete er zunächst den etwas loser organisierten “Hochkirchlichen Apostolat St. Ansgar”. Das Wort “Apostolat” kommt aus dem katholischen Raum und bedeutet “Sendung” oder “Auftrag”, wie es ja beispielsweise im Begriff des “Laienapostolats” ausgedrückt ist. Die Verwendung dieses Wortes bringt also eine Liebe zur katholischen Schwesterkirche und eine allgemein-ökumenische Gesinnung zum Ausdruck.

Als Bischof Hahne am 25. April 1982 nach längerem Leiden starb, war es jedoch zu einer stabilen, seinen Tod überdauernden Bruderschaft nicht gekommen. Die Gelsenkirchener Gruppe des Hochkirchlichen Apostolats fiel auseinander. In Detmold blieb aber der als Coadjutor für den Hochkirchlichen Apostolat geweihte Professor Helmut Tramnitz übrig, der dort wiederum einen Kreis interessierter Christen um sich sammeln konnte, mit denen er unter dem fortbestehenden Namen “Hochkirchlicher Apostolat St. Ansgar” weiterhin hochkirchliche Messen feiern konnte.

Inzwischen hatte Bischof H. Tramnitz den ev.-luth. Pastor Karsten R. Bürgener auf dessen Bitte hin zum Bischof für seine Bremer Gemeinde geweiht. Beide kamen im Oktober 1984 überein, ihre jeweilig hochkirchlich ausgerichtete Arbeit in enger Anlehnung aneinander und unter dem gemeinsamen Namen des “Hochkirchlichen Apostolats St. Ansgar” fortzuführen. Schon im März 1985 erklärte Bischof Tramnitz allerdings, daß er sich aus Altersgründen aus der hochkirchlichen Arbeit zurückziehen wolle. Er bat K. R. B., die Leitung des Hochkirchlichen Apostolats zu übernehmen.

Dem Erbe entsprechend, das wir von Bischof Hahne übernommen haben, ist der “Hochkirchliche Apostolat St. Ansgar” also keine große, festgefügte Organisation, sondern eine kleine Gruppe evangelisch-lutherischer Christen auf der Grundlage der geistlichen Freundschaft. Immerhin werden in diesem Rahmen Theologen zu Priestern geweiht, hochkirchliche Messen gefeiert, interessierte Gemeindeglieder gefirmt und Theologische Tagungen gehalten. In diesem Rahmen ist in Cottbus die hochkirchliche  “Kommunität St. Michael” entstanden und in Bremen die kleine “St.Gerwal-Kommunität”. Lose und freundschaftlich verbunden gehören auch das Kloster und Priorat Sankt Wigberti und die “Kommunität Sankt Wigberti” in Werningshausen sowie die thüringische “Congregatio Canonicorum Sancti Augustini“ dazu.

Wir wissen, daß wir keinen Grund haben, uns irgendwie zu rühmen, denn nur wenn Gott will, wird der Hochkirchliche Apostolat eine Zukunft haben, wie es auch ganz allein an Gott liegen wird, wenn die hochkirchliche Bewegung etwas dazu beitragen kann, daß es vielleicht doch noch zu der von vielen ersehnten und erhofften Erneuerung der evangelischen Kirche kommen wird.

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